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Ernteschätzung

Weltweite Weizernte schraubt sich auf Rekordhoch

am Montag, 01.07.2019 - 15:40

Während die Weizenernte steigen soll, fallen die Prognosen für Mais und Sojabohnen laut IGC nun geringer aus.

Die Prognosen für die weltweite Weizenernte steigen und steigen. Ende Juni hat der Internationale Getreiderat (IGC) seine Prognose für die kommende Ernte um 3 Mio. t auf 769 Mio. t erhöht. Ein neuer Rekord.

Da aber auch der Bedarf in der laufenden Saison 2019/20 um 33 Mio. t auf 756 Mio. t steigen soll, fallen die Überhänge mit 275 Mio. t nicht höher aus als vor vier Wochen erwartet. Gegenüber der vorherigen Saison 2018/19 sind sie aber um 12 Mio. t höher. Bemerkenswert ist, dass in den wichtigen Exportländern wie USA, EU oder Russland die Bestände sogar leicht um 2 Mio. t auf 70 Mio. t sinken sollen. 

Deutlich niedrigere Maisernte

Die gute Weizenbilanz muss man aber zusammen mit den Mais sehen. Laut den Londoner Experten wird die globale Maisernte mit 1.095 Mio. t rund 2 Prozent niedriger ausfallen als Ende Mai geschätzt.

Die überraschend höhere Maisanbaufläche in den USA sind bei diesen Prognosen wohl noch nicht eingeflossen. So hat das US-Agrarministerium die Anbaufläche mit 917 Mio. acres (371 Mio. ha) fast 87 Mio. acres (35  Mio. ha) über den Markterwartungen angesetzt.

An den Börsen stehen die Mais- und Weizenkurse unter Druck. Offenbar wiegt die US-Anbaufläche für Mais stärker als die niedrigere IGC-Ernteprognose.

Obwohl der weltweite Bedarf aber leicht auf 1.143 Mio. t sinkt, reicht die Maisernte 2019/20 nicht aus. Daher werden die Bestände auf 271 Mio. t zurückgehen. Das sind 13 Mio. t weniger als vor einem Monat. Gegenüber dem Vorjahr verringern sich die Bestände aber kräftig um 48 Mio. t. Davon entfallen alleine 18 Mio. t auf die wichtigen Exportregionen USA, Brasilien und Argentinien.  

Insgesamt wird dadurch die Welt-Getreidebilanz laut den Londoner Experten enger. Die Bestände gehen auf 588 Mio. t zurück. Das sind 31 Mio. t weniger als 2018/19.

Weniger Sojabohnen weltweit erwartet

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Vermutlich werden die IGC-Experten die überraschend niedrigere Anbaufläche für US-Sojabohnen von 80 Mio. acres (32 Mio. ha)  in ihren Prognosen zur Weltsoajaernte nicht  berücksichtigt haben. Ursprünglich hatte der Markt ja 84 Mio. acres erwartet.

Auch ohne diese Flächenreduzierung sagt das IGC mit 349 Mio. t eine niedrigere Sojaernte voraus. Gegenüber Ende Mai ist das ein Minus von 9 Mio. t, gegenüber 2018/19 sogar von 14 Mio. t. Damit reich die Erntemenge nicht aus, um den weltweiten Bedarf zu decken. Daher werden die Weltbestände sinken, und zwar um 9 Mio. t auf 45 Mio. t. 

Diese neuen Zahlen lassen zumindest die Kurse an den Ölsaatenmärkten ansteigen.