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USDA-Bericht

Weltweizenernte leidet unter der Dürre in Europa

Weizenernte
am Freitag, 10.08.2018 - 18:35 (Jetzt kommentieren)

Weil es in der EU weniger Weizen gibt, verschlechtert sich weltweit die Versorgungslage deutlich. Die Bestände gehen weiter zurück.

Die weltweite Weizenernte wird deutlich niedriger ausfallen als noch im Juli erwartet wurde. Das US-Agrarministerium (USDA) hat die globale Erntemenge für das Wirtschaftsjahr 2018/19 um 6,6 Mio. t zurückgenommen. Nach der Augustprognose soll sie noch 729,6 Mio. t betragen. Auf die US-Weizennotierungen an der Chicagoer Börse hatte die neue Augustschätzung kurz nach ihrer Veröffentlichung kaum Auswirkungen.

Im Gegensatz zum Weizen hat das USDA seine aktuellen Prognosen für Mais und Sojabohnen angehoben.

Wesentlicher Grund für die kleinere Schätzung ist die niedrigere EU-Ernte. Laut USDA soll sie nur bei 137,5 Mio. t liegen. Das ist die kleinste Ernte seit 2012/13. Die US-Weizenerzeugung bleibt indes nahezu unverändert bei gut 51 Mio. t. Da die US-Exporte aber leicht zulegen können, dürften die USA ihre Lagerbestände um weitere 1,4 Mio. t auf 25,5 Mio. t abbauen.

Da sich Weizen aufgrund der knapperen Ernteerwartungen verteuert hat, gehen die US-Experten von einem rückläufigen Verbrauch aus. Statt rund 749 Mio. t, wie im Juli vorhergesagt, liegt die Prognose nun nur bei etwa 744 Mio. t. Dennoch werden die weltweiten Lagerbestände gegenüber Juli um weitere 2 Mio. t auf knapp 259 Mio. t abnehmen. Zum Vergleich: Im vorherigen Wirtschaftsjahr 2017/18 lagen die Bestände noch bei 273 Mio. t. Damit würden sie nun rund 128 Tage reichen.

EU kann weniger exportieren

Aufgrund der deutlich schwächeren EU-Weizenernte von 137,5 Mio. t werden die europäischen Agrarhändler weniger Weizen ausführen können. Das USDA schätzt die Exporte mit 23 Mio. t nun 4,5 Mio. t niedriger ein als im Juli. Die EU-Lagerbestände würden dennoch um 4 Mio. t oder 29 Prozent auf 10 Mio. t sinken. Im vergangenen Wirtschaftsjahr ernteten die EU-Bauern noch 151,7 Mio. t Weizen.

Obwohl die Australier auch mit großer Trockenheit zu kämpfen haben, haben die US-Experten die Erntemenge dort mit 22 Mio. t gegenüber der Julischätzung unverändert gelassen.

Mehr Weizen in Russland

Da Sommerweizen in Russland gut gedroschen hat, dürften die Landwirte dort mit 68 Mio. t rund 1 Mio. t mehr Weizen ernten als noch vor vier Wochen vom USDA erwartet worden war. Die russischen Weizenexporte könnten so auf 35 Mio. t ansteigen.

Damit bleiben die Russen mit Abstand Weltmeister im Weizenexport. Dahinter folgen die USA mit 27,9 Mio. t und Kanada mit 24,50 Mio. t. Die EU rutscht wegen der schlechten Ernte auf Platz 4 der Exportrangliste.

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