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Milchbranche

DBV: Sektorstrategie Milch und Mengenplanung trennen

am
19.02.2019

Der Deutsche Bauernverband (DBV) reagierte auf die Mahnung von Klöckner zu Sektorstrategie Milch. Hier die Argumente des DBV.

Symbolbild Milch und Melken

Nach Auffassung des Deutschen Bauernverbandes gehören Sektorstrategie Milch 2030 und das Gestalten der Lieferbeziehungen nicht zwingend inhaltlich zusammen. So hatte Bundesagrarministerin Julia Klöckner in einem Brief an die Milchbranche verlangt, dass sie spätestens bis Herbst 2019 die Sektorstrategie 2030 vorlegt. Dabei soll auch klar ersichtlich sein, welche Maßnahmen die Branche für Mengenplanung - und steuerung vorsieht. 

Die Strategie 2030 darf aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes jedoch nicht allein ein Papiertiger bleiben, dessen Ziel es ist, die Anwendung des Artikels 148 zu verhindern. Die Erarbeitung einer gemeinsamen Strategie des deutschen Milchsektors ist nur sinnvoll, wenn alle Beteiligten tatsächlich das Ziel verfolgen, den Sektor zukunftsorientiert und mit Blick auf die bereits bestehenden sowie kommenden Herausforderungen aufzustellen.

Die Themen Absatzförderung, Branchenkommunikation und Standardsetzung eventuell organisiert über einen anerkannten Branchenverband stehen dabei ganz oben auf der Agenda des DBV.

Milchbauern haben unterschiedlichen Bedarf

Das Institut für Ernährungswirtschaft (ife) in Kiel hat in seiner Bewertung die Positionen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zur Gestaltung der Lieferbeziehungen vollumfänglich bestätigt.

Darin zeigt sich ein heterogenes Meinungsbild unter den Milchbauern: Während größere und spezialisierte Milchviehbetriebe in höherem Maße einzelbetriebliche Vertragslösungen präferieren, votieren kleinere und wachsende Milchviehbetriebe eher für die Beibehaltung der bisherigen Modelle ohne Mengenbegrenzung. Liefermodelle der Molkereien müssen dieser Vielfalt in der Praxis gerecht werden.

Staatliche Einheitslösungen abgelehnt

Aus Sicht des DBV bedarf es daher grundsätzlich keiner staatlichen Einheitslösungen. Ziel des Milchsektors muss es vielmehr sein, durch eine zeitgemäße Gestaltung der Lieferbeziehungen Schwankungen am Markt zu begegnen.

Um in Deutschland die Anwendung von Artikel 148 zu verhindern, sollten Molkereien und Milcherzeuger endlich nachfrageorientierter eine gemeinsame Mengenplanung und Mengenabstimmung vornehmen. Eine bessere Balance zwischen den Absatzchancen von Milchprodukten einerseits und dem Rohmilchangebot andererseits wäre im Interesse der Molkereien und der Milchbauern.
 

Mit Material von DBV
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