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Weizenmarkt

Weizenpreise fast auf Jahreshoch

am Montag, 28.05.2018 - 15:38 (Jetzt kommentieren)

Die Weizenpreise sind am europäischen Terminmarkt auf den höchsten Stand seit knapp einem Jahr geklettert.

Auch am deutschen Kassamarkt haben die Kurse kräftig zugelegt. Zum Beginn der neuen Woche bewegen sich die Terminmarktpreise weiter nach oben.

Hauptgrund für den europäischen Preisanstieg ist die Preisrallye in den USA. Dort rechnen Analysten wegen der Trockenheit in den südlichen Anbaugebieten für Winterweizen und wegen der verzögerten Entwicklung beim Sommerweizen mit weiteren Produktionsausfällen.

Aber auch in Europa und am Schwarzen Meer befürchtet Analysten mittlerweile witterungsbedingte Produktionseinbußen. Die CROP-Monitoring-Agentur der Europäischen Union MARS hat ihre Ertragsprognosen für Weizen in der vorigen Woche zunächst nur leicht nach unten angepasst.

Deutsche Weizenernte nach unten korrigiert

Fungizidbehandlung in Weizen

MARS hat das Ertragspotential bei Weichweizen in der vorigen Woche auf 6,19 t/ha geschätzt. Damit liegen die erwarteten Erträge etwas niedriger als im vorigen Monat, jedoch weiterhin höher als im vorigen Jahr mit 6,11 t/ha.

Bezogen auf die derzeit unterstellte Anbaufläche von 23,3 Mio. ha, würde die aktuelle Ertragsschätzung auf eine Weizenernte von immerhin 144,4 Mio. t hinauslaufen, nach 141,7 Mio. t im vorigen Jahr.

Die Europäische Kommission hatte die Weizenernte in ihrer letzten Prognose von Ende April allerdings nur auf 141,5 Mio. t veranschlagt und damit deutlich kleiner als nach der aktuellen MARS-Prognose.

Für Frankreich lag die Ertragsschätzung von MARS bei 7,53 t/ha. Das ist eine unveränderte Schätzung zum Vormonat und mehr als im vorigen Jahr mit 7,36 t. Bezogen auf eine Anbaufläche von 4,95 Mio. ha, würde dies für Frankreich eine Weizenernte von 37,3 Mio. t bedeuten, nach 36,6 Mio. t im Jahr zuvor.

Für Deutschland hat MARS die erwarteten Weizenerträge von 8,04 t/ha auf nur noch 7,85 t/ha nach unten korrigiert. Die schwachen Erträge aus dem vorigen Jahr von 7,66 t würden jedoch übertroffen.

Bezogen auf die nach unten korrigierte Anbaufläche von nur noch 2,95 Mio. ha, würde die deutsche Weizenernte damit 23,1 Mio. t erreichen, nach 24,5 Mio. t im Jahr zuvor. Auch der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) hat die deutsche Ernte zuletzt auf 23,2 Mio. t beziffert. 

MATIF-Weizen fast auf Jahreshoch

Matif Weizen

Die Weizenpreise sind in der vorigen Woche mit den steigenden US-Kursen auf den höchsten Stand seit Juli 2017 geklettert. Der weiter kräftig nachgebende Euro verbesserte die Wettbewerbsfähigkeit der Europäer an den Exportmärkten und stützte die Kurse zusätzlich.

Der vordere Septembertermin wurde am Freitag mit 182,50 Euro/t gehandelt und damit 1,75 Euro höher als am Vortag. Gleichzeitig waren die Kurse 5,75 Euro höher als vor einer Woche. Vor einem Jahr notierte der Weizen zum gleichen Termin bei 177,50 Euro/t und damit 5,0 Euro niedriger als jetzt.

Der nachfolgende Dezemberkontrakt wurde am Freitag mit 186,0 Euro/t notiert und damit 1,75 Euro höher als am Vortag. Der Märzkontrakt 2019 beendete den Handel am Freitag bei 187,75 Euro/t und damit 0,75 Euro im Plus.

Am heutigen Montag legen die  Weizenpreise im laufenden Handel weiter zu. Der vordere Septembertermin (neue Ernte) wird am Nachmittag mit 183,75 Euro/t bewertet und damit 1,25 Euro höher. Der nachfolgende Dezember notiert bei 186,75 Euro und damit 0,75 Euro im Plus.

Deutsche Kassapreise ebenfalls gestiegen

Weizen Börse

An den deutschen Exporthäfen sind die Weizenpreise in der vorigen Woche ebenfalls gestiegen. Brotweizen mit 12 % Protein wurde am Exporthafen Hamburg am Freitag (25.05.) mit 175 Euro/t notiert. Eine Woche zuvor wurden 3 Euro weniger geboten. Vor einem Jahr wurde der Brotweizen in Hamburg mit 170 Euro gehandelt.

Höhere Weizenpreise hatte es am deutschen Kassamarkt zuletzt im Juli vor einem Jahr gegeben.

Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden in Hamburg am vorigen Freitag 180 Euro/t geboten. Eine Woche zuvor hatte man den A-Weizen mit 177 Euro geführt. Im vorigen Jahr lagen die Kurse bei 172 Euro und damit 8 Euro niedriger.

Die Angebotspreise für E-Weizen mit 14 % Protein lagen am Freitag bei 197 Euro/t. Eine Woche zuvor wurden erst 194 Euro geboten. Ein Jahr Jahr zuvor wurde E-Weizen mit 185 Euro gehandelt und damit 12 Euro niedriger als jetzt.

Die Preisangebote für Futterweizen lagen am vorigen Freitag bei 173 Euro und damit 3 Euro höher als in der Woche zuvor und 3 Euro über den Preisen vom vorigen Jahr. Außerdem waren die Preise für Futterweizen 2 Euro niedriger als für Brotweizen.

Deutsche Weizenexporte haben sich halbiert

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Trotz des fallenden Euros laufen die europäischen Weizenexporte weiterhin schwach. Für die nächste Saison dürfte die schwache europäische Währung die Aussichten jedoch verbessern. Davon gehen die meisten Analysten aus.

Die Europäische Kommission meldete für den Zeitraum vom 1. Juli bis zum 22. Mai Exportverkäufe von Weichweizen in Drittländer von 18,0 Mio. t. Im Jahr zuvor lag die Exportmenge bei 22,5 Mio. t und vor zwei Jahren waren es etwa 27,7 Mio. t. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang der Exporte um 20 %.

Frankreich meldet bis zum 23. Mai Exportverkäufe von 7,0 Mio. t. Die rumänischen Weizenexporte summieren sich bislang auf 3,5 Mio. t. Deutschland exportierte bisher lediglich  2,5 Mio. t Weizen in Drittländer. Das ist halb so viel wie im vorigen Jahr.

Die wichtigsten Absatzmärkte der Europäer sind Algerien mit 21,5 % der Gesamtexporte sowie Saudi-Arabien mit 16,4 % der Ausfuhren. Deutlich dahinter folgen Ägypten mit 7,7 % der Gesamtexporte, Südafrika mit 5,6 %  und Marokko mit 5,3 %.

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