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USDA-Schätzung

Weltweite Maisversorgung fällt schlechter aus

am Freitag, 09.02.2018 - 09:04 (Jetzt kommentieren)

Weil die Argentinier weniger Mais ernten, wird das weltweite Maisangebot geringer sein. Im Vorfeld der Schätzung hatte der Markt eine noch engere Bilanz erwartet.

Dass das Maisangebot 2017/18 niedriger sein wird, damit haben die Marktteilnehmer schon gerechnet. Doch das US-Agrarministerium (USDA) hat die weltweite Maisernte und die Endbestände nicht so stark abgesenkt, wie viele erwartet hatten.

In seiner aktuellen Februarprognose hat das USDA die weltweite Maisernte mit knapp 1.042 Mio. t veranschlagt. Das sind 2,8 Mio. t weniger als im Januarbericht. Grund für das niedrigere Maisangebot ist die schwächere Ernte in Argentinien. Witterungsbedingt wird die Maisernte in Argentinien um 3 Mio. t auf 39 Mio. t sinken. Auch für die Ukraine geht man mit 24,1 Mio. t von einer um 900.000 t niedrigeren Ernte aus.

Kritische Versorgungslage nicht erreicht

Die weltweite Maisernte wird nicht den Bedarf von über 1.068 Mio. t decken können. Daher gehen die weltweiten Lagerbestände um 26,7 Mio. t auf rund 203 Mio. t zurück. Gegenüber dem Januarbericht sind das nochmals 3,5 Mio. t weniger. Die Analysten hatten im Schnitt 202,4 Mio. t erwartet. Da die Analysten auch von der USDA-Weizenprognose enttäuscht wurden, gingen die Maiskurse an der Chicaoger Börse zurück.  

Damit verschlechtert sich auch das Verhältnis von Endbestand zu Verbrauch. Es sinkt von 19,3 Prozent auf 19 Prozent. Die kritische Versorgungslage ist damit noch noch erreicht. Erfahrungsgemäß werden die Marktteilnehmer nervös, wenn das Verhältnis unter 18 Prozent fällt.

Mit unveränderten 79,6 Mio. t chinesischen Endbeständen lagern rund 39 Prozent der weltweiten Maisvorräte in China. Zieht man allerdings die chinesischen Bestände ab, liegt die Versorgungszahl nur noch bei knapp 12 Prozent.

USA exportieren mehr Mais

Aufgrund der geringeren Maisernte der Argentinier werden sie mit 27,50 Mio. t rund 1,5 Mio. t weniger exportieren können. Auch aus der Ukraine sind mit 20 Mio. t nun 0,5 Mio. t geringere Maisausfuhren zu erwarten.

Diese Lücken im weltweiten Handel werden laut Bericht die USA zumindest teilweise ausfüllen. Denn die US-Statistiker sehen die US-Maisexporte bei rund 52,1 Mio. t. Das sind gut 1,1 Mio. t mehr als noch vor vier Wochen geschätzt. Daher werden in den USA die Lagerbestände an Mais am Ende des Wirtschaftsjahres von 62,9 Mio. t auf 59,8 Mio. t sinken.

Höhere Maisimporte der EU

Die US-Experten haben in ihrem Februarbericht indes die Maisbilanz für die EU nicht angetastet. Damit bleibt es dabei, dass die Endbestände gegenüber Vorjahr um 700.000 t auf 6,8 Mio. t sinken.

Da der EU-Maisbedarf nun bei 75 Mio. t liegen soll, plus 0,2 Mio. t gegenüber Januar, wird die EU in der laufenden Saison 2017/18 mit 16,20 Mio. t entsprechend mehr Mais einführen müssen. 

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