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Ernteprognose

Weizen: Preisrallye nach USDA-Report

Ähren und Preiskurve
am Mittwoch, 13.06.2018 - 11:30 (Jetzt kommentieren)

Mit einer erneuten Preisrallye beim Weizen reagierten die Terminmärkt in Chicago und Europa auf die Daten und Prognosen aus dem neuem USDA-Report.

CBOT Weizen

In den USA machten die Preise einen sehr kräftigen Sprung und auch in Europa legten die Notierungen deutlich zu. Eine Ursache für die Rallye war, dass das USDA die russische Weizenernte deutlich nach unten korrigiert hat.

Ursache waren noch nicht die Hitzeschäden in Südrussland, sondern eine witterungsbedingt extrem langsame Aussaat bei Sommerweizen im Osten Russlands. 

Am US-Terminmarkt in Chicago machten die vorderen Weizenpreise am Dienstag einen Sprung um 4,0 % auf 534,4 Cent je Buschel (167,3 Euro/t). Die neue Ernte verteuerte sich um 3,8 % auf 550 Cent je Buschel (172 Euro).

Am europäischen Terminmarkt notierten die Weizenpreise für die neue Ernte 2,50 Euro höher bei 183,50 Euro. Am heutigen Mittwoch starten die Weizenpreise in den USA leicht schwächer in den vorbörslichen Handel.

Produktion nach unten korrigiert

weizenproduktion

Insgesamt hat die zweite Schätzung des USDA zur neuen weltweiten Weizenernte ausgesprochen bullisch auf die Märkte gewirkt. Wie schon im Vorfeld erwartet, wurde die globale Produktion weiter nach unten korrigiert.

Der Verbrauch wurde auch nach unten angepasst, befindet sich jedoch weiterhin auf Rekordniveau. Auch den Export setzte das USDA leicht nach unten. Dieser bleibt ebenfalls auf einem Allzeithoch.

Die riesigen globalen Weizenbestände schrumpfen etwas weniger stark als im Vormonat erwartet. Sie befinden sich auf dem bislang zweithöchsten Stand.

Auf 745 Mio. t schätzt das USDA in seiner zweiten Prognosen die globale Weizenernte und damit 3 Mio. t kleiner als im Vormonat. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem vorigen Jahr wäre dies ein  Rückgang der Produktion um 13 Mio. t.

Die bislang zweitgrößte Ernte aus dem Jahr 2016 würde um 7 Mio. t verfehlt. Alle anderen bisherigen Weizenernten würden übertroffen.

Verbrauch etwas kleiner, Bestände etwas größer

Weizenbestände

Trotz der rückläufigen Produktion wächst der globale Weizenverbrauch um etwa 8 Mio. t auf ein neues Allzeithoch. Im Vormonat hatte man allerdings noch einen etwas stärkeren Verbrauchszuwachs erwartet.

Dennoch werden die rekordhohen Weizenbestände um 6 Mio. t auf 266 Mio. t abgebaut. Im Vormonat hatte man noch mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Grund ist ein Bestandszuwachs in Indien. Im Ergebnis wären dies die bislang zweithöchsten globalen Weizenbestände.

Die Bestandsentwicklung ist durch zwei unterschiedliche Trends gekennzeichnet:

  • Zum einen wachsen die Bestände Chinas sehr kräftig auf neue Höchststände.
  • Gleichzeitig schrumpfen die Endbestände bei den großen Exporteuren in Russland, in den USA und in der Europäischen Union.

Im Vorfeld des USD-Reports hatten die US-Analysten einen etwas stärkeren Rückgang der globalen Bestände auf 264 Mio. t erwartet.

US-Ernte ist etwas größer

Hartweizenernte in den USA

Die neue US-Ernte hat das USDA mit 49,9 Mio. t geringfügig größer eingeschätzt als bei der vorigen Prognose und auch größer als Analysten mit 49,5 Mio. t erwartet hatten. Grund ist offenbar die jetzt vom USDA etwas nach oben korrigierte Ernte beim Winterweizen auf  32,6 Mio. t. Die Analysten hatten die Produktion zuvor nur auf 32,3 Mio. t geschätzt.

Mit der aktuellen USDA-Prognose würde das schwache Vorjahresergebnis beim Winterweizen noch um 1,9 Mio. t verfehlt. Insgesamt geht das USDA davon aus, dass die US-Weizenernte etwa 2,4 Mio. t größer ausfällt als im Jahr zuvor. Grund ist die sehr hoch erwartete Ernte beim Sommerweizen.

Die US-Exporte sollen in der nächsten Saison bei 26,0 Mio. t liegen. Das wären 1,0 Mio. t mehr als im vorigen Monat  erwartet und 2,5 Mio. t mehr als im vorigen Jahr.

Die US-Weizen-Bestände sollen im Jahresvergleich um 3,7 Mio. t auf knapp 26 Mio. t schrumpfen und damit (wegen der höheren Exporte) noch etwas stärker als zuvor erwartet.

Europäische Ernte nach unten korrigiert

Für Europäische Union hat das USDA die neue Weizenernte (Hart- und Weichweizen) im Juni auf rund 149,4 Mio. t geschätzt und damit rund 1,0 Mio. t kleiner als bei der  vorigen Prognose. Grund für die Korrektur sind die vom USDA im Juni nach unten korrigierten Ernteerwartungen für Deutschland und für Polen.

Die europäische Weizenernte aus dem vorigen Jahr von 151,6 Mio. t wird nun um 2,2 Mio. t verfehlt. Die Europäische Kommission hatte die europäische Gesamtweizenernte zuletzt auf 149,1 Mio. t geschätzt und sogar etwas kleiner als das USDA.

Die europäischen Exporte erwartet das USDA im neuen Wirtschaftsjahr wie im Vormonat bei 29,0 Mio. t. Das wären immerhin 5,0 Mio. t mehr als in der zu Ende gehenden Saison mit nur 24 Mio. t. Die Europäische Kommission hat die Weizenexporte für alte Saison allerdings nur auf 22 Mio. t veranschlagt und für das neue Wirtschaftsjahr auf 28 Mio. t.

Russland mit deutlich kleiner Ernte

Getreideernte in Russland

Die neue russische Weizenernte hat das USDA überraschend deutlich nach unten korrigiert. Ursache ist jedoch nicht die extreme Trockenheit in Südrussland, sondern die witterungsbedingt wohl sehr weit unter den bisherigen Erwartungen bleibende Aussaatfläche bei Sommerweizen im Osten des Landes.

Das USDA geht nur noch von einer Gesamternte von 68,5 Mio. t aus. Das sind immerhin 3,5 Mio. t weniger als im Vormonat erwartet wurden. Die Rekordernte des vorigen Jahres würde sogar um 16,5 Mio. t verfehlt. Die Weizenfläche ist mit den derzeit geschätzten 25 Mio. ha rund 2,3 Mio. ha kleiner als im vorigen Jahr.

Die russischen Exporte wurden vom USDA auf 35,0 Mio. t geschätzt und damit 1,5 Mio. t kleiner als im Vormonat. Die Rekordmarke des zu Ende gehenden Wirtschaftsjahres von 40,5 Mio. t würde um 5,5 Mio. t verfehlt. Trotz des Rückgangs bleiben die Russen im neuen Wirtschaftsjahr der mit Abstand größte globale Weizenexporteur.

Die russischen Weizenbestände schrumpfen sehr kräftig von knapp 11 Mio. t auf 5 Mio. t.

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