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Milchpreisspiegel

Milchpreise: Soviel zahlten deutsche Molkereien im Januar

Ordner Milchgeldabrechnung mit Münzen
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Josef Koch, agrarheute
am
15.02.2019

Im Januar haben viele Molkereien weniger ausgezahlt. Vereinzelt sind für Februar nochmals Preisrückgänge angekündigt, andere korrigieren aber wieder nach oben.

Obwohl Arla Käsereien, Sonthofen für Januar etwas weniger Milchgeld ausgezahlt haben, konnte die Molkerei ihren Spitzenplatz mit 38,8 Cent/kg verteidigen. So hat FrieslandCampina die Auszahlungsleistung um einen Cent gekürzt, konnte damit aber knapp den zweiten Platz behaupten.

Die Milchwerke Oberfranken-West belegten trotz eines stabilen Milchpreises wieder einen Platz in der Spitzengruppe, nachdem sie im Dezember dort nicht mehr vertreten waren. Vor den Milchwerken behaupteten die Molkereien Omira, Ravensburg (Lactalis-Tochter) und Campina, Heilbronn ihre Platzierungen.

Inzwischen hat Omira-Eigentümer Lacatalis offenbar den ausgehandelten Milchpreis akzeptiert.  Der französische Molkereiriese verzichtet nun auf eine Rückforderung von 19,5 Mio. Euro wegen eines erhöhten Umrechnungsfaktors von 1,03.

Deutschlands größte Molkerei, die DMK Group, hat für Januar ihren Milchpreis erneut um 1 Cent auf 33,6 Cent/kg abgesenkt. Damit bleibt dem Konzern ein Platz im unteren Mittelfeld in unserem Vergleich sicher. Im Februar könnte es aber weiter abwärts gehen, denn DMK zahlt nochmals weniger aus.

ALMIL AG zahlt 3,99 Cent nach

Die ALMIL AG, Region Rheinland-Pfalz/Nordrhein-Westfalen, behält die rote Laterne mit 31,5 Cent/kg einen weiteren Monat. Allerdings zahlte die Molkerei aktuell 3,99 Cent/kg, uns zwar auf die Milchanlieferung im November. Derartige Nachzahlungn sind aber in unserem Monatstrend nicht erfasst. Die ALMIL hat im Frühjahr in der Region die Milcherfassung übernommen, nachdem die Berliner Milcheinfuhr-Gesellschaft wegen Insolvenz die Milchabholung überraschend von einem auf den anderen Tag eingestellt hatte.

Im unteren Feld finden sich auch die Arla-Standorte Pronsfeld, Walhorn und Uphal wieder. Arla Foods nahm den Milchpreis im Januar um 1,6 Cent zurück. Den Arla-Standorten Gesellschaft leisten am Tabellenende die Molkerei Rücker, Wismar, und Sachsenmilch in Leppersdorf. Die Müllermolkerei hatte für Januar mit 32,5 Cent/kg 2,5 Cent/kg weniger Milchgeld überwiesen.

Für die kommenden Monate sollte der Markt von den Molkereien keine weiteren Preissenkungen verlangen. Der agrarheute-Börsenrohstoffwert weist bis Ende 2019 inzwischen wieder deutlich höhere Verwertungen aus. Während sich für Februar 2019 noch um die 33,3 Cent/kg ergeben, steigen sie bis Dezember 2019 auf 34,5 Cent/kg.

Der neue Flüssigmilchkontrakt an der EEX Leipzig notierte für Februar 2019, am letzten Handelstag des Kontraktes, bei 36,9 Cent/kg, der folgende Märzkontrakt bei 35,5 Cent/kg. Bis Dezember 2019 erwarten die Marktteilnehmer 36,5 Cent/kg. Das ist aber rund 1 Cent schwächer als vor einem Monat.

Methodik

Basis des agrarheute-Milchpreisspiegels sind 4,2 Prozent Fett, 3,4 Prozent Eiweiß bei einer Jahresmenge von 300.000 kg, ab Hof, netto.

Wichtig: Seit Januar 2018 berücksichtigen wir in unserem Milchpreisspiegel die Zuschläge für gentechnikfrei erzeugte (GVO-freie) Milch. Bis auf die Molkereien Rücker (Wismar), Goldmilch (Ingolstadt) und Müller (Aretsried und Weihenstephan) verlangen inzwischen alle Molkereien in unserer Übersicht GVO-freie Milch.

Die aktuellen Milchauszahlungspreise der wichtigsten Molkereien können agrarheute-Abonnenten schon vor Erscheinen der neuen Ausgabe einsehen:

Milch und Milchviehhaltung in Deutschland: Die Zahlen in Bildern

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