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Getreideernte 2018

USDA-Report: Weizen wird auch 2018 nicht knapp

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am Freitag, 11.05.2018 - 11:45 (Jetzt kommentieren)

Mit nachgebenden Weizenpreisen haben die Börsen in Chicago und Europa auf den neuen USDA-Report reagiert.

CBOT Weizen

In den Vereinigten Staaten gingen die Weizenpreise zurück, weil das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die dortige Weizenernte größer einschätzt als im vorigen Jahr und auch größer als die Analysten zuvor erwartet hatten. Hintergrund ist eine, trotz der sehr langsamen Aussaat, größer als zuvor erwartete US-Ernte an Sommerweizen. 

Am Terminmarkt in Chicago gaben die vorderen Weizenpreise daher am Donnerstag 0,8 % auf 506,4 Cent je Buschel (156,4 Euro/t) nach. Die neue Ernte verbilligte sich ebenfalls um 0,8 % auf 523 Cent je Buschel (161,6 Euro/t).

Am europäischen Terminmarkt notierten die Weizenpreise für die neue Ernte 0,50 Euro schwächer bei 172,50 Euro/t. Am heutigen Freitag starten die Weizenpreise in den USA erneut etwas schwächer in den vorbörslichen Handel.

Am europäischen Terminmarkt beginnt der Handel am Freitag deshalb ebenfalls mit etwas schwächeren Kursen.

Weizenverbrauch übertrifft Produktion

Weizenproduktion

Insgesamt hat die erste Schätzung des USDA zur neuen weltweiten Weizenernte die Märkte allerdings nicht wirklich überrascht. Wie schon im Vorfeld erwartet, geht die globale Produktion etwas zurück. Gleichzeitig steigt der Verbrauch auf ein neues Rekordniveau. Auch der Export könnte ein neues Allzeithoch erreichen.

Die Folge wäre ein moderater Abbau der riesigen globalen Weizenbestände. Diese befänden sich dann jedoch immer noch auf dem bislang zweithöchsten Stand. Dieser Umstand begrenzt auch das Aufwärtspotenzial der Preise. Auf 748 Mio. t schätzt das USDA in seiner ersten Prognose die globale Weizenernte.

Im Vergleich zur Rekordernte aus dem vorigen Jahr wäre dies ein Rückgang der Produktion um etwa 10 Mio. t. Auch die bislang zweitgrößte Ernte aus dem Jahr 2016 würde noch knapp um 3 Mio. t verfehlt.

Weizenbestände schrumpfen etwas

Weizenbestände

Trotz der rückläufigen Produktion wächst der globale Weizenverbrauch jedoch um etwa 10 Mio. t auf ein neues Allzeithoch. In der Folge werden die rekordhohen Weizenbestände um rund 6 Mio. t auf 264 Mio. t abgebaut. Das wären jedoch immer noch die bislang zweithöchsten globalen Weizenbestände.

Dieser Umstand macht deutlich, dass der Markt trotz der kleineren Produktion weiterhin gut versorgt ist und der Weg der Weizenpreise nach oben schwierig bleibt.

Allerdings ist die Bestandsentwicklung durch zwei unterschiedliche Trends gekennzeichnet. Zum einen wachsen die Bestände in China nochmals kräftig auf neue Höchststände. Zum anderen schrumpfen die Endbestände bei den großen Exporteuren in Russland, den USA und auch in der Europäischen Union. 

US-Ernte übertrifft die Erwartungen

Hartweizenernte in den USA

Die neue US-Weizenernte hat das USDA mit 49,6 Mio. t knapp 2,0 Mio. t größer eingeschätzt als die Analysten mit 47,8 Mio. t.

Die vom USDA erwartete Erntemenge an Winterweizen verfehlt mit 32,4 Mio. t das schwache Vorjahresergebnis um gut 2,0 Mio. t, liegt jedoch über der Analystenerwartung und wird damit wohl bärisch interpretiert.

Die US-Exporte sollen in der nächsten Saison um etwa 1,0 Mio. t auf  25 Mio. t zunehmen. Die US-Weizen-Bestände sollen hingegen um knapp 3 Mio. t auf etwa 26 Mio. t schrumpfen.

Europäische Ernte wie im Vorjahr

Für die Europäische Union hat das USDA die neue Weizenernte (Hart- und Weichweizen) auf rund 150,4 Mio. t geschätzt und damit knapp 1,0 Mio. t kleiner als die Ernte aus dem vorigen Jahr von 151,6 Mio. t.

Die Europäische Kommission veranschlagte die europäische Gesamtweizenernte zuletzt auf 150,3 Mio. t und damit ähnlich groß wie das USDA.

Die europäischen Exporte erwartet das USDA im neuen Wirtschaftsjahr bei 29,0 Mio. t. Das wären 5,0 Mio. t mehr als in der zu Ende gehenden Saison mit nur 24 Mio. t. Die Europäische Kommission hat die Weizenexporte zuletzt auf 28,2 Mio. t beziffert.

Russland dominiert die Exportmärkte

Wie von den meisten Analysten erwartet, hat das USDA die russische Weizenernte deutlich unter der vorigen Rekordernte auf 72 Mio. t veranschlagt. Damit würde die Vorjahresernte immerhin um 12 Mio. t verfehlt. Gleichzeitig würde jedoch etwa der Wert der bislang zweitgrößten Ernte aus dem Jahr 2016 erreicht.

Im vorigen Jahr hatte das USDA die russische Ernte zu diesem Termin mit 67 Mio. t allerdings wesentlich kleiner geschätzt, als sie am Ende dann tatsächlich war. Hier sind also durchaus noch größere Korrekturen möglich. Die russsiche Weizenfläche ist mit derzeit geschätzten 26 Mio. ha rund 1,3  Mio. ha kleiner als 2017.

Die russischen Exporte werden vom USDA bei 36,5 Mio. t erwartet und damit 3,0 Mio. t unter der Rekordmarke aus der zu Ende gehenden Saison. Damit bleiben die Russen aber auch im neuen Wirtschaftsjahr der mit Abstand größte globale Weizenexporteur.

Die russischen Weizenbestände schrumpfen jedoch kräftig von 12 Mio. t auf nur noch 6 Mio. t.

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