Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Kartoffelmarkt

Vermarktungstipp: Höhere Vertragspreise für Kartoffeln nutzen

am Donnerstag, 31.01.2019 - 10:40

Kartoffelanbauer bekommen aktuell höhere Vertragspreise geboten. Berater empfehlen, mehr Menge als sonst über Festpreisverträge abzusichern. Doch es gibt Grenzen.

Legen von Kartoffeln

In den letzten Tagen mehren sich die Vertragsangebote für mittelfrühe und späte Lagerware bei den Veredlungskartoffeln. Die gebotenen Preise bewegen sich auf Rekordniveau und sind im Vergleich zum letzten Jahr um 1,50 bis 2,40 Euro/dt je nach Sorte und Liefertermin gestiegen.

„Die historisch hohen Preise sollten Kartoffelanbauer nutzen, und einen größeren Teil als in den Vorjahren über Festpreisverträge abzuschließen“, rät Ackerbauberater Hans Jürgen Hölzmann von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Erst bei höherer Basis wird Terminmarkt attraktiver

Zwar notieren Kartoffeln an der Warenterminbörse EEX in Leipzig mit 16,50 Euro/dt für den Liefermonat April 2020 nur knapp unter dem Hoch von 17 Euro/dt, dennoch hält Hölzmann es für richtig, momentan bei einer Basis von etwa 1,50 Euro/dt zwischen Kassamarkt- und Terminmarktpreis die Preisabsicherung über die Börse eher vorsichtig anzugehen.

 „Landwirte sollten daher zurzeit eher geringere Mengen über die Börse handeln“. Erst wenn die Basis wieder deutlich über 2 Euro/dt liegt, ist die Absicherung über den Terminmarkt wesentlich attraktiver, weil bis zur Lieferung in 2020 zusätzlich Basisgewinne zu erwarten sind. „Je näher der Liefertermin rückt, desto näher rücken Kassamarkt- und Terminmarktpreise zusammen“, weiß der Berater aus Erfahrung. 

Zunächst maximal die Hälfte absichern

Da sich die Kartoffelpreise derzeit auf einem historisch hohen Niveau befinden, könnten Kartoffelanbauer überlegen, ihre bisherigen abgesicherten Mengen leicht von 40 auf 50 Prozent auszudehnen. „Absicherungsmengen von über 50 Prozent der erwarteten Erntemengen sind zu diesem Zeitpunkt nicht ratsam. Man sollte erst mal abwarten, wie es wächst“, rät Hölzmann.

Neu ist: Bei einigen Vertragsangeboten, wird die Vertragsmenge für Flächen ohne Beregnungsmöglichkeit pro Hektar begrenzt. Landwirte können so geringere Mengen vereinbaren. In Jahren, in denen wenig wächst, bleiben die Hektarerlöse ungenügend. In Jahren, in denen viele Kartoffeln wachsen, werden die Preise für frei Ware aber nicht in den Himmel wachsen. Mögliche Qualitätsabzüge erhöhen den notwenigen Umsatz auch nicht maßgeblich.