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USDA-Report

Weizen: Russlands Ernte schickt Preise auf Talfahrt

Ähren und Preiskurve
am Mittwoch, 12.09.2018 - 19:44 (Jetzt kommentieren)

Mit einem kräftigen Preisrutsch beim Weizen reagierte die Terminmärkte in Chicago und Europa auf die Daten aus dem neuem USDA-Report.

Hauptursache für den Preisrückgang war die überraschend nach oben korrigierte Weizenernte in Russland. Auch für Indien hat das USDA die Ernte kräftig angehoben.

Eine kleinere Ernte als im Vormonat erwartete das USDA hingegen in Australien.

Wegen der größeren russischen Weizenernte sind die Weizenpreise am US-Terminmarkt in Chicago nach Veröffentlichung der Daten um 3,4 % gefallen.

Am europäischen Terminmarkt notierten die vorderen Weizenpreise zum Handelsschluss 1,75 Euro niedriger bei 199,50 Euro/t.

Globale Ernte nach oben korrigiert

Damit hat die September-Schätzung des USDA zur weltweiten Weizenernte bärisch auf die Märkte gewirkt. Anders als im Vorfeld von Analysten erwartet, hat das USDA die globale Produktion nämlich recht deutlich nach oben korrigiert.

Auf 733 Mio. t schätzt das USDA in seiner aktuellen Prognose die globale Weizenernte und damit gut 3 Mio. t größer als im Vormonat.

Im Vergleich zur Rekordernte aus dem vorigen Jahr wäre dies dennoch ein Rückgang der Produktion um 25 Mio. t. Die bislang zweitgrößte Ernte aus dem Jahr 2016 würde ebenfalls um 19 Mio. t verfehlt.

Alle anderen bisherigen Weizenernten würden jedoch übertroffen.

Verbrauch steigt auf Rekordniveau

Trotz der kleineren Ernte nimmt der globale Weizenverbrauch gegenüber Vorjahr um etwa 5 Mio. t auf ein neues Allzeithoch zu.

Damit werden die rekordhohen Weizenbestände des Vorjahres um knapp 13 Mio. t auf 261 Mio. t abgebaut. Im Ergebnis wären dies jedoch immer noch die bislang zweithöchsten globalen Weizenbestände.

Im Vorfeld des USD-Reports hatten die US-Analysten einen deutlich stärkeren Rückgang der globalen Weizen-Bestände auf nur noch 257 Mio. t erwartet. Der geringere Rückgang drückte ebenfalls auf die Weizenpreise.

Allerdings ist die derzeitige Bestandsentwicklung durch zwei gegensätzliche Trends gekennzeichnet. Zum einen wachsen die Bestände in China auf neue Höchststände.

Gleichzeitig schrumpfen die Endbestände bei den großen Exporteuren wie Russland, den USA und der Europäischen Union deutlich.

Russlands Ernte ist größer

Die russische Weizenernte hat das USDA überraschend nach oben korrigiert. Das USDA geht im September von einer Gesamternte von 71 Mio. t aus. Das sind 3 Mio. t mehr als im Vormonat erwartet wurden. Damit wird die Einführung von Exportsteuern durch die russiche Regierung immer unwahrscheinlicher. 

Die Rekordernte des vorigen Jahres würde jetzt um 14 Mio. t bzw. 16,5 % verfehlt. Die russische Weizenfläche ist mit derzeit geschätzten 26,0 Mio. ha immerhin 1,3 Mio. ha kleiner als im vorigen Jahr. Im Vergleich zum Vormonat ist die Erntefläche immerhin 0,5 Mio. ha größer. Auch die Erträge fallen etwas höher aus als vor vier Wochen erwartet.

Die russischen Exporte wurden vom USDA auf 35 Mio. t veranschlagt und damit eben so hoch wie im Vormonat. Die Rekordmarke des zurückliegenden Wirtschaftsjahres von 41 Mio. t würde jedoch um 6 Mio. t verfehlt.

Damit bleiben die Russen auch im aktuellen Wirtschaftsjahr der mit Abstand größte globale Weizenexporteur.

Die russischen Weizenbestände schrumpfen jedoch kräftig von 11 Mio. t auf knapp 7 Mio. t. Im Vormonat hatte man noch mit einem stärkeren Abbau auf 5 Mio. t gerechnet.

Europäische Ernte nicht mehr verändert

Für Europäische Union hat das USDA die neue Weizenernte (Hart- und Weichweizen) im September auf rund 137,5 Mio. t geschätzt und damit eben so groß wie bei der vorigen Prognose.

Die europäische Weizenernte aus dem vorigen Jahr von 151,7 Mio. t wird  um 14,2 Mio. t verfehlt. Die Europäische Kommission hatte die europäische Gesamtweizenernte zuletzt auf 137,6 Mio. t geschätzt und damit ähnlich groß wie das USDA.

Die europäischen Exporte erwartet das USDA im neuen Wirtschaftsjahr eben so groß wie im Vormonat bei 23,0 Mio. t. Das wäre eben so viel wie in der zurückliegenden Saison mit 23,2 Mio. t.

Die Europäische Kommission hat die Weizenexporte für zurückliegende Saison nur auf 22,3 Mio. t veranschlagt und für das neue Wirtschaftsjahr nur auf 21 Mio. t un damit 2 Mio, t kleiner als das USDA.

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