Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Trockenheit

Weizen: Preise zünden den Turbo

Ausgetrocknetes Getreidefeld
am Donnerstag, 26.07.2018 - 15:29 (Jetzt kommentieren)

Die Dürre treibt die Weizenpeise auf neue Höchststände. Die EU-Weizenernte wird immer niedriger geschätzt.

weizenernte_teaser.jpg

Ein wahres Kursfeuerwerk findet derzeit am Weizenmarkt statt. Das vor wenigen Tagen ausgegebene Kursziel von über 200 Euro/t ist schon jetzt wieder Makulatur.

Ohne Schwierigkeiten übersprangen die Weizennotierungen an der Pariser Börse Matif die 200-Euro-Linie. Derzeit notiert der Dezemberkontrakt 2018 bei 205 Euro/t, ein Plus von 2,50 Euro/t. Am Vortag legte der Kontrakt einen Anstieg um 5,50 Euro auf den Börsenbildschirmen hin. 

Die Erzeugerpreise legten ebenfalls zu. Das Bundesmittel für Brotweizen kletterte innerhalb einer Woche um 6,25 Euro auf rund 172 Euro/t. Der Preisabstand zur Börse ist aber noch enorm. Am Kassamarkt herrscht Nachholbedarf.

Die Gründe für die Preisrallye

Die Rallye am Weizenmarkt hat mehrere Gründe:

  1. Die europäische Weizenernte haben französische Analysten von Strategie Grains auf 130 Mio. t zurückgenommen. Das wäre die niedrigste Weizenernte seit sechs Jahren. Mitte Juli ging das US-Landwirtschaftsministerium noch von 145 Mio. t aus.
  2. Die deutsche Weizenernte soll sich laut Strategie Grains statt 22,8 Mio. t nur auf 20,7 Mio. t belaufen. Der Deutsche Raiffeisenverband veranschlagte Mitte Juli 21,5 Mio. t (inkl. Durum).
  3. Die Hoffnungen auf eine ordentliche Weizenernte in den USA trüben sich immer mehr ein. Die bisherigen Ertragsmeldungen von US-Sommerweizen aus dem Bundesstaat Dakota fallen enttäuschend aus.
  4. Französische Landwirte sehen ihre Weizenernte inzwischen nur noch bei 35 Mio. t, berichten Marktbeteiligte. Zuvor hatten sie 36 Mio. t erwartet. Manche Analysten erwarten sogar noch weniger. 
  5. Die Russen ernten auch Weizen. Doch dort verzögern Regenfälle die Ernte und verschlechtern die Qualität. Die letzten Prognosen sprechen von rund 67 Mio. t russischem Weizen.    

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...