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Milchpreisspiegel

Milchpreise: Soviel zahlten deutsche Molkereien im Oktober

Ordner Milchgeldabrechnung mit Münzen
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Josef Koch, agrarheute
am
20.11.2018

Für Oktober haben einige Molkereien nochmals das Milchgeld um bis zu 1,5 Cent gesteigert. Für November sind nur noch vereinzelt leichte Erhöhungen angekündigt.

An der Spitze unseres Milchpreisspiegels hat sich im Oktober FrieslandCampina, Köln behauptet. Viele Molkereien haben ihre Auszahlungen erhöht. In der Spitzengruppe bewegen sich die Milchpreise nun von 36,8 bis 39,6 Cent/kg.

FrieslandCampina erhöhte im Oktober seinen Milchpreis um 1 Cent auf 39,6 Cent/kg und schob sich damit erneut deutlich vor Arla Käsereien, Sonthofen. Die Allgäuer zahlen immerhin 0,5 Cent mehr aus als im September. Die Milchwerke Oberfranken-West steigerten ihre Auszahlung um 1,5 Cent auf 38 Cent/kg. Das brachte den Sprung auf den dritten Rang. Auf den weiteren Plätzen folgen Molkerei Ammerland und Omira, Ravensburg.

Deutschlands größte Molkerei, die DMK Group, hat im Oktober ihren Milchpreis mit 35,5 Cent/kg unverändert gelassen. Damit bleibt der Konzern im unteren Mittelfeld in unserem Vergleich. Für November hat die Molkerei einen ebenfalls einen stabilen Milchpreis angekündigt.

ALMIL AG bleibt Schlusslicht

Die ALMIL AG, Region Rheinland-Pfalz/Nordrhein-Westfalen, behält die rote Laterne mit 31,5 Cent/kg einen weiteren Monat. Die ALMIL hat im Frühjahr in der Region die Milcherfassung übernommen, nachdem die Berliner Milcheinfuhr-Gesellchaft wegen Insolvenz die Milchabholung überraschend von einem auf den anderen Tag eingestellt hatte.

Die Rücker Molkerei, Wismar, zahlt zwar mit 33,9 Cent/kg 2,4 Cent mehr als das Schlusslicht aus, doch das bringt nur den vorletzten Platz. Gesellschaft leisten dabei auch frischli, Rehburg, Sachsenmilch, Leppersdorf (trotz Erhöhung um 1 Cent) und die Molkerei Schwälbchen. Sie will aber im November 1 Cent mehr auszahlen.

Der agrarheute-Börsenrohstoffwert weist für die kommenden Monate nur noch Verwertungen zwischen 30,8 und 31,6 Cent/kg aus. Der neue Flüssigmilchkontrakt an der EEX Leipzig notiert dagegen für Juni um die 32,6 Cent/kg. Für Dezember 2018 sind noch 37,3 Cent/kg notiert. Das zeigt, dass Milchbauern im kommenden Jahr mit niedrigeren Milchpreisen rechnen müssen, sofern die Milchanlieferungen im Frühjahr wie üblich steigen sollten. Allerdings könnte das Dürrejahr 2018 doch noch Auswirkungen auf die Milchanlieferungen bringen.

Methodik

Basis des agrarheute-Milchpreisspiegels sind 4,2 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiß bei einer Jahresmenge von 300.000 kg, ab Hof, netto.

Wichtig: Seit Januar 2018 berücksichtigen wir in unserem Milchpreisspiegel die Zuschläge für gentechnikfrei erzeugte (GVO-freie) Milch. Bis auf die Molkereien Rücker (Wismar), Goldmilch (Ingolstadt) und Müller (Aretsried und Weihenstephan) verlangen inzwischen alle Molkereien in unserer Übersicht GVO-freie Milch.

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der wichtigsten Molkereien können agrarheute-Abonnenten schon vor Erscheinen der neuen Ausgabe einsehen:

Milch und Milchviehhaltung in Deutschland: Die Zahlen in Bildern

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Grafik Verteilung von Milchvieh in Deutschland
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