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Weizenvermarktung

Weizen: Gute Phase zum Verkaufen nutzen

am Freitag, 18.10.2019 - 14:30 (Jetzt kommentieren)

Der Weizenmarkt hat nach einem schwachen Start ordentlich zugelegt. Landwirte sollte daher den Verkauf von Teilmengen in Betracht ziehen.

weizenlager

In den vergangenen Wochen haben die Weizenpreise nur einen Weg gekannt: den nach oben. Landwirte sollte daher das Vermarkungsfenster nutzen.

An der Chicagoer Börse sind die Notierungen sei Anfang September um 13,5 Prozent gestiegen. So hofft der Markt auf nennenswerte Importe von US-Weizen der Chinesen.

In Europa beflügeln ebenfalls die guten EU-Weizenexporte die Preise an der Pariser Börse. Der Dezemberkontrakt wird derzeit rund neun Prozent höher gehandelt als Anfang September. So konnte die EU seit Juli 7,8 Mio. t Weizen ausführen. Das sind 46 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Die Weizeneinfuhren gingen um 17 Prozent auf 1,3 Mio. zurück. Strategie Grains sieht die EU-Weizenausfuhren für das gesamte Wirtschaftsjahr mit 27,3 Mio. t sechs Prozent höher als im Vorjahr.  
 

Teilmengen verkaufen

Getreideexport-Schiffsbeladung

Gedämpft wird der Markt derzeit durch die neue Schätzung von Strategie Grains. So soll sie mit 145,5 Mio. t 1 Mio. t höher als im Vorjahr ausfallen. Für 2020/21 sagen die Analysten eine stabile Weizenanbaufläche vorher. Auf der anderen Seite hört man aus Australien von einer erneut schwachen Weizenernte, die unter 17 Mio. t betragen könnte.   

Nachdem die Weizennotierungen die 200-Tageslinie erreicht haben, raten Experten daher zu Teilverkäufen.  Robert Theis von der H. Jürgen Kiefer GmbH rät Landwirten, rund 20 Prozent ihrer eingelagerten Ernte zu verkaufen. „Allerdings müssen die höheren Preise am Kassamarkt erzielbar sein“, sagt Theis. Ansonsten bietet sich die Vermarktung über die Börse an. „Im Vorteil ist aber derjenige, der frühzeitig einen Prämienkontrakt abgeschlossen hat. Er kann jetzt den höheren Weizen mit einer guten Prämie zusammenbringen“.

Geteilte Meinungen zu weiteren Preissteigerungen

Theis hält dabei einen weiteren Aufwärtstrend der Weizenpreise für möglich. „Im weiteren Saisonverlauf könnte die Börsennotierung für den Liefermonat Mai 2020 deutlich über 190 Euro/t steigen“. So kämpfen die Argentinier mit Trockenheit und die Australier werden deutlich weniger Weizen exportieren können, begründet er. Zudem haben die Schwarzmeerstaaten Ukraine und Russland nur normale Weizenmengen für den Export verfügbar, bei niedrigen Beständen im eigenen Land.

„Bei steigendem Weizenverbrauch könnte die Versorgungslage noch knapper ausfallen“, meint der Börsenmakler. Er erwartet im weiteren Saisonverlauf auch noch Impulse vom Maismarkt. So würde seiner Meinung nach die US-Ernte wegen Wintereinbrüchen niedriger ausfallen als bisher vorhergesagt.  

Etwas forscher in der Vermarktungsempfehlung ist Martin Ziegelbäck, Geschäftsführer der Beiselen Service GmbH. Seiner Meinung nach ist das Aufwärtspotential an der Matif sehr begrenzt. Er meint der erhöhte Absatz der Produzenten in Europa und am Schwarzen Meer begrenze eine zusätzliche Rallye der Weltmarktpreise. „Ich bezweifle, dass russische Exportpreise über 210 Dollar pro Tonne handeln können“, so der Experte. Deshalb empfiehlt er, 45 Prozent der Weizenernte 2019 physisch am Kassamarkt zu verkaufen.

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