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Milchpreisspiegel

Milchpreise: Soviel zahlten deutsche Molkereien im April

Ordner Milchgeldabrechnung mit Münzen
© agrarfoto
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Josef Koch , agrarheute
am
15.05.2018

Die schlechten Abschlüsse für Trinkmilch ab Mai haben einige Molkereien schon für April vorweggenommen. Vor allem im Süden sind die Milchpreise gefallen.

An der Spitze unseres Milchpreisspiegels hat sich für April einiges geändert. Nicht nur die Milchpreise gingen zurück, sondern auch die Molkereien in der Spitzengruppe haben gewechselt. Die Milchpreise in der Spitzengruppe bewegen sich nun von 35,9 bis 37,4 Cent/kg.

Der bisherige Spitzenreiter Arla Käsereien, Sonthofen, hat seine Auszahlungsleistung um 1,8 Cent/kg auf 37,4 Cent/kg gesenkt. Den zweiten Platz belegte im April Campina, Heilbronn, mit 36,6 Cent/kg. Danach folgen FrieslandCampina, Milchwerke Berchtesgadener Land und die Bayernland-Standorte Regensburg und Bayreuth. Die Milchpreise dieser Molkereien liegen sehr eng beieinander.

Deutschlands größte Molkerei, die DMK Group, hat im April und März ihren Milchpreis stabil bei 31,8 Cent/kg inklusive Zuschlag für gentechnikfreie Milch gehalten. Das bedeutet erneut nur einen unteren Platz im Mittelfeld. 

Milchpreise bleiben bis Jahresmitte stabil

Auffallend ist das Vorpreschen der Molkerei Gropper, Bissingen. Sie hat wohl im Vorgriff auf die sinkenden Trinkmilchpreise ab Mai im Lebensmittelhandel bereits für April mit 31,8 Cent/kg 4 Cent weniger ausgezahlt als im März. Das war der stärkste Rückgang in diesem Monat.

Andere spezialisierte Trinkmilchhersteller reagierten nicht so heftig. Hochwald zahlt nur einen Cent weniger aus. Die Hohenloher Molkerei nahm ihren Preis um 2 Cent zurück. Die DMK Group blieb auf niedrigem Niveau stabil. Sachsenmilch, Leppersdorf, passte den Milchpreis nochmals um 0,5 Cent nach unten an. Damit rutschte die Molkerei auf die Flop 5-Plätze. Dort befinden sich schon seit längerem Arla Foods (Pronsfeld, Uphal und Walhorn) sowie Molkerei Rücker, Wismar.

Erste Preisabschlüsse zwischen Erzeugergemeinschaften und Molkereien deuten zumindest bis Mitte des Jahres auf ein stabiles Auszahlungsniveau hin. 

Im April betrug der Unterschied zwischen dem höchsten und niedrigsten Auszahlungspreis 7,8 Cent/kg Milch. Damit hat sich die Spanne gegenüber Märzr verkleinert. Damals lag sie noch bei 9,5 Cent/kg.

Basis des agrarheute-Milchpreisspiegels sind 4,2 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiß bei einer Jahresmenge von 300.000 kg, ab Hof, netto.

Neu ist, dass wir ab Januar 2018 in unserem Milchpreisspiegel die Zuschläge für gentechnikfrei erzeugte (GVO-freie) Milch berücksichtigen. Bis auf die Molkereien Rücker (Wismar), Goldmilch (Ingolstadt) und Molkerei Müller (Aretsried und Weihenstephan) verlangen inzwischen alle Molkereien in unserer Übersicht GVO-freie Milch.

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der wichtigsten Molkereien können agrarheute-Abonnenten schon vor Erscheinen der neuen Ausgabe einsehen:

Milch und Milchviehhaltung in Deutschland: Die Zahlen in Bildern

Grafik Bestandsgrößen Milchviehbetriebe
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Grafik Milchproduktion in Deutschland
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Grafik Wirtschaftlichkeit von Milchviehhaltung
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Grafik Milchsektor
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Grafik Verteilung von Milchvieh in Deutschland
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Grafik milchkühe Milchsaldo
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Grafik selbstversorgungsgrad mit Milch
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