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USDA-Report November 2021

USDA schickt die Getreidepreise weiter nach oben - Das sind die Gründe

Getreide.
am Dienstag, 09.11.2021 - 19:30 (1 Kommentar)

Steigende Weizenpreise, kräftige Preisaufschläge für Soja und Raps und etwas höhere Preise für Mais sind die Antwort des Markes auf den USDA-Report.

Getreide verladen.

Der globale Weizenausblick des USDA für das laufende Wirtschaftsjahr 2021/22 meldet eine etwas kleinere Produktion als im Vormonat, einen leicht höheren Verbrauch, deutlich mehr Handel und niedrigere Endbestände. Die Weltproduktion an Weizen wurde im November um insgesamt 0,6 Millionen Tonnen auf 775,3 Millionen Tonnen gesenkt, da die Europäische Union und das Vereinigte Königreich sowie die Türkei kleinere Ernten melden. Dafür unterstellt das USDA eine größere Produktion für Russland als im vorigen Monat.

Die EU-Produktion wurde hauptsächlich aufgrund von Abwärtskorrekturen in Frankreich und Deutschland nach unten gesetzt. Diese Abwärtskorrekturen wurden teilweise durch eine größere Weizen-Ernte in Rumänien ausgeglichen.

Die russische Weizenproduktion hat das USDA im November um 2,0 Millionen Tonnen nach oben gesetzt auf jetzt 74,5 Millionen,. Diese Korrektur folgt der letzten Ernteschätzung des russischen Landwirtschaftsministeriums. Dieses hatte die abgeerntete Fläche zwar etwas verringert, aber die Erträge bei Winter- und Sommerweizen nach oben gesetzt.

Der globale Weizenverbrauch wurde vom USDA um 0,4 Millionen Tonnen auf 787,2 Millionen Tonnen leicht erhöht. Hauptsächlich aufgrund von größeren Verbrauchsmengen in Russland, dem Iran und der Türkei. Dafür wurde der Verbrauch für die EU, das Vereinigte Königreich und auch für die Ukraine gekürzt.

Die globale Handelsmenge wird um 3,5 Mio. Tonnen auf den neuen Rekordwert von 203,2 Millionen Tonnen angehoben. Dahinter stehen unter anderem höhere Exporte aus der EU (die dieeuropäischen Weizenpreise  Preise antreiben) und höhere Ausfuhren aus Indien und Russland sowie aus der Ukraine.

Die prognostizierten globalen Endbestände wurden im November um 1,4 Millionen Tonnen auf 275,8 Millionen Tonnen reduziert, wobei Australien, die EU und Indien den größten Teil des Rückgangs ausmachen.

Hohe Weizenpreise zeigen globale Knappheit an

Getreide.

Die Weizenpreise sind in den letzten Monaten sehr kräftig gestiegen, was das sehr starke weltweite Konsumwachstum widerspiegelt, bei vergleichsweise angespannter Weltproduktion, sagt das USDA in seinem Monatsbericht. Die Weizen-Produktion ging gegenüber dem Vorjahr bei mehreren der wichtigsten Exporteure, darunter Kanada, die Vereinigten Staaten, Kasachstan und Russland deutlich zurück. Das wurde durch größere Ernten in der Europäischen Union, in der Ukraine und in Argentinien bei weitem nicht ausgeglichen.

Dabei ist die sehr starke globale Nachfrage auch der entscheidende Faktor, der zu schrumpfenden globalen Lagerbeständen führt. Die Importnachfrage steigt aufgrund des trockenen Wetters im Nahen Osten derzeit weiter an und zusätzliche Importe, insbesondere für den Iran und die Türkei, zeichnen sich derzeit ab. Ausschreibungen aus dem Nahen Osten und aus Nordafrika haben im letzten Monat die Preise weiter angetrieben.

Etwa die Hälfte der weltweiten Weizenbestände wird jedoch von China gehalten. Diese haben in der Vergangenheit keine wesentliche Rolle am Weltmarkt gespielt. Doch bereits im letzten Jahr, haben der Futtermangel und die hohen Getreidepreise China veranlasst, einen Teil der riesigen staatlichen Bestände in den Inlandsmarkt über Auktionen zu verkaufen.

Die Weizenbestände in China sind damit erstmals seit langem rückläufig. Gleichzeitig importiert China reichlich Weizen in Mahlqualität (unter anderem aus Frankreich) und wurde damit zu einem der größten globalen Importeure.

Etwas mehr Mais - aber dafür weniger Gerste

Getreideschiff.

Das USDA hat die globale Maisproduktion 2021/22 im November um 5,8 Mio. Tonnen auf 1.205 Millionen Tonnen nach oben gesetzt. Die USDA-Prognose zeigt für diesen Monat für 2021/22 eine größere Produktion, aber auch deutlich mehr Verbrauch und Handel sowie höhere End-Bestände im Vergleich zum Vormonat.

Die globale Maisproduktion wird höher prognostiziert wegen größeren Ernten in Argentinien und der EU. Für Argentinien wird die Produktion hauptsächlich aufgrund der vergrößerten Fläche erhöht. Die Maisproduktion in der EU wurde aufgrund von Zuwächsen in Polen, Rumänien und Frankreich auf knapp 68 Millionen Tonnen nach oben korrigiert.

Die globale Gerstenproduktion wurde aufgrund von Rückgängen für die Türkei, die EU, Russland und die Ukraine um knapp 2 Millionen Tonnen gesenkt. Die Maisexporte werden für Argentinien und die EU erhöht. Die Maisimporte wurden für den Iran und Thailand angehoben, für Nigeria und die Türkei jedoch gesenkt. Die Gerstenimporte wurden für China 0,5 Millionen  Tonnen auf 10,1 Millione Tonnen und für die Türkei auf 1,8 Millionen Tonnen angehoben, für Saudi-Arabien jedoch auf um 0,5 Millionen Tonnen auf 6,5 Millionen Tonnen reduziert.

Die globalen Maisendbestände sind im Vergleich zum Vormonat höher, was auf Zuwächsen in China und Brasilien beruht. Die weltweiten Endbestände an Mais sind mit 304,4 Millionen Tonnen um 2,7 Millionen gestiegen. Allein aus China wurden jedoch Bestände von 211 Millionen Tonnen gemeldet - dass fast 70 Prozent der welltweiten Maisbestände.

Der US-Maisausblick 2021/22 für diesen Monat erwartet eine größere Ernte von 382,5 Millionen Tonnen und mehr Maisverbrauch für Ethanol. Da der Verbrauch jedoch etwas stärker als das Angebot ansteigt, wurden die US-Maisendbestände leicht gesenkt.

Weniger Sojabohnen in den USA

Die weltweite Sojabohnenproduktion 2021/22 hat das USDA um 1,1 Millionen Tonnen auf 384 Millionen Tonnen reduziert. Die Reduktion für die Vereinigten Staaten und Argentinien wurde dabei teilweise durch eine höhere indische Produktion ausgeglichen.

Argentiniens Produktion wurde wegen einer geringeren Erntefläche um 1,5 Millionen Tonnen auf 49,5 Millionen Tonnen gesenkt. Die Produktion für Indien wird um 0,9 Millionen Tonnen auf 11,9 Millionen Tonnen erhöht.

Die globalen Sojabohnenexporte hat das USDA um 1,0 Millionen Tonnen reduziert, auf 172,1 Millionen, wobei niedrigere Exporte für Argentinien und die Vereinigten Staaten teilweise durch höhere Ausfuhren aus Brasilien und Indien ausgeglichen werden. Chinas Importe wurden um 1,0 Millionen Tonnen auf 100 Miliionen Tonnen gesenkt. Die weltweiten Sojabohnenbestände wurden um 0,8 Millionen Tonnen auf 103,8 Millionen Tonnen nach unten gesetzt.

Die schrumpfenden Bestände für Argentinien und China werden teilweise durch höhere US-Bestände ausgeglichen. Die Sojabohne-Prognose 2021/22 für die USA sieht eine 0,5 Millionen Tonnen kleinere Produktion von 120,4 Millionen Tonnen und weniger Exporte von 55,8 Millionen Tonnen - jedoch etwas höhere Endbestände.

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