Login
Milchpreisspiegel

Milchpreise: Soviel zahlten deutsche Molkereien im September

Ordner Milchgeldabrechnung mit Münzen
Thumbnail
Josef Koch, agrarheute
am
18.10.2018

Für September haben einige Molkereien nochmals das Milchgeld um bis zu 2 Cent gesteigert. Auch für Oktober sind teilweise nochmals leichte Erhöhungen vereinbart. Unser Milchpreisspiegel enthält auch neue Molkereien.

Die Spitze unseres Milchpreisspiegels bleibt hart umkämpft. Im September gab es wieder einen neuen Spitzenreiter. Viele Molkereien haben ihre Auszahlungen erhöht. In der Spitzengruppe bewegen sich die Milchpreise nun von 36,5 bis 38,6 Cent/kg, das sind am unteren Ende 0,1 Cent und am oberen Ende 1,1 Cent mehr als im August. Zudem haben wir neue Molkereien in unserem Vergleich aufgenommen.

Neu angeführt wird das Feld von FrieslandCampina, Köln. Das Unternehmen erhöhte im September seinen Milchpreis auf 38,6 Cent/kg und schob sich damit deutlich Arla Käsereien, Sonthofen. Die Allgäuer zahlen immerhin 0,2 Cent mehr aus als im August. Die Milchwerke Oberfranken-West konnten mit unveränderten 36,5 Cent/kg, den fünften Rang belegen. Davor finden sich Molkerei Ammerland und Campina Deutschland, Heilbronn

Deutschlands größte Molkerei, die DMK Group, hat im September ihren Milchpreis zwar um 0,5 Cent auf 35,5 Cent/kg inklusive Zuschlag für gentechnikfreie Milch erhöht. Damit liegt der Konzern im unteren Mittelfeld in unserem Vergleich. Für Oktober hat die Molkerei einen unveränderten Milchpreis angekündigt.

Sachsenmilch gibt rote Laterne an ALMIL AG ab

Trotz eines eneut deutlichen Anstieges um 2 Cent/kg, findet sich die Molkerei Schwälbchen mit 34,6 Cent/kg weiterhin auf den hinteren Plätzen. Immerhin liegt sie damit vor den direkten Konkurrenten in der Region. Hochwald und MUH Arla, Pronsfeld zahlten nämlich noch weniger Milchgeld.

Das bisherige Schlusslicht Sachsenmilch in Leppersdorf konnte indes die rote Laterne an ALMIl AG, Region Rheinland-Pfalz/Nordrhein-Westfalen, übergeben. Die ALMIL hat im Frühjahr in der Region die Milcherfassung übernommen, nachdem die Berliner Milcheinfuhr-Gesellchaft wegen Insolvenz die Milchabholung überraschend von einem auf den anderen Tag eingestellt hatte. Offenbar fehlt der Molkerei noch eine bessere Verwertung für diese Milchmengen. So erhielten die betroffenen Landwirte nur 31,5 Cent/kg.

Der agrarheute-Börsenrohstoffwert weist für die kommenden Monate nur noch Verwertungen zwischen 31 und 32 Cent/kg aus. Der neue Flüssigmilchkontrakt an der EEX Leipzig notiert dagegen um die 33 bis 36 Cent/kg. Die Umsätze sind aber mit bisher 5 gehandelten Kontrakten sehr gering. Daher bietet die Notierung noch wenig Orientierung.

Methodik

Basis des agrarheute-Milchpreisspiegels sind 4,2 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiß bei einer Jahresmenge von 300.000 kg, ab Hof, netto.

Wichtig: Seit Januar 2018 berücksichtigen wir in unserem Milchpreisspiegel die Zuschläge für gentechnikfrei erzeugte (GVO-freie) Milch. Bis auf die Molkereien Rücker (Wismar), Goldmilch (Ingolstadt) und Müller (Aretsried und Weihenstephan) verlangen inzwischen alle Molkereien in unserer Übersicht GVO-freie Milch.

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der wichtigsten Molkereien können agrarheute-Abonnenten schon vor Erscheinen der neuen Ausgabe einsehen:

Milch und Milchviehhaltung in Deutschland: Die Zahlen in Bildern

Grafik Bestandsgrößen Milchviehbetriebe
Grafik Milchproduktion in Deutschland
Grafik Wirtschaftlichkeit von Milchviehhaltung
Grafik Milchsektor
Grafik Verteilung von Milchvieh in Deutschland
Grafik milchkühe Milchsaldo
Grafik selbstversorgungsgrad mit Milch
Auch interessant