Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

EU-Prognose 2030

Bis 2030 höhere EU-Milchpreise zu erwarten

Melkstand
am Freitag, 21.12.2018 - 19:47 (Jetzt kommentieren)

Die Milchbauern in der EU blicken besseren Zeiten entgegen. So soll der Milchpreis bis 2030 weiter steigen, trotz höherer Produktion.

Landwirt im Milchviehstall

Die Milchbauern in der EU werden in den kommenden zehn Jahren die Milchproduktion weiter steigern. Haben sie in diesem Jahr rund 167 Mio. t erzeugt, soll die Erzeugung bis 2030 um rund neun Prozent auf über 182 Mio. t wachsen. Pro Jahr wären dies rund 1,3 Mio. t mehr. Das geht aus dem neuen EU Medium Term Outlook 2030 hervor, der im Dezember erschienen ist.

Laut der Prognose werden die Milchpreise tendenziell eher steigen als fallen. Die EU-Experten halten einen Anstieg auf ein EU-Mittel von 39 Cent/kg bei natürlichen Inhaltsstoffen für möglich. Für 2018 hat die EU einen EU-Durchschnitt von 33,6 Cent/kg geschätzt. Allerdings schließt sie in ihrem Prognosebericht Milchpreisschwankungen nicht aus, wenn Angebot und Nachfrage kurzzeitig ins Ungleichgewicht geraten. Grund für den Milchpreisanstieg ist vor allem die wachsende Nachfrage nach Milchprodukten auf den internationalen Märkten.

Die Zahl der Milchkühe wird 2030 nur noch bei 21,9 Mio. liegen. Das wären fünf Prozent weniger als 2018. Die Milchleistung pro Kuh legt demzufolge in den kommenden zehn Jahren auf über 8.200 kg zu. Das wären nochmals gut 1.000 kg als derzeit.

Exportabhängigkeit wird größer

Die höhere Milchproduktion in der EU wird aber nur zum Teil über die innereuropäische höhere Nachfrage aufgefangen. Der Absatz an Frischeprodukten wie Trinkmilch, Joghurt oder Quark wird sogar eher leicht sinken. Für wichtige Milchprodukte wie Käse, Butter und Magermilchpulver werden die Exportmengen ansteigen.

So gehen die EU-Experten bis 2030 von folgenden Steigerungen aus:

  • Magermilchpulver: + 13% auf 907.000 t
  • Vollmilchpulver: +/- 0%, 353.000 t
  • Molkenpulver: +41% auf 1,3 Mio. t
  • Käse: +48 % aus 1,2 Mio. t
  • Butter: +61 % auf 258.000 t.

 

Hohe Butterpreise bleiben Ausnahme

Mit Ausnahme von Butter erwarten die EU-Experten in den kommenden Jahren höhere Preise für die Milchprodukte. Bei Butter sollen die hohen Preise in 2017 und 2018 mit rund 5.000 Euro/t nicht mehr erreicht werden.

So könnte Butter bis 2030 mit rund 4.000 Euro/t deutlich günstiger als derzeit sein. Allerdings wären das immer noch als in den Jahren 2011 bis 2015. In dem Zeitraum schwankten die Preise zwischen 2.500 Euro und 3.200 Euro/t.

Asien, EU und Afrika sind wesentliche Wachstumsregionen

Die weltweite Milcherzeugung könnte bis 2030 bei 1 Mrd. t liegen, so die EU-Prognose. Das entspräche einem jährlichen Wachstum von 15 Mio. t. Das wäre etwas weniger als in den vergangenen zehn Jahren.

Der Großteil des Wachstums, rund 40 Prozent oder 6 Mio. t, würde auf Indien entfallen. Daneben wird die Erzeugung in anderen asiatischen Ländern wie Pakistan um 2,1 Mio. t betragen. Aufgrund höherer Umweltauflagen bleibt das Wachstum in China mit etwa 0,6 Mio. t pro Jahr begrenzt.

Afrika dürfte die Milchproduktion jährlich um rund 1,2 Mio. t steigern können. In Neuseeland und in den USA sollen sich die Wachstumsraten eher abschwächen. Für Neuseeland veranschlagt der EU-Bericht etwa 0,4 Mio. t, für die USA etwa 0,8 Mio. t. Damit liegt die EU beim Wachstum der Milchproduktion nach Indien und Asien weltweit an dritter Stelle.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...