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BBV Marktfachtag

Welterzeugung von Getreide wird steigen

Getreidemarkt weltweit
Portrait der Autorin Maya Rychlik
Maya Rychlik, agrarheute
am
17.04.2019

Die globale Erzeugung von Getreide und Ölsaaten wird 2019 steigen, so Handelsexperte Dr. Schumacher. Das hat mehrere Gründe.

Dr. Schumacher Marktexperte

Für das Anbaujahr 2019 prognostiziert der ausgewiesene Marktexperte Dr. Klaus-Dieter Schumacher eine steigende Erzeugung von Getreide und Ölsaaten. Grund dafür sei die Ausweitung der Anbaufläche der Marktfrüchte.

Die starke weltweite Nachfrage führe zudem zu einem Abbau der Bestände, so Schumacher auf dem Marktfachtag des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) in München.

Ausblick auf die globalen Agrarmärkte 2019 nach Kultur

Für das Anbaujahr 2019 gibt Dr. Schumacher folgende Prognosen: 

  • Weizen: Die Anbaufläche von Weizen wird höchstwahrscheinlich größer (+ 1,5 Prozent) was zu einem Ausbau der Bestände führen wird. Der Preisanstieg von Weizen werde hiermit begrenzt.
  • Gerste: Auch hier wird die Anbaufläche zunehmen. Insbesondere China und Saudi-Arabien werden verstärkt Gerste nachfragen. Die Preise aber bleiben stabil.
  • Mais:  Der "Boom" vor allem in den USA ist vorbei. Der Bestandsabbau in den Vereinigten Staaten wird zu niedrigeren Preisen für Mais führen.
  • Raps: Hier werden die weltweiten Flächen voraussichtlich sinken. Erholung sei bisher nicht Sicht. 
  • Soja: Bei dieser Kultur vermutet der Marktexperte, dass die Preise steigen werden. Die USA werden den Druck auf China, mehr Soja zu kaufen, erhöhen.

Insgesamt sind die Agrarmärkte derzeit vielen Unwägbarkeiten, unter anderem Anbauverschiebung, volatilen Preisen und dem Wetter ausgesetzt, sagte Schumacher.

Der Experte schloss auf Nachfrage von Journalisten nicht aus, dass 2019 ein El Niño-Jahr wird. Dies ginge mit steigenden Preisen für Marktfrüchte einher.

Produktion lag 2018 deutlich unter Bedarf

2018 lag die weltweite Produktion von Marktfrüchten zum ersten Mal innerhalb der letzten vier Erntejahre unter dem Bedarf. Schumacher betonte, dass es wichtig sei, die Weltmärkte nach den Kulturen differenziert zu betrachten. So waren die Maisernte in den USA und die Getreideernte in der Schwarzmeerregion außerordentlich gut. Die steigende Nachfrage nach Agrarprodukten werde derzeit aus Lagerbeständen bedient.

Nicht nur Wetterextreme nehmen Einfluss auf die globalen Agrarmärkte. Auch die Politik greife in das Marktgeschehen ein. So wirken sich etwa der Handelskonflikt zwischen den USA und China oder der Brexit stark auf die Märkte aus. Zudem verzerre insbesondere China wegen seinem hohen Bedarf an Marktfrüchten und der Revision der Ernten und Bestände den Markt. Ein anhaltend höheres Preisniveau schließt Schumacher aus.

Soviel Getreide ernteten die Landwirte je Hektar

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