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Milchbranche

Belgier gründen Branchenorganisation Milch

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Josef Koch, agrarheute
am
21.03.2019

In Belgien schließen sich die vier Milchverbände zu einer Branchenorganisation Milch zusammen. Sie wollen gesellschaftliche Fragen gemeinsam lösen.

Während die deutsche Milchbranche nicht in der Lage ist, eine Branchenvereinigung zu gründen, machen es die Belgier vor.

Die drei belgischen Bauernverbände, der Boerenbond (BB), das Algemeen Boerensyndicaat (ABS) und die Fédération Wallonne de l’Agriculture (FWA), sowie der belgische Milchindustrieverband (BCZ) haben Anfang dieser Woche in Merchtem die Branchenvereinigung MilkBE gegründet, um ihre Zusammenarbeit zu stärken.

Wie die Gründungsorganisationen erklärten, wolle man unter dem Dach dieser neuen Einrichtung gemeinsam Antworten auf sektorrelevante gesellschaftliche Fragen finden. Im Fokus stünden dabei, die Nachhaltigkeit, die Milchqualität, die Lebensmittelsicherheit sowie die Beziehungen zwischen Milchlieferanten und -verarbeitern zu verbessern.

Versicherung gegen Botulismus nötig

Zum Präsidenten von MilkBE wurde der Milcherzeuger Dirk Van De Keere ernannt, der beim BB die Sektorfachgruppe Milch leitet. Als zunächst anstehende Aufgaben der Organisation nannte er das Monitoring mit Blick auf Verunreinigungen in der Milch und die Versicherung der Milchviehbetriebe gegen Umsatzeinbußen durch Botulismus. Aus diesen Bereichen werde sich nämlich die öffentliche Verwaltung zurückziehen.

In Belgien gibt es laut BB noch rund 7.000 Milchviehbetriebe, die jährlich insgesamt fast 4 Mrd. kg Milch an die Molkereien liefern. Im Jahr 2017 erwirtschaftete die belgische Milchindustrie laut BCZ einen Umsatz von rund 5,5 Mrd Euro. Davon entfielen etwa 3,3 Mrd. Euro oder 60 Prozent auf den Export.

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