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Ökomarkt

Biomilch: Futtermangel bremst Milchmenge

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am Montag, 21.01.2019 - 15:30

Die Preise für Biomilch sind in Deutschland im November erneut leicht gestiegen.

Biomilch lang

Mit den Auszahlungspreisen für konventionell erzeugte Milch ging es aber ebenfalls weiter nach oben. Die höchsten Biomilchpreise meldete man im November aus Bayern. Die einzige Region mit leicht rückläufigen Biomilchpreisen war Niedersachsen.

Im Vergleich zum vorigen Jahr waren Biomilchpreise im November 1,4 Cent niedriger. Die Anlieferung von Biomilch an die Molkereien war im November knapp 8 Prozent größer als im Vorjahr. Damit hat sich Zuwachs der Milchmenge gegenüber dem Vormonat jedoch deutlich verringert. Seit August war der Produktionszuwachs wegen der dürrebedingten Futterknappheit und der Leistungsminderung durch schlechtere Futterqualität kontinuierlich geschrumpft.

Trotz der kleineren Zuwachsraten befindet sich die angelieferte Bio-Milchmenge jedoch weiter auf Rekordniveau. Im konventionellen Bereich war die Milchanlieferung im November hingegen1,7 Prozent unter die Vorjahreslinie gerutscht. Ursache für den Produktionsrückgang war ebenfalls der extreme Futtermangel nach der Dürre.

Der Anteil von Biomilch an der insgesamt in Deutschland angelieferten Kuhmilch lag im November bei 3,5 Prozent. Im Jahr 2017 waren nur 3,1 Prozent der in Deutschland erzeugten Milch Biomilch und 2016 lag der Anteil bei 2,5 Prozent.

Ganz leichter Anstieg setzt sich fort

Biomilchpreise 3 Jahre

In Deutschland lagen die Biomilchpreise auf der Erzeugerstufe im November 2018 (ab Hof, bei 4 % Fett und 3,4 % Eiweiß) bei 47,85 Cent. Im Vergleich zum Vormonat mit 47,71 Cent sind die Biomilchpreise damit um 0,14 Cent ganz leicht gestiegen. Das war der dritte leichte Preisanstieg hintereinander.

Im vorigen Jahr lagen die Preise im November bei 49,28 Cent und damit 1,43 Cent höher. Im Mittel des Jahres 2018 beträgt der Rückstand zum Vorjahr lediglich 0,8 Cent. Die Prämie gegenüber konventioneller Milch hat sich im November noch einmal ganz leicht auf 12,52 Cent/kg reduziert.

Für Biomilch mit natürlichem Fett- und Eiweißgehalt wurden im November Preise von 48,86 Cent gezahlt, im Vergleich zu 48,38 Cent im Oktober. Das ist ein Anstieg von 0,48 Cent. Der durchschnittliche Fettgehalt lag im November bei 4,26 Prozent und der Eiweißgehalt bei 3,45 Prozent Im Vormonat hatte die Milch nur einen Fettgehalt von 4,15 Prozent und einen Eiweißgehalt von ebenfalls 3,35 Prozent.

Fast alle Länder mit etwas höheren Preisen

Biomilch Länder

Den höchsten Biomilchpreis (für Milch ab Hof, bei 4 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß) meldete man im November erneut aus Bayern mit 48,10 Cent. Im Vergleich zum Vormonat sind die Preise dort um 0,05 Cent ganz leicht gestiegen. Den zweithöchsten Biomilchpreis zahlte man mit 47,99 Cent in Baden-Württemberg. Im Vergleich zum Vormonat haben die Preise in hier um 0,40 Cent zugelegt.

Aus Hessen/Rheinland-Pfalz wurde ein Preis von 47,84 Cent gemeldet. Das ist ein Aufschlag von 0,06 Cent.Einen Biomilchpreis von 47,45 Cent zahlte man in Niedersachsen. Dort sind die Preise im Vergleich zum Vormonat um 0,05 Cent ganz leicht zurückgegangen.

In Nordrhein-Westfalen wurde im November ein Biomilchpreis von 47,09 Cent gezahlt. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 0,31 Cent mehr. Um 0,60 Cent auf 47,30 Cent gestiegen sind die Biomilchpreise in Schleswig-Holstein.

In den ostdeutschen Bundesländern wurden die Preise im November um 0,29 Cent auf 47,74 Cent nach oben gesetzt.

Anlieferung schrumpft kräftig

Milchmenge Bio

Die Anlieferungsmenge von Biomilch war in Deutschland im November noch 7,6 Prozent größer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit hat sich Zuwachs der Milchmenge im Vergleich zum Vormonat nochmals deutlich verringert. Im Oktober lag die Mehranlieferung gegenüber dem Vorjahr noch bei 11,2 Prozent.

Im ersten Quartal 2018 (vor der Dürre) wurde noch ein Drittel mehr Biomilch erzeugt als im Jahr zuvor. Bereits im Jahr 2017 hatte die Anlieferung von Biomilch in Deutschland um 18,2 Prozent  auf einen neuen Rekordstand zugenommen. Im Zeitraum Januar bis November 2018 betrug der Zuwachs der angelieferten Biomilchmenge kumultiv immer noch 20,4 Prozent (!!). Das bedeutet trotz der schrumpfenden Zuwächse der letzten Monate immer noch ein neues Rekordergebnis.

Im November war die Biomilchmenge in allen ostdeutschen Bundesländern, außer in Sachsen-Anhalt, kleiner als im vorigen Jahr. Im Westen ist die Produktion hingegen in allen Bundesländern gewachsen. Im alten Bundesgebiet wurden 3,9 Prozent der insgesamt angelieferten Milch ökologisch erzeugt. In den ostdeutschen Bundesländern war 1,6 Prozent der gesamten Milch Bio.