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Milchindustrie

Dürre: Arla zahlt zwei Biomilch-Preise

am Freitag, 24.08.2018 - 10:48 (Jetzt kommentieren)

Die Molkerei Arla Foods zahlt Biomilch-Erzeugern, die wegen der Dürre konventionelles Futter einsetzen, 3 Cent weniger pro Kilogramm Milch. Das hat der Aufsichtsrat beschlossen.

Hintergrund der Entscheidung ist die rechtliche Ausnahmeregelung, wonach Biolandwirte vorübergehend konventionelles Futter einsetzen dürfen, ohne ihren Status als Bioerzeuger zu verlieren. Die Ausnahme wurde erlassen, um dem dürrebedingten Futtermangel auf den Betrieben zu begegnen.

Arla Foods hat jedoch entschieden, die Milch von Bioerzeugern, die von der Ausnahme Gebrauch machen, nicht zur Herstellung von Bioerzeugnissen zu verwenden. Das Unternehmen will das Vertrauen der Verbraucher nicht gefährden.

Die Molkereigenossenschaft teilte mit, dass die Preisdifferenzierung in den kommenden Monaten bei Bedarf an die Witterungseinflüsse sowie weitere Marktgegebenheiten angepasst wird. Bisher haben nur sehr wenige der knapp 1.000 Arla Bio-Mitglieder in den sieben europäischen Erzeugerländern einen Antrag für die Ausnahmeregelung gestellt. In Deutschland sind es laut Arla "nur eine Handvoll Biolandwirte von insgesamt 93".

Futterkosten sind geringer bei Verzicht auf Biostandard

Die Entscheidung, einen Preisabschlag vorzunehmen, beruht auf Beratungen mit dem Arla Bio-Komitee, das sich aus Landwirten zusammensetzt.

Zudem wurden die Produktionskosten aufgrund der verschiedenen Futterpreise bewertet. Hierbei wurden jene Landwirte, die von der Ausnahmeregelung Gebrauch machen, mit denen verglichen, die weiterhin Biofuttermittel verwenden. Daraus ergab sich laut Arla, dass für die Landwirte, die konventionelles Futter einsetzen, geringere Futterkosten entstehen.

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