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Weizenmarkt

Weizenpreise steigen nach USDA-Report

Taschenrechner vor Weizenlager
am Mittwoch, 12.12.2018 - 17:30 (Jetzt kommentieren)

Mit steigenden Weizenpreisen haben die Terminmärkte in Chicago und Europa am Mittwoch die Daten aus dem USDA-Report verarbeitet.

Weizenpreise

Dabei hat das USDA die globalen Bestände sogar nach oben korrigiert. Dafür ging es jedoch mit dem Export der Europäer und Australiens weiter nach unten.

Nicht jedoch mit Exportprognosen für Russland. Diese setzten die USDA nochmals deutlich nach oben. Damit dürfte auch die Hoffnungen viele Händler und Landwirte auf ein rasches Ende der russischen Ausfuhren begraben werden.

Die Weizenpreise sind in Europa und in den USA trotzdem gestiegen. Am US-Terminmarkt in Chicago kletterten die Weizenpreise am Mittwoch kräftig nach oben und zogen auch den europäischen Weizen mit.

Am europäischen Terminmarkt notierte der neue Frontmonat März am Mittwoch Abend 1,50 Euro höher bei 206 Euro/t. Im Vergleich zur vorigen Woche ist das immerhin  ein Anstieg von 4 Euro auf den höchsten Preis seit Mitte Oktober.

Globale Ernte wie im Vormonat

Endbestände bei weizen

Außer einer weiteren Abwärtskorrektur der Ernte in Australien ändert sich an den Erntedaten diesmal wenig. Auf  knapp 733 Mio. t schätzen die US-Analysten in ihrer Dezember-Prognose die globale Weizenernte und damit eben so groß wie im Vormonat. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem vorigen Jahr wäre dies ein Rückgang der Produktion um 30 Mio. t. Die bislang zweitgrößte Ernte aus dem Jahr 2016 würde um 23 Mio. t verfehlt.

Den globalen Weizenverbrauch lässt das USDA ebenfalls fast unverändert. Gegenüber dem Vorjahr ist die Verbrauchsmenge jedoch 1 Mio. t größer und befindet sich damit weiterhin auf einem Allzeithoch. In der Folge werden die rekordhohen Weizenbestände des Vorjahres um etwa 11 Mio. t auf 268 Mio. t abgebaut. Dennoch sind dies die bislang zweithöchsten globalen Weizenbestände.

Im vorigen Monat hatte man die Endbestände nur auf 267 Mio. t geschätzt. Grund für den Anstieg die sind  größeren Bestände in den USA und in Europa. Vor allem in Europa wachsen die Bestände weil die Exporte schrumpfen.

Russland mit noch mehr Exporten

Exporte Russland

Die russischen Exporte wurden vom USDA auf 36,5 Mio. t angehoben und damit eben 1,5 Mio. t höher als im Vormonat. Die Rekordmarke des zurückliegenden Wirtschaftsjahres von 41 Mio. t würde jedoch immer noch um 4,5 Mio. t verfehlt.

Damit bleiben die Russen im aktuellen Wirtschaftsjahr (deutlich vor den USA) der mit Abstand größte globale Weizenexporteur. Die russischen Weizenbestände schrumpfen im Jahresvergleich jedoch kräftig von 12 Mio. t auf gut 5 Mio. t.

Die Weizenernte Russlands hat das USDA nicht verändert. Das USDA geht im Dezember weiterhin von einer Gesamternte von 70 Mio. t aus. Das ist eben so viel wie im Vormonat. Die Rekordernte des vorigen Jahres würde damit um 15 Mio. t bzw. 16,5 Prozent verfehlt.

Europäer exportieren noch weniger

Die europäischen Exporte erwartet das USDA im neuen Wirtschaftsjahr nochmals 1,0 Mio. t kleiner als im Vormonat bei 22 Mio. t. Das wären außerdem 1,3 Mio. t weniger als in der zurückliegenden Saison mit 23,3 Mio. t.

Die Europäische Kommission hat die Weizenexporte für das aktuelle Wirtschaftsjahr nur auf 21,1 Mio. t geschätzt. Das wären noch 0,9 Mio. t weniger als das USDA erwartet. Die europäischen Bestände schrumpfen nach Einschätzung des USDA nicht ganz so stark wie noch im Vormonat erwartet. Anstelle eines Rückgangs von 14 Mio. t auf  10 Mio. t wird nur  noch mit einem Abbau auf 11,2 Mio. t gerechnet.

Die europäische Weizenernte (Hart- und Weichweizen) hat das USDA im Dezember auf rund 137,6 Mio. t geschätzt. Das ist etwa so viel und wie bei der vorigen Prognose. Die Weizenernte aus dem vorigen Jahr von 151,2 Mio. t wird um 14,5 Mio. t deutlich verfehlt. Die EU-Kommission hatte die europäische Gesamtweizenernte zuletzt auf 138,1 Mio. t geschätzt und damit geringfügig größer als das USDA.

Australiens Produktion noch kleiner

Australien Ernte

Für Australien wird die Produktion wegen der extremen Dürre nochmals auf 17,0 Mio. t reduziert. Damit wurde die vorige Prognose nochmals um 0,5 Mio. t gesenkt. Im Vergleich zum Vorjahr wäre die australische Weizenernte 4,3 Mio. t kleiner.

Die Rekordernte aus dem Jahr 2016/17 von 31,8 Mio. t würde um 14,8 Mio. t bzw. fast 50 Prozent verfehlt. Die möglichen australischen Exporte schrumpfen nach Einschätzung des USDA von 15,5 Mio. t im vorigen Jahr auf nur noch 10,5 Mio. t.

Die US-Weizenernte wurde vom USDA mit 51,3 Mio. t angeben und damit eben so groß wie im Vormonat und knapp 4,0 Mio. t größer als im vorigen  Jahr. Die US-Exporte erwartet das USDA weiterhin bei 29 Mio. t. Das wären 6,0 Mio. t mehr als im vorigen Jahr und 7 Mio. t mehr als die Europäer exportieren.

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