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Getreideexport

Weizen: Russlands Export läuft auf Hochtouren

am Freitag, 21.09.2018 - 15:15 (Jetzt kommentieren)

Russlands Getreideexporte laufen weiterhin wie geschmiert. Weizen wurde in den ersten drei Monaten des aktuellen Wirtschaftsjahres so viel exportiert wie noch nie.

Neben dem schwachen Rubel haben auch Befürchtungen über mögliche staatliche Exportbeschränkungen die Ausfuhr angekurbelt. Außerdem fällt die russische Weizenernte größer aus als zunächst erwartet.

Damit steht auch mehr Weizen für den Export zur Verfügung. Ausfuhrbeschränkungen dürften dennoch nicht ganz vom Tisch sein, falls die Weizenexporte in dem bisherigen Tempo weitergehen.

Die russischen Exportpreise für Weizen sind in dieser Woche am Schwarzen Meer 20 USD/t niedriger als die Weizenpreise am wichtigsten französischen Exporthafen. Russische Futtergerste wird immerhin 5 USD/t günstiger angeboten als europäische Ware.

Rekordhohe Weizenexporte bis September

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Das russische Landwirtschaftsministerium meldete bis zum 13. September Weizenausfuhren von rund 10,2 Mio. t. Gegenüber dem  rekordhohen Vorjahr ist dies ein sehr kräftiger Zuwachs von 48 Prozent.

Dazu kommen Gerstenexporte von 1,4 Mio. t und Maisausfuhren von 369.000 t. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums bewegen sich die Gerstenexporte jedoch knapp 10 Prozent unter dem Vorjahr und Maisaufuhren sind sogar ein Drittel geringer.

Insgesamt wurden bis Mitte September 12,1 Mio. t Getreide exportiert. Das ist etwa ein Drittel mehr als im vorigen Jahr.

Staatlicherseits sind trotz der hohen Exporte bislang keine Exportrestriktionen geplant bzw. angekündigt. Das hat auch mit der über den ursprünglichen Erwartungen liegenden Weizenernte zu tun und mit der ausreichenden Versorgung des russischen Binnenmarktes.

Keine Notwenigkeit für Exportbeschränkungen

Weizenexporte Russland

Das Landwirtschaftsministerium schätzte die russische Getreideernte in dieser Woche auf 105 Mio. t. Im vorigen Jahr hatte man eine Rekordernte von 134 Mio. t eingebracht.

Den Inlandsbedarf veranschlagt Mikhail Kyiko von der staatlichen russischen „United Grain Company“ auf etwa 75 Mio. t. Damit bleibt seiner Meinung nach genug Getreide für den Export. Vor diesem Hintergrund geht Kyiko davon aus, „dass es keine Notwendigkeit gebe, Ausfuhrsteuern oder andere Beschränkungen für den Versand von russischem Getreide einzuführen.

Seine Exporterwartungen hat das Landwirtschaftsministerium mit 35 bis 37 Mio. t angegeben. Davon sollen etwa 30 Mio. t auf Weizen entfallen. Im vorigen Jahr haben die Russen insgesamt 52,5 Mio. t Getreide exportiert, davon waren 41,4 Mio. t Weizen.

Ausreichend Weizen für den Export

Weizenernte Russland

Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hatte die aktuelle russische Weizenernte von 68 Mio. t auf 71 Mio. t nach oben korrigiert. Hintergrund war die rund 0,5 Mio. ha über den bisherigen Schätzungen liegende Anbaufläche von 26 Mio. ha sowie die etwas höheren Erträge beim Winterweizen.

Die möglichen Weizenexporte veranschlagt das USDA auf 35 Mio. t und damit etwa 5 Mio. t größer als die Russen selbst. Im vorigen Jahr hatte man 41,4 Mio. t exportiert. Den russischen Inlandsbedarf bei Weizen schätzen die US-Experten auf 40,5 Mio. t. Gleichzeitig geht man davon aus, dass die Bestände von knapp 11 Mio. t auf knapp 7 Mio. t abschmelzen und damit nicht so kräftig wie zuvor erwartet.

Die russischen Gerstenexporte erwartet das USDA etwa bei 5,3 Mio. t. Das wäre nicht viel weniger als im vorigen Jahr, als die Russen 5,8 Mio. t exportierten. Die russische Gerstenernte hat man im September von 17,0 Mio. t auf 17,5 Mio. t nach oben gesetzt.

Russischer Weizen ist am billigsten

Exportpreise Russland

Die Exportpreise für russischen Weizen lagen am Ende dieser Woche fob-Schwarzmeerhafen bei 219 USD/t. Gleichzeitig wurde Brotweizen am französischen Exporthafen Rouen für 239 USD/t angeboten und damit 20 USD/t teurer.

Am US-Golf kostete der Weizen der Sorte Soft Red Winter zum gleichen Termin 220 USD/t und damit ähnlich viel wie die russische Ware. Allerdings sind die Frachtkosten der Amerikaner nach Nordafrika und in den Mittleren Osten erheblich höher.

Futtergerste wurde am Ende dieser Woche fob-Schwarzmeerhafen für 234 USD/t offeriert. Am französischen Exporthafen Rouen wurde die Ware für 239 USD/t verladen und damit 5 USD teurer.

Körnermais wurde am Schwarzen Meer für 168 USD/t verladen. Am wichtigsten französischen Handelsplatz in Bordeaux kostete der Mais zum gleichen Zeitpunkt 207 USD und damit 39 USD mehr. Fob-US-Golf lagen die Maispreise diese Woche nur bei 152 USD/t.

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