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Corona-Pandemie

BDM: Milchmarkt nicht durch private Lagerhaltung belasten

Milchpulversäcke in einem Lager
am Donnerstag, 16.04.2020 - 11:35 (Jetzt kommentieren)

Der BDM hat sich für eine allenfalls eng begrenzte bezuschusste Lagerhaltung von Milchprodukten ausgesprochen. Wirksamer in der Krise sei eine verbindliche Begrenzung der Milchanlieferung.

Mann-Stefan-BDM

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) warnt vor dem Aufbau neuer Lagerbestände an Milchpulver, die den Markt wieder auf Jahre hinaus belasten könnten. „Um einen deutlichen Bestandsaufbau zu verhindern, muss die EU-Kommission die bezuschussten Lagerbestände mengen- und zeitmäßig in einem Rahmen halten, der so eng wie möglich ist“, fordert der BDM-Vorsitzende Stefan Mann.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner und ihr französischer Kollege Didier Guillaume hatten sich vorige Woche darauf verständigt, die EU-Kommission um die Eröffnung der privaten Lagerhaltung (PLH) für Milchprodukte zu bitten. Eine Entscheidung aus Brüssel steht allerdings noch aus.

Der BDM-Vorsitzende Mann betonte in diesem Zusammenhang, wenn durch die private Lagerhaltung nicht sofort eine Marktreaktion eintrete, müsse das Marktungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage durch eine befristete, verbindliche Begrenzung der Milchanlieferung bekämpft werden. Der BDM habe die Agrarministerinnen in Deutschland ebenso wie EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski schon vor drei Wochen gebeten, sich für dieses Kriseninstrument einzusetzen.

Politik soll endlich die Rechtsgrundlage zur Mengenbegrenzung schaffen

Scharf kritisiert der BDM, dass die Verbände der Molkereiwirtschaft und die ihnen nahestehenden Organisationen immer wieder darauf verwiesen, dass eine verbindliche Begrenzung der Liefermengen rechtlich nicht möglich sei.

„Dass dies die gegenwärtige Gesetzlage ist, ist uns durchaus bewusst. Allerdings haben wir die Nase gestrichen voll von einer Argumentation, die nur darauf abzielt, was angeblich alles nicht geht, statt sich Gedanken zu machen, wie derart dringend notwendige Instrumente schnellstmöglich installiert werden können“, sagte Mann. Die politischen Entscheidungsträger sollten die rechtliche Grundlage endlich in einem Eilverfahren schaffen.

Sektorstrategie hilft nicht weiter

Keine Hoffnung setzt der BDM darauf, dass die von den Molkereiverbänden und dem Bauernverband im Januar vorgestellte Sektorstrategie 2030 einen entscheidenden Beitrag zur Lösung der Marktkrise liefern wird. Keine der darin vorgestellten Maßnahmen könne eine schwere Marktkrise verhindern oder managen, monierte der BDM.

Was jetzt dringend benötigt werde, sei die rechtliche Grundlage für Kriseninstrumente für den EU-Milchmarkt, mit denen die EU-Milchmengen organisiert und zeitlich befristet an die eingebrochene Nachfrage angepasst werden könnten.

In einer Blitzumfrage von agrarheute über die Osterfeiertage hatte sich allerdings nur rund ein Drittel der Teilnehmer für eine Drosselung der Milchmenge auf breiter Front ausgesprochen.

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