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Milchpreis

Bechtel: Milch-Festpreis für drei Jahre

Melken im Milchviehstall
© ah/agrarfoto.com
von am
11.01.2018

Die Privatmolkerei Bechtel aus Schwarzenfeld bietet ihren Lieferanten einen Festpreis von 34,00 ct/kg Milch für die Jahre 2018, 2019 und 2020 an. Milcherzeuger können noch bis zum Wochenende den Festpreis beantragen.

Wie die Privatmolkerei erläutert, können Landwirte freiwillig bis zu 50 % ihrer Milchmenge aus dem Jahr 2017 mit dem Festpreis festzurren. Die Festpreis-Menge verteilt die Molkerei linear auf die Monate der jeweiligen Jahre. Für Milch, die der Milcherzeuger darüber hinaus liefert, erhält er den aktuellen Monatsmilchpreis der Molkerei. Abweichungen beim Fett- und Eiweißgehalt, sowie eventuelle Qualitätsabzüge werden wie üblich verrechnet.

Das Angebot kommt nur zustande, wenn mindestens eine Gesamtkontraktmenge von 75 Mio. kg erreicht wird. Sollten die Lieferanten mehr als 100 Mio. kg Milch zum Festpreis anmelden, kürzt das Unternehmen die Wunschmengen prozentual.

Bechtel: ein gut begründetes Angebot

Auf die Frage nach der Basis des Kontraktpreises, der sich auf Milch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß bezieht, antwortet Georg Müller von der Privatmolkerei Bechtel: „Wir haben verschiedene Milchpreisauswertungen und Notierungen für unsere Region, Bayern und Deutschland analysiert und daraus einen Durchschnitt gebildet. Wir sind sicher, ein gut begründetes und nachvollziehbares Angebot vorgelegt zu haben. Angesichts der Volatilität der Märkte kann niemand den Preis für die Zukunft sicher vorhersagen, deshalb stützen wir uns auf die Vergangenheit, die die Hochs und Tiefs des Marktes abgebildet hat."

Adressat sind vor allem Wachstumsbetriebe

Der 3-Jahreszeitraum wird mit dem Ziel begründet, extreme Milchpreisschwankungen zu glätten. Eine Milchpreis-Absicherung über Warentermingeschäfte oder ähnliches gibt es dabei nicht. Bechtel bewertet Absicherungsmodelle über die Börse als kompliziert, teuer und nicht für kleinere Milchmengen geeignet.

Festpreise sollen vor allem Wachstums- und Investitionsbetrieben Sicherheit bieten. Diese hatten gerade in den letzten Jahren besonderes unter den starken Milchpreiseinbrüchen zu leiden. Sie können aber darüber hinaus für alle Erzeuger die Liquiditätsplanung erleichtern“, sagt Müller. Das Verständnis und die Resonanz unter den Milcherzeuger sei groß. Er räumt aber ein, dass es auch Skepsis gibt. Denn der aktuelle Auszahlungspreis liegt mit 40 Cent rund 6 ct/kg über dem Festpreis. Das bremse die Anmeldungen.

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