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Weizenmarkt

Weizenpreise haben wenig Spielraum

Taschenrechner vor Weizenlager
am Montag, 23.04.2018 - 15:30

In der vorigen Woche sind die Weizenpreise am Terminmarkt zurückgegangen. Am deutschen Kassamarkt konnten sich die Kurse hingegen halten, während die Notierungen in Frankreich ebenfalls nach unten gingen.

Zum Beginn der neuen Woche können sich die Notierungen zunächst stabilisieren. Hauptgrund für die schwächeren Kurse ist der aktuelle Preisrückgang in den USA. Dort drückten die auf ein Jahrestief gefallenen Exportverkäufe auf die Preise.

Außerdem sorgen bessere Wetteraussichten beim Sommerweizen (Aussaat) und beim Winterweizen (Regen) für eine Reduzierung der Risikoprämien durch die großen Anleger.

In Europa sind die Prognosen für die neue Weizenernte weiterhin relativ hoch. Die Exporte für die laufende Saison und auch die Erwartungen für das neue Wirtschaftsjahr sind hingegen schwach.

Die Folge sind anhaltend hohe Bestände. Entsprechend bleibt das Potential der Weizenpreise für den Rest des aktuellen Wirtschaftsjahres und wohl auch für die neue Saison begrenzt.

Hohe Ernteprognosen in Europa

Weizenproduktion

Die europäische Crop-Monitoring Agentur MARS hat das Ertragspotential bei Weichweizen in der vorigen Woche auf 6,23 t/ha geschätzt. Damit liegen die erwarteten Erträge etwas höher als im vorigen Monat und auch höher als im vorigen Jahr mit 6,12 t/ha.

Bezogen auf derzeit unterstellte Anbaufläche von 23,0 Mio. ha, würde die aktuelle Ertragsschätzung auf eine Weizenernte von 143,3 Mio. t hinauslaufen, nach 141,6 Mio. t im vorigen Jahr.

Die Kommission selbst hatte ihre Ernteprognose Ende März auf 141,0 Mio. t korrigiert. Die Analysten von Strategie Grains haben eine Weizenernte von 141,1 Mio. t prognostiziert.

Für Frankreich lag die Ertragsschätzung von MARS bei 7,53 t/ha, nach lediglich 7,36 t im vorigen Jahr. Bezogen auf eine Anbaufläche von 4,98 Mio. ha bedeutet dies eine Weizenernte von 37,5 Mio. t, nach lediglich 36,6 Mio. t im vorigen Jahr.

Für Deutschland erwartet MARS derzeit sehr hohe Erträge von 8,04 t/ha, nach 7,66 t im vorigen Jahr. Bezogen auf eine Anbaufläche von 3,13 Mio. ha würde die deutsche Weizenernte eine Größenordnung von 25,2 Mio. t erreichen, nach nur 24,5 Mio. t im Vorjahr.

Damit wäre die deutsche Ernte auch deutlich größer als der DRV zuletzt mit 24,3 Mio. t prognostiziert hat. 

Matif-Weizen verliert weiter

Weizen Matif

Die europäischen Weizenpreise haben im Verlauf der vorigen Woche nachgegeben. Die neue Woche beginnt zunächst mit etwas festeren Preisen.

Ursache für die Preiskorrektur sind die weiter nachgebenden Weizenpreise in den USA. Dort drücken die extrem schwachen Exportdaten und die verbesserten Aussaatbedingungen für Sommerweizen auf die Kurse. Der wieder etwas schwächere Euro müsste die Preise hingegen stützen.

Der vordere Maikontrakt beendete den Handel am Freitag bei 163 Euro/t und damit 1,0 Euro niedriger als am Vortag. Im Vergleich zur Vorwoche haben die Kurse 1,75 Euro verloren. Vor einem Jahr notierte der Weizen zum gleichen Termin 1,0 Euro höher.

Die neue Ernte 2018 (September) wurde am Freitag mit 166,25 Euro gehandelt und damit 1,25 Euro niedriger als am Vortag. Außerdem waren die Preise für neue Ernte 2,75 Euro niedriger als vor einer Woche.

Am heutigen Montag beginnen die  Weizenpreise den Handel leicht fester. Der Frontmonat Mai wird zunächst mit 163,50 Euro gehandelt und damit 0,50 Euro höher. Die neue Ernte notiert bei 166,25 Euro und damit unverändert.

Deutsche Kassapreise halten sich

Wochenpreise Weizen

An den deutschen Exporthäfen haben sich die Weizenpreise (Kassapreise) in der vorigen Woche fast nicht verändert oder sind sogar leicht gestiegen.

Brotweizen mit 12 % Protein wurde am Exporthafen Hamburg am Freitag (20.04) mit 170 Euro/t notiert. Eine Woche zuvor wurden 169 Euro geboten. Vor einem Jahr wurde der Brotweizen ebenfalls mit 170 Euro gehandelt.

Für A-Weizen mit 13 % Protein wurden am Freitag (20.04) 175 Euro/t geboten. Eine Woche zuvor hatte man den A-Weizen mit 174 Euro notiert. Die Angebote für die Anlieferung im Mai lagen bei 176 Euro. Im Jahr zuvor waren Preise 3 Euro niedriger als jetzt.

Die Angebotspreise für E-Weizen mit 14 % Protein lagen am Freitag (20.04) bei 192 Euro/t. Eine Woche zuvor wurden 191 Euro geboten. Vor einem Jahr wurde E-Weizen mit 185 Euro notiert und damit 7 Euro niedriger.

Die Preisangebote für Futterweizen lagen am Freitag (20.04) bei 168 Euro und damit 1 Euro höher als in der Woche zuvor und 1 Euro unter den Preisen vom vorigen Jahr. Außerdem waren die Preise 2 Euro niedriger als die Kurse für Brotweizen.

Weizenpreise in Frankreich schwächer

In Frankreich sind die Weizenpreise in der vorigen Woche zurückgegangen.

Am wichtigsten Handelsplatz Rouen wurden am vorigen Freitag (20.04) für den angelieferten Brotweizen (mit 11 % Protein) 156 Euro geboten. Eine Woche zuvor (13.04) hatte man den Weizen mit 158 Euro notiert und damit 2 Euro höher. Ein Jahr zuvor lagen die Kurse bei 159 Euro und damit 3 Euro über den derzeitigen Kursen.

An der französischen Kanalküste, in Dünkirchen (Dunkerque), wurde Brotweizen am Freitag (20.04) mit 156 Euro je t notiert. Eine Woche zuvor (13.04) hatte man in Dünkirchen 159 Euro geboten und damit 3 Euro mehr.

An den Verladehäfen der Mosel (fob) lagen die Preisangebote am Freitag (20.04) bei 147 Euro. Eine Woche zuvor hatte man den Weizen dort mit 149 Euro gehandelt und damit 2 Euro höher.