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Milchpreise und Verbraucherpreise

Aldi erhöht Milchpreise drastisch - Biomilch kostet 50 Cent mehr

Milch kaufen.
am Donnerstag, 30.06.2022 - 15:47 (15 Kommentare)

Der Verbraucherpreis (EVP) für die Vollmilch beim Discounter Aldi steigt für die Eigenmarken erstmals überhaupt über 1 Euro. Ein Aufschlag von 17 Cent. Biomilch wird 50 Cent teurer. Hintergrund sind die neuen Preisabschlüsse zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel für die Produkte der so genannten weißen Linie.

Aldi hat am heutigen Donnerstag die neuen Preismarken für die kommenden Monate gesetzt: Der Liter Vollmilch mit 3,5 % Fett der Eigenmarke "Milsani" ist um 17 Cent nach oben gegangen, und kostet den Verbraucher jetzt bei 1,09 Euro je Liter. Ds ist ein Preisanstieg von satten 18 %.

Hintergrund sind die steil ansteigenden Preise für die knappe Rohmilch und die explodierenden Kosten auf allen Handelsstufen. Der Verband der Milcherzeuger Bayern e.V. (VMB) stellt dazu fest: „Damit haben sich durch die hinlänglich beschriebenen Marktentwicklungen die EVPe seit Ablauf des alten Kontraktes um den Jahreswechsel 2021/2022 bei Vollmilch von damals 80 Cent je Liter, nach mehreren Preisanhebungen "außerhalb der Reihe", um 29 Cent erhöht.“

Weiter heißt es: „Nachdem die Butterpreise infolge sehr kurzfristiger Kontrakte im vergangenen halben Jahr quasi im Monatstakt preislich nach oben angepaßt werden konnten und auch das Sortiment von Standardkäse Mitte Mai kräftig nachlegen konnte, war jetzt Mitte des Jahres endlich auch die weiße Linie an der Reihe.“

Biomilch kostet auf Anhieb 50 mehr

Im einzelnen haben sich die Preise für die Frischeprodukte folgendermaßen verändert: Die Preise für die Vollmilch steigen von 92 Cent auf jetzt 1,09 Euro je Liter. Die fettarme Variante macht einen Sprung von zuletzt 84 Cent auf jetzt 99 Cent.

Auch die zahlreichen Sondermilchen bei Aldi machten verteuern sich deutlich: So steigen die Preise für die Weidemilch von zuletzt 1,15 auf jetzt 1,45 Euro und die fettarme Variante von 1,09 auf jetzt 1,35 Euro Euro je Liter.

Die als "Landmilch Fair & Gut" bei Aldi gelistete Sondermilch mit den Label des Deutschen Tierschutzbundes legte mit den neuen Verbraucherpreisen von jetzt 1,39 Euro (Vollmilch) bzw. 1,29 Euro (1,5 % Fett) sogar um etwa 30 Cent zu.

Verteuert haben sich auch die Eigenmarken der Biomilch: Bisher kosteten die Tetrapaks der Bio-Vollmilch 1,15 Euro je Liter und die fettarme Variante 1,09 Europe Liter. Die neuen Preise lauten nun 1,69 und 1,59 Europe Liter: Ein gewaltiger Preissprung von jeweils über 50 Cent pro Liter.

Die Frage wird sein, wie die Verbraucher auf dessen straken Preisanstieg reagieren. In der Regel weichen sie auf günstigere oder alternative Produkte aus oder kaufen weniger bzw. Reduzieren den Verbrauch. Das könnte insbesondere die ingesamt am oberen Ende der Preisskala befindliche Biomilch treffen.

Inflation und Energiekrise geben den Takt vor

Die insgesamt unsicheren Aussichten, zeigen sich auch auf den vorgelagerten Handesstufen bei Milchbauern und Molkereien. Die süddeutsche Butterbörse sagt ihren wöchentlichen Marktbericht: Der Milchmarkt befindet sich zurzeit in einem unruhigen Fahrwasser.

Die Entwicklung der weiteren Milchanlieferungen zeugt von Unsicherheit bei den zukünftigen Planungen. Sinkende Inhaltsstoffe sorgen für geringere Ausbeuten.

Versorgungsengpässe auf dem Flüssigmarkt, diesmal ausgelöst durch die zunehmenden Logistikprobleme, führen zu Preisschwankungen. Das wirkt sich auch wieder bei so manchem Produkt etwas dämpfend in der Produktion aus. Je nachdem, wie die einzelnen Produktbereiche in Kontrakte gebunden sind, reagiert die Preisentwicklung unterschiedlich. Magermilchkonzentrat hat etwas nachgelassen, wohingegen Sahne zu festeren Preisen gehandelt wurde.

Die Käufer sind abwartend und beobachten die Preisentwicklung genau, da sich Angebot und Nachfrage vor dem Hintergrund der weltweit hohen Inflation und der Energiepreissituation nicht abschätzen lassen.

Mit Material von Verband der Milcherzeuger Bayern e.V. (VMB), Süddeutsche Butter- und Käse-Börse

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