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USDA: Schlechte Nachrichten für die Getreidepreise

Getreideernte
am Donnerstag, 10.10.2019 - 20:50 (Jetzt kommentieren)

Mit kräftigen Preisabschlägen bei Weizen und Mais und steigenden Sojapreisen reagierten die Terminmärkte auf den USDA-Report.

Dabei waren die Korrekturen des USDA vergleichsweise moderat. Doch der Markt regierte - wie so oft - ziemlich heftig. Der US-Analyst Al Kluis hatte vor der Veröffentlichung der Zahlen  vermutet, dass die Märkte diese Woche von positiven Nachrichten gestützt werden könnten. Diese Erwartung hat sich offenbar nicht erfüllt – wenn man auf die Preise schaut.

Kluis sagte: „Die Märkte erreichten aufgrund der Leerverkäufe der großen Fonds vor dem USDA-Bericht ein Mehrwochenhoch. Hinzu kam die Besorgnis vieler Farmer und Analysten über den angekündigten großen Wintersturm im Norden der USA. Die Schneevorhersagen waren zwar sehr unterschiedlich, aber Frost gibt es sicher. Die Vegetationsperiode wird also für einen beträchtlichen Teil des nördlichen Maisgürtels beendet sein. Beeinflusst wurden die Märkte zudem durch Meldungen, dass China offen für ein partielles Handelsabkommen – unter Einschluss von Agrarprodukten - ist.

Die Maisernte war in den USA in dieser Woche erst zu 15 Prozent eingebracht – im Vergleich zu 27 Prozent im langjährigen Mittel und etwa einem Drittel im Vorjahr. Soja war zu 14 Prozent geerntet, gegenüber 34 % im Mittel und den Sommerweizen hatte die Farmer zu 91 Prozent von den Feldern geholt - im Vergleich zu 99 Prozent. Insbesondere bei Mais und Soja sind angesichts des großen Entwicklungsrückstands und des Wintereinbruchs im Nordwesten - weitere Korrekturen der Erntemengen nach unten mehr als wahrscheinlich.

Preise: Fallende Weizen- und Maispreise, Plus bei Soja

Maisfeld

Die Terminmärkte reagierten nach der Veröffentlichung der neuen Daten bei Mais und Weizen enttäuscht und mit kräftigen Abschlägen. Bei Sojabohnen gab es hingegen ein moderates Plus.

Das waren die Preiseaktionen gegen 19:00 Uhr: Der vordere Mais reagierte mit einem Preisrutsch von 3,3 Prozent auf 381 Cent je Buschel.In Europa reagierten die Maispreise ebenfalls auf die negativen Vorgaben und bewegten sich für den November um 1,25 Euro auf 163,50 Euro nach unten.

Auch die Weizenpreise gingen in den USA mit den Maispreisen nach unten. In Chicago rutschte der vordere Dezember-Weizen um 2,2 Prozent ab und notierte bei 489 Cent je Buschel. In Europa folgen die Weizenpreise den negativen Vorgaben. Für den Dezember ging es um knapp 2 Euro auf knapp 177 Euro nach unten.

Etwas nach oben ging es - wegen der schrumpfenden Produktion -  mit den Kursen für die Sojabohne. Der vordere November-Kontrakt der Sojabohne legt um knapp 1 Prozent auf 931 Cent je Buschel zu. In Europa folgen die Rapspreise den positiven Vorgaben aus Chicago aber nicht. Die Kurse fielen für den November um gut 3 Euro auf 384 Euro nach unten.

USA: Maisernte unverändert, Weizen- und Sojaernte kleiner

Maisfarmer

In seinem Oktober-Report nimmt das USDA die erwartete Erntefläche bei Körnermais leicht auf 33,1 Mio. ha zurück. Damit blieb man jedoch über den Erwartungen der wichtigsten US-Analysten. Diese hatte die zu überhaut zu erntenden Maisfläche im Vorfeld des Reports auf 33,0 Mio. ha geschätzt. Die Erträge wurden vom USDA hingegen leicht nach oben korrigiert.

Die USDA-Experten hatten die erwarteten Mais-Erträge von 168,2 Buschel je Acres (10,56 t/ha) auf 168,4 Buschel (10,57 t/ha) marginal nach oben korrigiert. Die Analysten waren im Vorfeld ebenfalls von 166,8 Buschel  (10,57 t/ha) ausgegangen. Damit verharrt die US-Maisernte bei 350,6 Mio. t und damit auf dem Vormonatswert. Die Bestände gehen wegen der nach oben korrigierten US-Exporte jedoch nach unten.

Beim Weizen hat das USDA die erwarteten Erträge für den US-Weizen unverändert bei 51,6 Buschel je Acres (3,47 t/ha) belassen. Die Erntefläche wurde jedoch von 15,54 Mio. ha auf 15,42 Mio. ha um gut 100.000 ha nach unten angepasst. Damit ergibt sich auch eine etwas kleine US-Weizenernte von etwa 53,4 Mio. t - nachdem man im Vormonat 53,9 Mio. t im September. Die Bestände sind hingegen etwas größer, und die US-Exporte mit nur noch 25,9 Mio. t etwas kleiner.

Die Erntefläche bei Sojabohnen gibt das USDA mit 30,6 Mio. ha an. Damit haben die USDA-Experten die eigene Schätzung vom September um rund 100.000 ha nach unten angepasst. Die wichtigsten US-Analysten hatte die Erntefläche von Soja im Vorfeld des Reports etwas größer als das USDA geschätzt. Die Soja-Erträge wurden hingegen deutlich nach unten gesetzt. Das USDA hat die Soja-Erträge von zuvor 47,9 Buschel je Acres (3,22 t/ha) auf etwa 46,9 Buschel (3,15 t/ha) gesenkt. Die US-Sojaproduktion würde damit von 98,9 Mio. t auf nur noch 96,7 Mio. t schrumpfen.

Weizen: Europäische Ernte nach oben gesetzt

Getreide verladen

Die globale Weizenernte für das kommende Wirtschaftsjahr 2019/20 hat das USDA im Oktober unverändert gelassen. Die Produktion wird auf  etwa 765 Mio. t veranschlagt. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein sehr kräftiger Anstieg von 34 Mio. t.

Veränderungen gab es nur wenige – und die haben sich kompensiert. Für Europäische Union (Frankreich) setzte man die Prognosen zum Vormonat weiter nach oben. Für Australien ging es wegen der dortigen Dürre erneut etwas nach unten. Für China und Indien werden weiterhin sehr große Weizenernten erwartet.

Die globalen Weizenexporte sollen in der nächsten Saison um knapp 7 Mio. t zunehmen. Grund sind die höheren Ausfuhrmengen aus Europa, der Ukraine und Argentinien. Stabile Exporte erwarte man für Kanada und die USA. Die Ausfuhren Russlands dürften (trotz einer etwas größeren Ernte) wegen der stärkeren Konkurrenz am Weltmarkt leicht schrumpfen.

Die globalen Endbestände setzte das USDA gegenüber Vorjahr um rund 10 Mio. t auf auf 288 Mio. t nach oben. Auch gegenüber dem Vormonat wurden die Weizenbestände – wegen eines geringeren Futterverbrauchs - nach oben gesetzt.

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