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Milchbranche

Arla-Aufsichtsrat gibt 2,3 Cent/kg Nachzahlung frei

am Mittwoch, 27.02.2019 - 20:32

Arla-Milchbauern bekommen für 2018 noch 2,3 Cent/kg Milchpreis nachgezahlt. Der Konzern sieht es als einmalige Aktion. Aber hatte Arla 2018 nicht eher zu niedrige Milchpreise gezahlt?

1.850 Arla-Milchbauern in Deutschland werden Anfang März im Schnitt 2,3 Cent/kg Sonderzahlung für das Jahr 2018 erhalten. In einer späten Abstimmung gestern Abend im schwedischen Halmstad stimmte die Vertreterversammlung der europäischen Molkereigenossenschaft Arla Foods dem Vorschlag des Aufsichtsrats zu, den gesamten Nettogewinn 2018 von Arla Foods an seine Eigentümer, die Landwirte, auszuzahlen.

Damit wird am 8. März eine außerordentlich hohe Nachzahlung von insgesamt 290 Mio. Euro an die 10.300 Arla Landwirte ausgeschüttet. Basis für die Sonderzahlung ist die angelieferte Milchmenge im vergangenen Jahr.

Wie jedoch der agrarheute-Milchpreisspiegel zeigt, konnte Arla Foods 2018 mit seinen laufenden Milchgeldzahlungen in Deutschland im Ranking keine vorderen Plätze für sich beanspruchen. Zumindest ein Teil der Nachzahlung dürfte Arla Foods wohl den Mitgliedern als laufende Milchgeldauszahlung in 2018 zurückbehalten haben, urteilen betroffene Milchbauern.

Gute Unternehmenszahlen erlauben Ausschüttung

Normalerweise wird der Nettogewinn der Genossenschaft auf die Nachzahlung an die Landwirte und die Konsolidierung, also das Geld, das im Unternehmen verbleibt, verteilt. Die starke Bilanz ermöglichte es dem Aufsichtsrat jedoch, von der Arla Konsolidierungspraxis abzuweichen und der Vertreterversammlung die Auszahlung von 2,3 Eurocent pro Kilogramm Milch an die Eigentümer vorzuschlagen.

„Als landwirtschaftliche Genossenschaft sind wir uns bewusst, dass die Dürre des Sommers in Europa außerordentlich war und die Futtersituation auf vielen Höfen unserer Mitglieder negativ beeinflusst hat. Wir sind mit dem positiven Ergebnis der Unternehmensbilanz zufrieden, das es uns ermöglicht, den gesamten Nettogewinn auszuschütten“, begründet Jan Toft Nørgaard, Aufsichtsratsvorsitzender von Arla, die Entscheidung.

„Unsere Bilanz hat sich in den vergangenen fünf Jahren erheblich verbessert. Unsere finanziellen Ziele werden innerhalb unseres Zielbereichs bleiben – vorausgesetzt die Vertreterversammlung kehrt nach 2018 zur üblichen Konsolidierungspraxis zurück“, erläutert Arlas CEO Peder Tuborgh.

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