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USDA-Report Dezember 2021

Weizenpreise brechen nach USDA-Report ein – die Gründe

Aussaat.
am Freitag, 10.12.2021 - 10:20 (Jetzt kommentieren)

Die Weizenpreise in den USA brachen am Donnerstagabend nach Veröffentlichung der USDA-Daten ein. Das zog auch die europäischen Weizenpreise mit nach unten, nachdem das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) beim Weizen eine über den Erwartungen liegende globale Produktion und höhere Bestände prognostiziert hatte.

weizenpreise.

Die Mais- und Sojabohnenpreise gaben zunächst ebenfalls nach, erholten sich dann im laufenden Handel jedoch rasch wieder, da die Daten nach Angaben von Händlern und Analysten für die beiden Rohstoffe weitgehend neutral waren.

Das USDA hob indessen seine Einschätzung der weltweiten Endbestände von Weizen stärker als erwartet an, da die Erntemengen für Australien, Kanada und Russland, größer als im Vormonat ausfielen.

Die Befürchtungen über regengeschädigten australischen Weizen und russische Exportbeschränkungen hatten zuletzt einen kräftigen Anstieg der Weizenpreise auf neue Höchststände verursacht. Aus der Welt sind diese Befürchtungen aber noch lange nicht.

Am Donnerstagabend notierte der vordere Weizenkontrakt (März 2022) in Chicago mit einem Abschlag von 18 Cent bei 777 Cent je Buschel. Der im Norden der USA und in Kanada angebaute proteinreiche Sommerweizen gab um 13 Cent nach - und fiel auf 1.022 Cent je Buschel.

Der vordere Mais (März 2022) notierte zum Handelschluss an der CBOT hingegen 4 Cent im Plus bei 592 Cent je Buschel. Die Sojabohnen stiegen um 3 Cent auf 1.264 Cent. Die Canolapreise in Kanada gaben um 3 CAD nach - auf 1.008 CAD je Tonne.

Die Vorgaben aus Übersee hatten natürlich Auswirkungen auf die europäischen Getreidepreise – obwohl der Handel hier etwas früher endete. An der MATIF in Paris gab der vordere Weizenkontrakt für den Märztermin um knapp 5 Euro nach - auf jetzt 282,50 Euro je Tonne. Beim Maiskontrakt legten die Preise hingegen um 2 Euro zu - auf 246 Euro je Tonne.

Die Rapspreise sind für den vorderen Termin gestiegen und haben für die hinteren Termine recht deutlich nachgegeben. Sie notierten für den Frontmonat Februar jedoch 2 Euro im Plus bei 709 Euro je Tonne.

Mehr Weizen in Australien, Russland und Kanada

weizenproduktion.

Der globale Weizenausblick des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) für 2021/22 von Dezember beinhaltet eine ganze Reihe von Korrekturen: Eine größere Produktion, mehr Konsum, mehr Handel und höhere Endbestände.

Die Produktion wurde um 2,6 Millionen Tonnen auf 778 Millionen Tonnen nach oben korrigiert, hauptsächlich aufgrund von Korrekturen der Erntemengen für Australien, Russland und Kanada. Australiens Produktion wurde um 2,5 Millionen Tonnen auf den Rekordwert von 34,0 Millionen angehoben, basierend auf den neuesten australischen  Daten des Büro of Agricultural and Resource Economics and Sciences (ABARES).

Russlands Produktion wurde um 1,0 Millionen Tonnen auf 75,5 Millionen Tonnen erhöht, aufgrund der größeren Ernte bei Winterweizen auf Basis der aktualisierten Daten des russischen Landwirtschaftsministeriums. Kanadas Produktion wurde ebenfalls um 0,7 Millionen Tonnen auf 21,7 Millionen Tonnen erhöht. Grundlage ist die letzte Prognose von Statistics Canada.

Trotz der Erhöhungen für Russland und Kanada, bleiben die jeweiligen Produktionsniveaus der beiden Top-Exporteure jedoch sehr weit unter dem Vorjahr.

Reichlich Futterweizen, aber noch mehr Exporte

Den prognostizierten globale Verbrauch von Weizen hat das USDA ebenfalls um 1,9 Millionen Tonnen auf 789,4 Millionen Tonnen angehoben. Dahinter steht ein höhere Verbrauch an Futterweizen und etwas weniger Weizen für die Nahrungsmittel, Saatgut und industrielle Verwendung.

Das Gros der Futtermittelzuwächse erfolgen in Australien und Russland aufgrund der größeren Produktion und auch für die EU, da auch hier mehr Weizen im Futter landen wird, infolge längerer Regenfälle, die die Getreidequalität der Ernte beeinträchtigt haben. Der prognostizierte Welthandel 2021/22 wurde vom USDA um 2,3 Millionen Tonnen auf einen Rekordwert von 205,5 Millionen angehoben.

Hintergrund sind höhere Exporte Australiens, der EU, Indiens und der Ukraine. Die größte Importänderung betrifft den Iran, mit einem Einfuhrplus von 1,5 Millionen Tonnen auf 7,0 Millionen Tonnen: Ursache ist eine noch kleinere Ernte. Dies wären die größten iranischen Weizenimporte aller Zeiten, die den bisherigen Rekordwert von 6,8 Millionen Tonnen aus dem Jahr 2008/09 übersteigen.

Die prognostizierten weltweiten Endbestände 2021/22 wurden vom USDA um 2,4 Millionen Tonnen auf 278,2 Millionen erhöht. Die größten Zuwächse erfolgten her ebenfalls in Australien und Kanada sowie in den Vereinigten Staaten. Trotz der nach oben korrigierten Endbestände, liegen diese immer noch auf einem 5-Jahres-Tief.

Rekordhohe Maisernte in der Ukraine – gute Ernte in der EU

Maisproduktion.

Die globale Produktion von Grobgetreide - also Mais, Gerste, Sorghum usw. - wurde zum Vormonat um 3 Millionen Tonnen auf 1.502 angehoben. Neben einer etwas höheren Produktion erwartet das USDA mehr Handel und größere Endbestände als im Vormonat.

Die globale Maisproduktion wurde um 4 Millionen Tonnen höher prognostiziert. Nach oben korrigierte Erntemengen in der EU und der Ukraine haben einen moderaten Rückgang in China mehr als ausgeglichen. Die EU-Maisproduktion wurde erhöht, weil die Ernten in Frankreich, Rumänien und Polen größer als erwartet ausfielen. Die Maisproduktion in der Ukraine ist 2 MillionenTonnen größer und liegt bei rekordhohen 40 Millionen Tonnen - basierend auf den bisherigen Ernteergebnissen.

Die Maisproduktion in China wurde aufgrund der neuesten Daten vom National Bureau of Statistics leicht nach unten korrigiert.

Die globale Gerstenproduktion wurde für Australien angehoben, aber für die EU und den Iran gesenkt. Für Australien wurde außerdem auch die Sorghum-Produktion erhöht.

Die Maisexporte werden für die Ukraine und die EU nach oben korrigiert. Die Importe für den Iran und Ägypten wurden nach oben korrigiert, für Saudi-Arabien und das Vereinigte Königreich aber gesenkt.

Die globalen Maisendbestände wurden angehoben, hauptsächlich aufgrund von Erhöhungen für die Ukraine, die EU, Mexiko und den Iran, die nur teilweise ausgeglichen werden durch stärker schrumpfende Bestände in China.

Weniger Sojabohnen in China und mehr Raps in Australien

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Die globalen Angebots- und Nachfrageprognosen für Sojabohnen 2021/22 beinhaltet eine kleinere globale Produktion und niedrigere Endbestände im Vergleich zum Vormonat.

Die weltweite Sojaproduktion hat das USDA im Dezember auf 382 Millionen Tonnen geschätzt, das sind 2,2 Millionen weniger als im Vormonat, hauptsächlich aufgrund der geringeren Sojabohnenproduktion in China. Für das Reich der Mitte wurde die Produktion um 2,6 Millionen Tonnen gesenkt - auf nur noch 16,4 Millionen Tonnen.

Die Raps-Produktion wurde für Australien nochmasl nach oben korregiert und für Kanada noch weiter nach unten gesetzt, basierend auf den jüngsten staalichen Erntemeldungen. Der weltweite Sojahandel für 2021/22 wurde auf 172,3 Millionen Tonnen prognostiziert, 0,3 Millionen mehr als im vorigen Monat.

Gemeldet hat das USDA außerdem auch höhere Rapsexporte für Australien und höhere Sojabohnenexporte für Kanada sowie für die Ukraine. Die weltweiten Sojabestände werden voraussichtlich bei 102 Millionen Tonnen liegen und damit 1,5 Millionen kleiner sein als im Vormonat, hauptsächlich aufgrund stärker schrumpfender Sojabohnenbestände in China.

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