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Milchmarkt

Butterpreise knacken 6.000-Euro-Marke

Butterstück
am Freitag, 11.05.2018 - 12:36 (Jetzt kommentieren)

Milchfett ist trotz hoher Milchmengen derzeit knapp. An der Warenterminbörse haben die Butterpreise die 6.000-Euro-Marke geknackt. Das sind gute Aussichten für die Milchpreise.

Im Handelsraum der EEX.

Die Aussichten auf höhere Milchpreise im zweiten Halbjahr 2018 haben sich deutlich verbessert. Die Butterpreise an der Warenterminbörse EEX Leipzig haben gestern für die kommenden Liefermonate die 6.000-Euro-Marke geknackt. So lagen im gestrigen Handel die Schlusskurse für die Butterkontrakte Juni und Juli beispielsweise bei 6.100 Euro/t. Die süddeutsche Butter- und Käse-Börse notierte Blockware am 9. Mai mit 5.750 bis 5.950 Euro/t bereits 50 Euro höher als Anfang Mai.

„In der zweiten Maiwoche kletterten die Preise an der Börse für das 2. und 3. Quartal 2018 im Schnitt um 200 Euro/t“, stellt Florian Hildebrand von der H. Jürgen Kiefer GmbH fest. „Aufgrund der gegenwärtigen Marktlage ist der Aufwärtstrend bei Butter an der Börse intakt“, ergänzt Hildebrand. Seit Einführung dieser Liefertermine an der Börse waren die Notierungen noch nie so hoch. Für das 4. Quartal 2018 wird Butter derzeit stabil um die 5.800 Euro/t gehandelt.

Die Milchanlieferungen laufen zwar auf ihr saisonales Hoch zu. Doch die Inhaltstoffe sind nun auch entsprechend geringer. Zudem ist Milchfett aufgrund der guten Nachfrage knapp. Die enge Versorgungslage könnte zudem bis zum Herbst anhalten, meinen weitere Marktbeteiligte.

Börsen-Rohstoffwert über 37 Cent/kg

Da auch Magermilchpulver an der Börse das leicht erhöhte Niveau behauptet, leiten sich von den Notierungen deutlich bessere Rohstoffverwertungen ab. Wie unser agrarheute-Börsenrohstoffwert zeigt, ergeben sich aus dem Verkauf von Butter und Magermilchpulver bis Jahresende 2018 Milchverwertungen von knapp über 37 Cent/kg.

Zum Vergleich: Der Kieler Rohstoffwert lag nach den Berechnungen des ife-Institutes im April bei 30,5 Cent/kg.

Höhere Milchpreise möglich

Unseres Erachtens ist daher zu erwarten, dass der Kieler Rohstoffwert in den kommenden Monaten ansteigen wird – und damit auch die Milchpreise der Molkereien. Nur spezialisierte Trinkmilchmolkereien haben mit den jüngsten Rückgängen der H-Milchpreise im Lebensmittelhandel, die bis Ende Oktober gelten, ein Problem, dem allgemeinen Trend zu folgen.

Milchviehhalter sollten daher in den nächsten Wochen die Entwicklung an der Börse beobachten. Steigen die Preise für Butter und vielleicht auch für Magermilchpulver weiter, sind höhere Rohstoffwerte die Folge. Wer ausreichend Liquidität hat und größere Milchmengen erzeugt, kann sich überlegen, ob er die höheren Rohstoffverwertungen für die kommenden Monate an der Börse absichert.

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