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Milchmarkt

Biomilch: Niedrigste Preise seit zwei Jahren

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am Donnerstag, 18.10.2018 - 18:00 (Jetzt kommentieren)

Die Preise für Biomilch sind im August den sechsten Monat in Folge zurückgegangen.

Gleichzeitig legten die Auszahlungspreise für konventionell erzeugte Milch den dritten Monat hintereinander zu. Die höchsten Biomilchpreise meldeten auch im August Bayern und Baden-Württemberg. Der Aufschlag für Biomilch gegenüber konventioneller Milch ging weiter leicht zurück.

Die Anlieferung von Biomilch übertraf im August den Vorjahreswert um 15 Prozent. Damit hat sich der Zuwachs der Milchmenge im Vergleich zu den Vormonaten deutlich verringert. Ursachen dürften sowohl die dürrebedingte Futterknappheit als auch die hitzebedingte Leistungsminderung der Kühe sein. Trotz der schrumpfen Zuwachsraten befindet sich die Milchmenge aber auf einem Rekordniveau. Das dürfte auch der Grund für die weiterhin leicht rückläufigen Preise sein. Offenbar nimmt der Biomilchmarkt die hohen Zuwächse nicht zu unverändert hohen Preise auf.

Im konventionellen Bereich ist die Milchmenge aus den gleichen Gründen (Futterknappheit und Hitzestress) im August erstmals leicht unter die Vorjahreslinie gerutscht. Der Anteil von Biomilch an der insgesamt in Deutschland angelieferten Kuhmilch lag im August bei 3,5 Prozent. Im Jahr 2017 lag der Anteil der Biomilch bei 3,0 Prozent und im Jahr 2016 waren es 2,5 Prozent.

Der sechste Preisrückgang in Folge

ökomilchpreise

In Deutschland lagen die Biomilchpreise auf der Erzeugerstufe im August 2018 (ab Hof, bei 4 % Fett und 3,4 % Eiweiß) bei 47,18 Cent/kg. Im Vergleich zum Vormonat (47,26 Cent) sind die Biomilchpreise damit erneut ganz leicht um 0,19 Cent zurückgegangen. Das war der sechste Rückgang in Folge. Gleichzeitig war dies der niedrigste Biomilchpreis seit zwei Jahren.

Im vorigen Jahr lagen die Preise im August bei 48,48 Cent und damit 1,30 Cent höher. Für Biomilch mit natürlichem Fett- und Eiweißgehalt wurden im August 46,03 Cent gezahlt, im Vergleich zu 46,10 Cent im Juli. Das ist ebenfalls ein leichter Rückgang von 0,07 Cent.

Der durchschnittliche Fettgehalt lag im August bei 3,87 Prozent und der Eiweißgehalt bei 3,23 Prozent Im Vormonat lagen der Fettgehalt ebenfalls bei 3,87 Prozent und der Eiweißgehalt bei 3,22 Prozent.

Prämie für Biomilch schrumpft

Milchpreise Vergleich

Im August waren die (standardisierten) Preise für Biomilch noch 13,16 Cent höher als die vergleichbaren Preise für konventionell erzeugte Milch mit 34,02 Cent. Damit hat sich die Preisdifferenz zwischen Öko-Milch und konventionell erzeugter Milch im August weiter verringert. Grund ist der dritte Preisanstieg für konventionelle Milch hintereinander.

Im Juli betrug die Differenz noch 13,93 Cent, im Juni 14,74 Cent und im Mai 15,34 Cent. Die mit Abstand größte Preisdifferenz zwischen Biomilch und konventioneller Milch gab es im April 2016 mit 23,5 Cent. Der bisher kleinste Preisunterschied wurde im September 2013 mit 6,4 Cent gemessen.

Im Durchschnitt des Jahres 2017 betrug der Preisabstand zwischen Biomilch und konventionell erzeugter Milch 13,18 Cent. Im Mittel des Jahres 2016 lag die Differenz bei 21,35 Cent. Im Jahr 2015 lag der Abstand bei 18,59 Cent und 2014 gab es für Biomilch einen Aufschlag von 10,98 Cent.

In Bayern wird am meisten gezahlt

Milchpreis Länder

Den höchsten Biomilchpreis (ab Hof, bei 4 % Fett und 3,4 % Eiweiß) meldete im August erneut Bayern mit 49,84 Cent. Im Vergleich zum Vormonat sind die Preise in Bayern damit sogar um 0,10 Cent gestiegen. Den zweithöchsten Biomilchpreis zahlte man mit 49,54 Cent in Baden-Württemberg. Im Vergleich zum Vormonat haben die Preise in Baden-Württemberg um 0,12 Cent zugelegt.

Aus Nordrhein-Westfalen wurde im August ein Niveau von 49,16 Cent gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat war dies ein Abschlag von 0,57 Cent. In Hessen/Rheinland-Pfalz wurden im August 47,73 Cent gezahlt und damit 0,24 Cent mehr als im Vormonat. Einen Erlös von 46,69 Cent meldete man aus Niedersachsen. Dort wurden im Vergleich zum Vormonat 0,26 Cent weniger gezahlt.

Um 0,63 Cent auf 46,04 Cent gestiegen sind die Biomilchpreise in Schleswig-Holstein. In den ostdeutschen Bundesländern wurden die Preise im August um 0,23 Cent auf 46,98 Cent nach unten korrigiert.

Biomilchmenge wächst langsamer

Milchmenge

Die Anlieferungsmenge von Biomilch war in Deutschland im August noch 15,1 Prozent größer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit hat sich der Zuwachs der Milchmenge im Vergleich zu den Vormonaten deutlich abgeschwächt. Im Juli lag die Mehranlieferung noch bei 20,8 Prozent und zum Jahresbeginn wurde ein Drittel mehr Biomilch erzeugt als 2017.

Angesichts der extremen Futterknappheit und dem langsameren Nachfragewachstum könnte der Vorsprung bis zum Jahresende weiter schrumpfen. Im gesamten vorigen Jahr nahm die Anlieferung von Biomilch in Deutschland um 18,2 Prozent zu und erreichte einen neuen Rekord.

Im August war die Anlieferung von Biomilch in allen ostdeutschen Bundesländern, außer in Sachsen-Anhalt, sogar unter den Vorjahreswert gefallen. Im Westen hat die Produktion in allen Bundesländern zugenommen. Am stärksten war der Zuwachs in Niedersachsen mit 44 Prozent und in Schleswig-Holstein mit 25,9 Prozent. Bayern kommt auf ein Produktionsplus von 14,7 Prozent, Baden-Württemberg auf 7,3 Prozent mehr Milch.

Im alten Bundesgebiet wurden 4,0 Prozent der insgesamt angelieferten Milch ökologisch erzeugt. In den ostdeutschen Bundesländern waren 1,5 Prozent der Milchmenge Bio.

Lesen Sie dazu auch: Zu viel Biomilch drückt die Preise.

Eine Analyse zum deutschen Biomilchmarkt finden Sie außerdem in der nächsten Ausgabe von agrarheute.

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