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Börsentelegramm

Weizen mit einem Rücksetzer

Drei Mähdrescher bei der der Weizenernte
am Freitag, 27.07.2018 - 09:46 (Jetzt kommentieren)

Die Weizenrallye lief gestern zunächst weiter. Gegen Abend drehte der Markt aber. Auf beiden Seiten des Atlantiks unterbrachen Gewinnmitnahmen den Anstieg. Heute Morgen signalisieren die Kurse im elektronischen Handel in Chicago jedoch wieder einen durchweg freundlichen Start in den Tag.

Keine fundamentalen Gründe für eine Rücksetzer

Bis kurz vor Handelsende schien die Welt noch in Ordnung. Der Septemberkontrakt an der Pariser Terminbörse Matif war bis auf 204,75 Euro/t Weizen hoch gelaufen, fiel dann aber mit den einsetzenden Gewinnmitnahmen bei insgesamt sehr hohen Umsätzen bis zu seinem Settelmentkurs von 198,75 Euro/t zurück. Das bedeutet auf Basis Schlusskurs ein Minus von 1,75 Euro oder 0,9 %. Der umsatzstärkste Dezemberkontrakt machte die gleichen Verluste, konnte sich aber noch über der 200er-Marke halten.

In den USA lief es ähnlich. Am Ende des Tages stand für den Frontmonat September ein Minus von 1,2 % auf 5,3650 USD/bu an der Anzeigetafel. Im Tagesverlauf war der Kurs bis auf 5,5375 USD/bu hoch gelaufen, was die Mehrzahl der Händler offenbar als übertrieben ansah.

Direkte Gründe für den Rücksetzer gab es sonst nicht. Die Meldungen bestätigten eher die Börsenbullen. Der Internationale Getreiderat IGC stufte seine Einschätzung der globalen Weizenernte um deutliche 16 Mio. t auf 721 Mio. t herab und die zuletzt niedriger geschätzten Sommerweizenerträge in den USA scheinen sich im Laufe der Erntebereisung zu bestätigen.

Mais zeigt sich uneinheitlich

Der Mais hatte an der Matif gestern zunächst ebenfalls ordentlich Gewinn gemacht, den er bis zum Handelsende aber auch wieder abgeben musste. Bei ertönen der Schlussglocke hatte nur noch der Frontmonat ein kleines Plus von 0,7 % auf 182,25 Euro/t zu verzeichnen. Der Novemberkontrakt wie auch die Folgemonate beendeten den Tag mit einem kleinen Minus.

In den USA konnte der Mais seine Gewinne hingegen verteidigen. Ordentliche Exportanmeldungen in der letzten Woche und eine insgesamt zu trockene Witterung im Maisgürtel unterstützten die Entwicklung. Der Septemberkontrakt settelte mit einem Gewinn von 0,6 % bei 3,6150 USD/bu.

Sojabohne bleibt gefangen

Die Sojabohne konnte ihre kräftigen Gewinne aus dem elektronischen Handel am Morgen nicht über den Tag retten. Die Einigung zwischen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump vom Vortag war doch wohl etwas zu vorläufig und zu wenig konkret.

Am Ende des Tages blieb der Septemberbohne auch wegen aktuell guter Exportanmeldungen für die vergangene Woche ein minimales Plus von 0,1 % auf 8,6125 USD/bu.

Das Sojaschrot bewegte sich mit einem Gewinn von 0,8 % weiter im Erholungsmodus, während das Sojaöl mit einem Minus von 0,9 % wieder in den Rückwärtsgang schaltete.

Raps legt weiter zu

Der Raps konnte seine Spitzengewinne von bis zu 5 Euro beim Novemberkontrakt zwar nicht halten, settelte am Abend aber noch mit einem ansehnlichen Plus von 0,7 % auf 373 Euro/t. Er steht damit kurz vor seinem jüngsten Hoch vom 7. November 2017 bei 374,50 Euro/t. Auch hier war der Handel mit einem Umsatz von 10.500 Kontrakten sehr lebhaft.

Der Canola-Novemberkontrakt in Winnipeg legt um 0,7 % auf 492,80 CAD/t zu. In Kanada liegen die Einschätzungen zur neuen Canolaernte trotz teilweise ungünstiger Witterung während der Vegetation im Bereich der langjährigen Durchschnittswerte.

Palmöl in Malaysia konnte gestern Dank eines festeren Rohölmarktes und etwas aufgebesserten Exportaussichten mit Gewinnen von teilweise über 2 % zur Abwechslung deutlich zulegen.

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