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Getreideernte und Preise

USDA schockt die Getreidemärkte – Preise stürzen ab

Getreide verladen
am Montag, 12.08.2019 - 19:26 (Jetzt kommentieren)

Ein Schock für die Märkte. Das USDA erfüllte mit seinem Report fast keine der vom Markt zuvor gehegten Erwartungen.

Die Folgen: Ein drastischer Preissturz bei Mais, Weizen und bei Sojabohnen. Die Ursachen: Das USDA setzte die bestellte Maisfläche zwar wie von den Analysten erwartet weiter nach unten. Jedoch lange nicht so kräftig wie gedacht. Außerdem korrigierte man die Maiserträge nach oben - und nicht nach unten. Und das auch noch ziemlich deutlich.

Damit würde die neue US-Maisernte sogar etwas größer als sie vom USDA im Juli geschätzt wurde. Die für das neue Wirtschaftsjahr erwarteten Endbestände setzte das USDA deshalb ebenfalls leicht nach oben. Gleichzeitig nahmen die USDA-Experten die im Jahresmittel prognostizierten Maispreise zurück. Das hatte offenbar kaum jemand erwartet! Der Markt reagierte geschockt.

Bei Sojabohnen geschah genau das Gegenteil: Das USDA korrigierte die Sojafläche wider erwarten kräftig nach unten. Die erwarteten Erträge ließ man unverändert. Im Ergebnis schrumpft die neue US-Sojaernte ziemlich kräftig. Die für das neue Wirtschaftsjahr erwarteten Endbestände setzte das USDA nach unten. Gelichezitig blieben die für dei neue Saison erwarteten Sojapreise unverändert. Eigentlich waren das eher bullische Daten. Doch der Druck vom Getreidemarkt zog auch die Ölsaaten nach unten.

Beim Weizen überwogen für die US-Farmer ebenfalls die bärischen Nachrichten. Das USDA setzte die Weizenerträge und damit auch die Erntemenge und die Endbestände in den USA nach oben. Außerdem korrgierte das USDA die im Jahresmittel erwarteten Weizenpreise nach unten. Und dann noch der Druck vom fallenden Maismarkt. Die Folge: Ein dramtischer Absturz der Weizenpreise in den USA - und in Europa.

Preise brechen dramatisch ein

Ackerfläche

Die Terminmärkte brachen nach der Veröffentlichung neuen Daten bei Mais und Weizen drastisch ein. Etwas überraschend ging es auch bei Sojabohnen nach unten. Das waren die Preiseaktionen gegen 19:30 Uhr (MEZ): Der vordere Mais reagierte mit einem Preisrutsch von gut 6 Prozent auf nur noch 385 Cent je Buschel. Die neue Ernte fiel ebenfalls um 6 Prozent auf nur noch 393 Cent. Auch in Europa folgten die Maispreise den negativen Vorgaben und rutschen für den November um 3 Euro auf 170 Euro nach unten.

Die Weizenpreise stürzten mit den Maispreisen dramatisch ab. So verlor der vordere September-Weizen in Chicago gut 5 Prozent und fiel auf 474 Cent je Buschel. In Europa folgten die Weizenpreise den negativen Vorgaben und fielen für den September um gut 3 Euro auf nur noch 167 Euro. Für den Dezember ging es ebenfalls um 3,0 Euro nach unten auf knapp 173 Euro.

Trotz der eher bullischen Daten fielen im Sog der Getreidepreise auch die Kurse für die Sojabohne. Der vordere September-Kontrakt der Sojabohne gab um 1,5 Prozent auf 869 Cent je Buschel nach. Die neue Ernte fiel zunächst um reichlich 1,0 Prozent auf 881 Cent. In Europa folgten die Rapspreise den negativen Vorgaben aus Chicago. Sie rutschen für den November um 1 Euro auf 373 Euro nach unten.

Maisfläche größer als erwartet, Erträge höher

Maisernte

In seinem August-Report geht das USDA von einer Aussaatfläche bei Körnermais von 36,4 Mio. ha aus. Damit haben die USDA-Experten ihre eigene Schätzung vom Juli - von 37,1 Mio. ha - um 0,7 Mio. ha nach unten korrigiert. Die wichtigsten US-Analysten hatten die Maisfläche im Vorfeld des Reports jedoch nur noch auf 35,6 Mio. ha geschätzt und damit nochmals  0,8 Mio. ha kleiner als das USDA jetzt unterstellt. Das heißt auch, die Erwartungen Analysten wurdenentäuscht.

Die Prognose hat natürlich Auswirkungen auf die Mais-Produktion, zumal die Erträge auch noch deutlich nach oben korrigiert wurden. Das USDA hat die Mais-Erträge von 166 Buschel je Acres (10,4 t/ha) auf jetzt 169,5 Buschel (11,3 t/ha) nach oben gesetzt. Die Analysten waren im Vorfeld lediglich noch von 164,9 Buschel ausgegangen. Damit übertrifft die neue US-Maisernte mit 353,5 Mio. t den Vormonatswert leicht und die Bestände nehmen deshalb ebenfalls zu.

Beim Weizen hat das USDA die erwarteten Erträge für den US-Weizen von zuvor 50 auf jetzt 51,6 Buschel je Acres (3,47 t/ha) nach oben korrigiert. Damit ergibt sich eine US-Weizenernte von etwa 53,9 Mio. t - nach zuvor geschätzten 52,3 Mio. t im Juli. Die Endbestände wachsen aber nur leicht, da das USDA die US-Exporte um eine ähnliche Größenordnung auf 26,5 Mio. t nach oben schraubte. 

Die Aussaatfläche bei Sojabohnen gab das USDA nur mit 31,1 Mio. ha an. Damit haben die USDA-Experten die eigene Schätzung vom Juli - von 32,4 Mio. ha – sehr kräftig um 1,3 Mio. ha nach unten korrigiert. Die wichtigsten US-Analysten hatten die Sojafläche im Vorfeld des Reports sogar größer als im Juli - auf 32,8 Mio. ha geschätzt. Das waren 1,7 Mio. ha mehr als das USDA jetzt unterstellt.

Die Anbau-Prognose hat natülich Auswirkungen auf die Soja-Produktion, obleich die Erträge nicht verändert wurden. Das USDA hat die Soja-Erträge bei 48 Buschel je Acres (3,2 t/ha) belassen. Die US-Sojaproduktion würde damit von zuvor 104,6 Mio. t auf nur 100,1 Mio. t schrumpfen. Also alles in allem eher bullische Signale vom Sojamarkt.

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