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Molkereipleite

B.M.G.-Pleite: Milchgeld für Februar bleibt aus

Milchlaster auf Straße
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Josef Koch, agrarheute
am
15.03.2018

Die Lage der B.M.G.-Milchlieferanten wird immer schlimmer. Das Milchgeld für Februar bleibt aus und manche Molkereien nehmen die Milch nicht ab.

Das Einstellen der Milchabholung durch die B.M.G. als einem der größten deutschen Milchhändler bedeutet für die direkt betroffenen Milchviehhalter ein wirtschaftliches Desaster: Sie sind laut Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) unmittelbar und akut in ihrer Existenz bedroht.

Schon für die bereits gelieferte Milch im Februar erhalten die Lieferanten der B.M.G. kein Geld mehr. Nun stehen viele Betriebe in einer angespannten Marktsituation vor der Frage, ob und zu welchem Preis ihre Milch überhaupt einen weiteren Abnehmer findet.

Manche Molkereien nutzen ihre Marktmacht brutal aus

Durch gemeinsame Anstrengungen von betroffenen Erzeugergemeinschaften sowie von Verbänden der Milchviehhalter ist es in Zusammenarbeit mit verschiedenen Molkereiunternehmen gelungen, für einen Teil der betroffenen Landwirte zumindest die weitere Milchabholung zu organisieren und zu sichern.

Bei einer beachtlichen Anzahl von Betrieben bleibt die Milch bisher allerdings auf dem Hof stehen. Betroffen sind davon unter anderem Betriebe im Schwarzwald, im Westerwald und im Sauerland.

„Aus Sicht des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter ist es ein Unding, dass man die betroffenen Milchviehbetriebe in dieser Notlage hängen lässt. Wir erkennen an, dass einige Molkereien sehr kooperativ an Lösungen mitarbeiten, müssen aber auch feststellen, dass manche Molkereiunternehmen offenbar ihre Marktmacht, die in der aktuellen Marktsituation noch einmal größer ist, gegenüber den Milchviehhaltern regelrecht ausspielen, ohne Rücksicht darauf, was in den betroffenen Regionen damit angerichtet wird“, erklärt der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber.

 „Es kann nicht sein, dass man bereits gegebene Zusagen der Milchaufnahme in dieser Zwangslage kurzfristig wieder zurücknimmt“, kritisiert Schaber vehement.

Milch- und Fettgesetz schleunigst ändern

„Um die betroffenen Milchviehbetriebe nicht ebenso wie die B.M.G. in die Insolvenz zu treiben, ist umgehend politisches Handeln notwendig. Es muss sofort ein staatlicher Nothilfefonds eingerichtet werden, und mit Überbrückungsgeldern muss Liquidität für die betroffenen Milchviehbetriebe geschaffen werden“, fordert Schaber nachdrücklich.

Gleichermaßen muss laut BDM die nach § 5 Milch- und Fettgesetz mögliche Zuweisung der Milchabholung an Molkereiunternehmen erfolgen, auch wenn im Moment die dafür nötigen konkreten Zuweisungsgebiete nicht definiert seien.

"Dies muss im Eilverfahren geändert werden, um auch diese Option schnellstmöglich nutzen zu können. Die aktuelle katastrophale Lage, die viele Milchbetriebe ganz schnell ihre Existenz kosten wird, erfordert sofortige und beherzte Notfallmaßnahmen“, verlangt der BDM-Vorsitzende.

Mehr zur B.M.G.-Pleite lesen Sie in der nächsten Ausgabe der agrarheute.

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