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Getreideernte und Getreidepreise

USDA schießt Getreidepreise nach oben

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am Dienstag, 30.06.2020 - 19:33 (1 Kommentar)

Mit einer fulminanten Preisrallye reagierten die Getreidepreise auf die USDA-Daten vom Dienstag Abend.

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Sowohl bei Mais und Sojabohnen als auch bei Weizen schossen die Kurse zweistellig nach oben. Der vordere Mais kletterte in Chicago gegen 18:30 um 15 Cent auf 342 Cent je Buschel, die Sojabohnen notierten sogar 24 Cent im Plus bei 890 Cent je Buschel. Der Chicago-Weizen machte 10 Cent gut und stieg auf 495 Cent.

Auch am europäischen Terminmarkt schlossen Weizen, Mais und Raps am Dienstag deutlich im Plus. Der vordere Weizen überwand am Dienstag sogar die magische 180-Euro-Marke.

Der Analyst und Broker Al Kluis sagte, dass die Händler offenbar ziemlich bärische Erwartungen hinsichtlich der heute veröffentlichten Berichtszahlen hatten. Doch bei diesem niedrigen Preisniveau war es sehr schwierig, negative Reaktionen auf die jetzt vorgelegten Anbaudaten zu bekommem.“

Die Börse in Chicago verzeichnet jedenfalls eine beeindruckende Rallye und die Wettervorhersagen für den Mittelwesten werden ebenfalls heißer und trockener – was die Aussichten auf weiter steigende Preise erhöht.

Farmer haben viel weniger Mais gepflanzt als erwartet

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Aber zurück zu den beiden USDA-Berichten. Danach haben die Farmer in diesem Jahr viel weniger Mais gepflanzt als zuvor erwartet wurde und nur eine geringfügig höhere Fläche Sojabohnen als im März geschätzt wurde. Das USDA veranschlagt die Gesamtanbaufläche für Mais und Sojabohnen zusammen jetzt auf 176 Millionen Acres (71,3 Millionen Hektar) gegenüber 180,5 Millionen Acres (73,0 Millionen Hektar) in der März-Prognose.

Die Frage, die sich viele Analysten und Landwirte am Dienstag Abend stellen, ist, wohin sind diese vielen Hektar verschwunden?

Das USDA sieht die Maisfläche jetzt nur noch bei 92,0 Millionen Acres (37,2 Millionen Hektar). Die Konsensschätzung der Analysten lag mit 95,14 Millionen Acres (38,5 Millionen Hektar) erheblich höher und die Anbauprognose des USDA vom März war sogar von 96,99 Millionen Acres (39,3 Millionen Hektar) ausgegangen.

Damit ist die Maisfläche jetzt 2,1 Millionen Hektar kleiner als noch im März erwartet wurde. Der Analyst Jack Scoville, der Anbaubericht macht das Wetter jetzt umso wichtiger, da eine deutlich kleinere bepflanzte Fläche vorhanden ist.

Soja- und Weizenfläche bleibt unter den Analysten-Schätzungen

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Für Sojabohnen sieht das USDA die Anbaufläche jetzt bei 83,82 Millionen Acres (33,9 Millionen Hektar). Die Erwartung der Analysten lag mit 84,83 Millionen um einiges höher und die März-Schätzung des USDA war etwas kleiner – nämlich 83,51 Millionen Acres.

Die gesamte Weizenfläche (Sommer- und Winterweizen) wurde vom USDA jetzt auf 44,2 Millionen Acres veranschlagt (17,9 Millionen Hektar). Die Analysten hatten den Weizenanabu zuvor auf 44,72 Millionen Acres geschätzt und damit erheblich höher. Die März-Prognose des USDA lag bei 44,66 Millionen Acres und damit ebenfalls über dem jetzigen Wert.

Der US-Analyst Sal Gilbertie glaubt, dass der heutige USDA-Bericht eine bullische Tendenz für den Maismarkt zementieren könnte. „Die wichtigste Nachricht ist die kleinere Anbaufläche, die die gewaltige Maisbilanz ganz erheblich eindampft. Mais ist König, und bei den Futures gab es vor dem Bericht nahezu Rekord-Short-Positionen, was bedeutet, dass der heutige Preisanstieg den gesamten Getreidekomplex für eine Weile unterstützen dürfte“, glaubt Gilbertie.

Bestandsdaten eigentlich bärisch und werden ignoriert

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In seinem Berichtüber die Quartals-Bestände am 01.Juni bezifferte das USDA die Maisbestände auf 5,22 Milliarden Buschel (133 Millionen Tonnen) gegenüber der Analystenerwartung von 4,95 Milliarden Buschel und Beständen von 5,2 Milliarden Buschel im vorigen Jahr. Für Sojabohnen wurden die Bestände für den 1. Juni mit 1,39 Milliarden Buschel (37,7 Millionen Tonnen) gemeldet. Die Erwartung der Händler lag etwa gleich hoch bei 1,39 Milliarden Buschel. Im vorigen Jahr befanden sich zum gleichen Termin 1,78 Milliarden Buschel in den Silos - und damit deutlich mehr.

Die Weizenbestände bezifferte das USDA für den 1. Juni auf 1,04 Milliarden Buschel (28,4 Millionen Tonnen) gegenüber einer Händlerprognose von 987 Millionen Buschel und 1,08 Milliarden im vorigen Jahr.

Der Analyst Jack Scoville sagt, dass die Bestandsdaten eigentlich überwiegend negativ sind, wobei der Maisbestand recht deutlich über den Handelserwartungen liegt. Die Schätzungen der Aussaatfläche wirken jedoch sehr positiv und ziehen die gesamte Aufmerksamkeit des Marktes auf sich.

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