Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Getreidemarkt und Getreidepreise 2021

Weizenpreise überspringen die 280-Euro – ein neuer Rekord

Getreide verladen.
am Montag, 25.10.2021 - 14:04 (Jetzt kommentieren)

In der vorigen Woche sind die Weizenpreise auf 280 Euro je Tonne gestiegen. Auch für Gerste und andere Getreidearten legten die Preise. Hauptgrund ist die anhaltend starke Nachfrage von den internationalen Märkten.

weizenpreise.

Der Dezember-Weizen wurde am europäischen Terminmarkt am vorigen Freitag auf einem neuen Rekordstand von 280 Euro je Tonne gehandelt – rund 4 Euro höher als eine Woche zuvor und rund 40 Euro höher als vor vier Wochen. Der nachfolgende März-Termin 2022 notierte bei 275 Euro – das ist ein Plus von 5 Euro. Die Weizenernte 2022 wurden am Terminmarkt Preise mit 243 Euro notiert. Ein Aufschlag von 3 Euro zur Vorwoche.

Am Großmarkt und Exporthafen Hamburg wurde der Brotweizen am Freitag mit 279 Euro je Tonne gehandelt – das waren 6 Euro mehr als in der Woche zuvor. Für die Anlieferung zum Dezembertermin wurden in Hamburg 284 Euro je Tonne geboten.

Die Preise für Futtergerste lagen in Hamburg am Freitag zwischen bei 252 Euro je Tonne – und damit ebenfalls 5 Euro im Plus. Für Roggen boten die Händler in Hamburg 246 Euro je Tonne - ein Aufschlag von 6 Euro zur Vorwoche.

Am wichtigsten französischen Großmarkt und Exporthafen Rouen wurde Brotweizen am Freitag mit 276 Euro je Tonne notiert – ein Preisanstieg von 3 Euro. Die fob-Preise für den Export lagen in Rouen bei 330 Euro je Tonne. Futtergerste wurde in Rouen für 250 Euro je Tonne angeliefert.

Am heutigen Montag legen die Preise am europäischen Terminmarkt für Weizen zunächst weiter zu. Grund ist der festere vorbörsliche Handel in den USA.

Weizenexport zieht die Preise – Deutschlands Exporte: 1 Mio. Tonnen

Gereide verladen.

Die Europäische Kommission meldet bis zum 19. Oktober europäischen Weizen-Exporte von gut 9,0 Millionen Tonnen. Das sind rund 2,4 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr und weiter ein sehr hohes Ausfuhrtempo. Aus Frankreich wurden nach den offiziellen Daten 718.000 Tonnen in Drittländer verschifft. Hier dürfte des wohl noch umfangreiche Nachmeldungen geben, sagen Händler.

Dagegen wurden aus Deutschland bereits 1,01 Millionen Tonnen in Drittländer verkauft und das Ausfuhrtempo ist weiter sehr hoch. Rumänien exportierte allerdings schon 3,2 Millionen Tonnen auf den Weltmarkt. Hinter Rumänien folgt weiterhin Bulgarien als Exporteur mit 1,45 Millionen Tonnen. Deutschland liegt damit vor Frankreich, Lettland, Litauen und Polen auf Rang drei im europäischen Export-Ranking.

Hauptabnehmer von europäischem Weizen sind bislang Algerien, Ägypten, Südkorea, Nigeria und Südafrika. Alle Exporteure berichten weiterhin, dass die sehr hohen Frachtkosten den Handel massiv belasten. Dennoch haben sich die französischen Weichweizenlieferungen nach China im Oktober weiter beschleunigt. China war im September mit etwa von 185.200 Tonnen das größte Nicht-EU-Ziel für französischen Weichweizen, gefolgt von Algerien mit 184.000 Tonnen.

Laut der Landwirtschaftsbehörde FranceAgriMer werden die französischen Weichweizenexporte außerhalb der EU während der gesamten Saison von Juli bis Juni 2021/22 voraussichtlich um 2 Millionen Tonnen höher ausfallen als in der letzten Saison mit 9,6 Millionen Tonnen. Ständige Regenfälle in den letzten Wochen haben den Weizenanbau in den wichtigsten Produktionsregionen Chinas deutlich verzögert, sagte ein Regierungsbeamter am Mittwoch.

Australiens neue Weizenernte ist schon fast ausverkauft

weizenpreise.

Die starke globale Nachfrage zieht auch in Australien sehr viel Ware an un treibt die Preise nach oben. Die Häfen des Landes seien bis Ende Dezember für die neue Ernte, die ab November beginnt, ausgebucht, sagten ein Getreidehändler gegenüber Reuters. Sogar der Januar ist so gut wie ausgebucht sagt.

Käufer schauen jetzt bereits auf die Lieferungen im Februar und März. Australischer Premium-Weißweizen wurde zuletzt mit rund 370 bis 375 US-Dollar pro Tonne (C&F), für den Versand im Februar notiert, gegenüber früheren Geschäften mit rund 360 US-Dollar pro Tonne.

Weizen aus der Schwarzmeerregion sei aufgrund steigender Frachtkosten mit 385 US-Dollar pro Tonne bereits teurer geworden als das australische Getreide, berichten Analysten.

Das australische Landwirtschaftsamt ABARES hat die erwartete Weizenernte im vorigen Monat auf 32,6 Millionen Tonnen angehoben. Die Exporte könnten nach ABARES voraussichtlich bei rund 23 Millionen Tonnen liegen. Das sind 37 Prozent mehr als im 10-Jahres-Durchschnitt. Die weltweiten Weizenpreise kletterten zuletzt auf den höchsten Stand seit 2013, da das globale Angebot aufgrund des widrigen Wetters in Russland und Westeuropa und der Produktionsausfälle in den USA und Kanada deutlich kleiner ausfällt.

Die Weizen-Futures am Chicago Board of Trade (CBOT) wurden am Freitag bei 747 Cent je Buschel gehandelt, nicht weit vom Achtjahreshoch von 774 Cent pro Buschel entfernt, das im August erreicht wurde.

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Dezember 2021
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
agrarheute Magazin Cover

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...