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Zuckerpreise auf 10-Jahrestief

am Dienstag, 24.04.2018 - 14:50 (Jetzt kommentieren)

Die Preise für Weißzucker sind am europäischen Terminmarkt auf den niedrigsten Stand seit 10 Jahren abgestürzt.

Die Europäische Kommission hatte in ihrer letzten Preiserfassung am europäischen Binnenmarkt für den dort gehandelten Weißzucker ebenfalls ein historisches Preistief ermittelt. Dennoch stehen die Zuckerpreise auch weiterhin unter Druck.

Am Weltmarkt sind die Kurse für Rohzucker in dieser Woche ebenfalls auf ein 10-Jahrestief abgestürzt.

Die Ursachen für den dramatischen Preisverfall sind sowohl die globale Rekordproduktion als auch der gewaltige Produktionsboom in Europa nach dem Ende der Quote.

Indien drückt auf die Preise

Zucker Weltmarkt

Zusätzlicher Druck auf die Zuckerpreise kam zuletzt vom zweitgrößten globalen Produzenten und weltweit größten Verbraucher Indien. Die Landwirte auf dem indischen Subkontinent haben nämlich ebenfalls eine Rekordernte eingebracht. Diese übersteigt den Inlandsbedarf erheblich und hat zu einem massiven Preisverfall am indischen Binnenmarkt geführt.

Mittlerweile sind die indischen Preise weit unter die Produktionskosten gefallen und die Zuckerindustrie sucht nach Absatzmöglichkeiten für den Zuckerberg. Offenbar soll ein großer Teil der Mehrproduktion von 4 bis 5 Mio. t exportiert werden.

Dabei erhofft sich die indische Zuckerindustrie auch Exportsubventionen oder andere staatliche Unterstützungen. Die globalen Zuckerpreise und der Terminmarkt in London haben auf diese Ankündigungen mit einem weiteren kräftigen Preisverfall reagiert.

Exportpreise in London stürzten ab

EU Zuckerproduktion

Am europäischen Terminmarkt in London sind die Preise für Weißzucker Nr. 5 am Montag auf den niedrigsten Stand seit knapp 10 Jahren gefallen. Auslöser war der zuvor ebenfalls auf ein 10-Jahrestief abgestürzte Preis für Rohzucker Nr. 11 in New York.

Für die Europäer bildet der in London in US-Dollar gehandelten Zucker den möglichen Exportpreis ab. Die Kommission hat die Exporte der Europäer für die laufende Saison auf 3,2 Mio. t geschätzt und damit dreimal so hoch wie in der Zeit vor dem Quotenende.

Die europäische Produktion von Weißzucker veranschlagt die Kommission für die aktuelle Saison auf den Rekordwert von 21,0 Mio. t.  Auch für das nächste Wirtschaftsjahr 2018/19 erwarten die Kommissionexperten in einer ersten Schätzung (bei kaum veränderten Anbauflächen) eine sehr große Produktion von 20,4 Mio. t und Exporte von 3,3 Mio. t.

Aussichten in Europa bleiben düster

London Zucker

Der vordere Augustkontrakt am Terminmarkt in London stürzte am Montag um 4,4 % auf nur noch 327 USD je t Weißzucker ab. Umgerechnet in Euro entspricht das einem Preis für Exportzucker von nur noch 264 Euro je t.

Noch niedrigere Zuckerpreise hat es in London zuletzt im Dezember 2008  gegegben - also vor knapp 10 Jahren. Seit dem letzten Preishoch im September 2016 von etwa 600 USD je t sind die Kurse in London um 45 % abgestürzt.

Die Preiserwartungen für den Zucker der nächsten Ernte sind in London derzeit allerdings nicht viel besser. Der Oktobertermin 2018 wurde am Montag nur noch mit 322 USD je t  gehandelt und der Dezember 2018 notierte bei knapp 327 USD.

Auch die Kontraktpreise für das darauffolgende Jahr 2019 bewegen sich lediglich zwischen 334 USD (März 2019) und 360 USD (Dezember 2019).

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