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Ernte 2018

Weniger Rüben und weniger Zucker

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am Montag, 08.10.2018 - 14:44 (Jetzt kommentieren)

Die Produktion von Zuckerüben wird in der Europäischen Union und Deutschland deutlich kleiner ausfallen als im vorigen Jahr.

Ursache sind die dürrebedingt niedrigeren Erträge. Die Weißzuckerpreise am Binnenmarkt befinden sich dennoch auf einem historischen Tiefstand.

Am europäischen Terminmarkt sind die Zuckerpreise seit Anfang Oktober jedoch wieder gestiegen. Ursache ist vor allem der kräftige Preisanstieg am Weltmarkt. Dort sorgen die Trockenheit und die politische Unsicherheit in Brasilien für höhere Preise.

 

Witterung drückt die Rübenernte

Rübenernte

Die Europäische Kommission erwartet bei Zuckerüben (alle Verwendungen) eine europäische Erntemenge von 126,2 Mio. t. Im Vergleich zur Rekordproduktion aus dem vorigen Jahr von 142,8 Mio. t wäre dies ein kräftiger Rückgang von gut 11 Prozent. Dennoch wäre dies immer noch die drittgrößte europäische Rübenernte überhaupt. 

Dabei befindet sich die Anbaufläche fast auf dem sehr hohen Vorjahresniveau von 1,72 Mio. ha. Währe die erwartet Rübenerträge mit 73,3 t/ha deutlich niedriger ausfallen als im vorigen Jahr mit  81,6 t/ha.

Für Deutschland geht die Kommission derzeit von einer Rübenernte von 29,6 Mio. t aus nach 34,1 Mio. t im vorigen Jahr. Das ist ein Minus von 13 Prozent. Frankreichs Ernte erwarteten die Kommissions-Experten derzeit mit 42,3 Mio. t etwa 9 Prozent unter der Rekordmenge aus dem Vorjahr von 46,3 Mio. t.

Eine immerhin 20 Prozent kleinere Rübenernte erwartet die Kommission in Polen. Kräftige Produktionseinbußen werden außerdem auch aus den Niederlanden, Belgien, dem Vereinigten Königreich, Tschechien und Dänemark gemeldet.

Fast 10 Prozent weniger Zucker

Zuckerpreise

Das Ergebnis der kleineren Rübenernte und niedrigere Erträge ist ein Rückgang der Zuckerproduktion um knapp 10 Prozent auf 19,2 Mio. t. Das wäre im langfristigen Vergleich jedoch immer noch immer noch eine sehr große Produktionsmenge. Im vorigen Jahr wurde die bisherige Rekordmenge von 21,1 Mio. t Zucker erzeugt.

Für Deutschland erwarte die Kommission einen Rückgang der Zuckermenge auf  knapp 4,5 Mio. t nach immerhin 5,2 Mio. t im vorigen Jahr. Frankreichs Zuckererzeugung könnt nach den derzeitigen Erwartungen auf 5,8 Mio. t schrumpfen von zuvor 6,3 Mio. t.

Die deutlich kleinere Produktionsmenge von 19,2 Mio. t übertrifft den europäischen Verbrauch von 18,6 Mio. t noch um 0,6 Mio. t. Die Exporte von Weißzucker  schrumpfen nach Einschätzung der Kommission vom 3,3 Mio. t im vorigen Wirtschaftsjahr auf 2,6 Mio. t in der aktuellen Saison.

Höhere Zuckerpreise am Terminmarkt

weißzuckerpreise

Die von der Kommission erfassten Weißzuckerpreise am europäischen Binnenmarkt befanden sich mit 346 Euro/t im Juli auf einem historischen Tiefstand. Gegenüber dem Vormonat sind die europäischen Zuckerpreise um weitere 15 Euro/t zurückgegangen. Noch niedrigere Preise wurden in der Vergangenheit bislang nur für den sogenannten Industriezucker gemeldet.

Am europäischen Terminmarkt in London haben sich die Preise für den dort gehandelten Weißzucker zuletzt erholt. Hauptursache sind die seit Ende September ebenfalls kräftig gestiegenen Weltmarktpreise. Hintergrund ist die Trockenheit und die politische Unsicherheit in Brasilien. Nach wie vor übersteigt das globale Angebot jedoch die Produktion. Aus Indien und Thailand fließt zudem weiterhin reichlich günstige Ware auf den Weltmarkt. 

Die Preise in London bilden für die europäische Zuckerindustrie in etwa die möglichen Exportpreise ab. Derzeit kostet der Dezember-Kontrakt für den London-Zucker etwa 350 USD/t (304 Euro/t). Im Vergleich zum letzten Tiefstand von Ende September von gerade einmal 311 USD/t (270 Euro/t) sind die Kurse damit wieder deutlich gestiegen.

Ein Preisniveau um 350 USD/t gab es in London zuletzt im Dezember vor einem Jahr. Die nachfolgenden Termine bewegen sich in London weiter leicht nach oben.

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