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IGC-Prognose

Weizendefizit wird immer größer

weizenernte
am Donnerstag, 26.07.2018 - 17:51 (Jetzt kommentieren)

Die Versorgungslücken bei Weizen werden weltweit größer. Grund sind die schlechten Ernten in der EU und in Russland, meint der Internationale Getreiderat IGC.

Die weltweite Versorgungslage mit Weizen wird immer enger. Das geht aus der aktuellen Juliprognose des Internationalen Getreiderates (IGC) hervor. Er sieht die Ernte nur noch bei 721 Mio. t Weizen, ein Minus von 16 Mio. t gegenüber der Prognose im Juni. Im Vergleich zur Ernte 2017 sind es sogar 37 Mio. t weniger. 

Als Grund führen die Londoner Experten niedrigere Weizenernten in der EU und in Russland an.

Da die Weizenpreise steigen, wird auch die Nachfrage laut IGC mit 739 Mio. t leicht geringer ausfallen als noch vor vier Wochen erwartet. Trotzdem dürften die Überschussbestände weltweit kräftig um 18 Mio. t auf 247 Mio. t zurückgehen.

Von dem Rückgang sind auch die wichtigen Exporteure wie EU, Russland, USA und Australien betroffen. Gegenüber der Juniprognose werden sie mit 63 Mio. t rund 7 Mio. t weniger Weizen für die Ausfuhr zur Verfügung haben. 

Trotz der Sorgen um die knappe Weizenbilanz gingen gestern die Kurse an der Pariser Börse Matif deutlich zurück. Die Akteure haben nach dem zuvor strammen Preisanstieg offenbar Gewinne mitgenommen. Der Schlusskurs für den Liefertermin Dezember 2018 lag nur noch bei 200,75 Euro/t, nachdem die Notierungen im Tagesverlauf auf über 205 Euro/t gestiegen waren.

Enge Maisbilanz

Wenige Veränderungen haben die IGC-Experten an den Versorgungsbilanzen für Mais und Sojabohnen vorgenommen.

Die globale Maisernte soll sich, wie im Juni schon vorhergesagt, weiterhin auf 1.052 Mio. t belaufen. Gegenüber 2017/18 wäre es aber ein leichtes Ernteplus von 8 Mio. t. Allerdings wird der weltweite Verbrauch auf 1.098 Mio. t geschätzt. Das ist deutlich mehr als noch 2017, als 1.079 Mio. t benötigt wurden. Daher werden die Lagerbestände um 46 Mio. t auf 249 Mio. t schrumpfen. Damit fällt die Weizenbilanz nochmals enger aus als vor vier Wochen.   

Betroffen von dem Rückgang der Bestände sind auch die wichtigen Exportländer. Die Londoner Experten gehen für Argentinien, Brasilien, Ukraine und USA von nur noch 50 Mio. t Mais aus, die im Lager liegen. Das wären 16 Mio. t weniger als 2017.   

Höhere Sojabohnenernte als im Vorjahr

Nach Einschätzung des IGC bleibt es im Wirtschaftsjahr 2018/19 bei einer weltweiten Sojabohnenernte von 359 Mio. t. Die Ernte reicht gerade so aus, um den höheren Bedarf von 356 Mio. t zu decken. Die Lagerbestände könnten leicht um 4 Mio. t auf 44 Mio. t klettern.

Allerdings ist die Prognose mit großen Unsicherheiten behaftet. Denn die Sojaernten in den USA und Südamerika stehen noch aus. Zumindest in den USA sind die Witterungsbedingungen bisher sehr gut, heißt es. Dort könnten die Ernteerwartungen von 117,3 Mio. t möglicherweise eintreffen.

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