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Milchmarkt

EU-Milch: Bis 2020 steigen Mengen nur langsam

am Mittwoch, 01.05.2019 - 05:00

Die EU-Milchbauern werden bis 2020 kaum mehr Milch erzeugen. Das geht aus der EU-Kurzfristprognose hervor.

Landwirt beim Melken

Bis 2020 wird die EU-Milchmenge nur leicht ansteigen. Davon geht zumindest die EU-Kommission in ihrer aktuellen Kurzfristprognose (short-term-outlook) aus. Während die EU-Milchliefermenge 2018 trotz Dürre noch um 0,9 Prozent gestiegen ist, wird 2019 um 0,7 Prozent und 2020 um 0,8 Prozent zulegen.

Dann würden die Milchbauern 159,8 Mio. t Milch an die Molkereien liefern. 2018 waren es nach vorläufigen Daten noch 157,4 Mio. t. Damit würde die EU-Milchmenge bis 2020 nur um 2,4 Mio. t wachsen.

Die Zahl der Kühe wird aber weiter zurückgehen, und zwar jeweils um 0,6 Prozent in den beiden Jahren 2019 und 2020. Bei 22,4 Kühen würde die durchschnittliche Milchleistung bei knapp 7.400 kg /Kuh in der EU liegen.

Käseexporte legen weiter zu

Mit der Mehrproduktion an Rohmilch wird die EU der weltweit größte Exporteur an Milchprodukten bleiben. Der Marktanteil soll sich auf 32 Prozent belaufen. So wird sich bis 2020 die Käseproduktion in 2019 um 0,8 Prozent und in 2020 um ein Prozent erhöhen. 

Noch stärker soll laut er EU-Prognose aber der Käseexport steigen. Für dieses Jahr rechnet man mit einem Plus von 1 Prozent, im kommenden Jahr sollen es gar 1,5 Prozent sein. In diesem Zeitraum entspricht dies rund 20.000 t höhere Käseausfuhren.

Butterausfuhren könnten wieder wachsen

Positiv werden sich auch die Absatzmöglichkeiten für EU-Butter am Weltmarkt entwickeln. Nach deutlichen Rückgängen in 2017 und 2018 sollen die Exportmengen 2019 um 2 Prozent und 2020 um 7 Prozent anziehen.

Mit 171.000 t in 2020 wird die EU aber den Rekordbutterexport von 206.000 t in 2016 verfehlen. 

Die Butterproduktion indes wird nur bis 2020 leicht steigen. Die Brüsseler Marktexperten gehen von Wachstumsraten von unter einem Prozent aus. Im kommenden Jahr könnten die EU-Molkereien rund 2,44 Mio. t Butter herstellen.

Unterschiedliche Entwicklungen für Milchpulver

Bei den Drittlandexporten für Milchpulver gehen die Prognosen auseinander. EU-Vollmilchpulver wird sich immer weniger am Weltmarkt verkaufen lassen. Sind die Mengen bereits 2018 um fast 15 Prozent rückläufig gewesen, hält der Negativtrend bis 2020 an. Die Rückgänge fallen aber mit 8 Prozent in 2019 und 5 Prozent in 2020 etwas geringer aus als zuvor.

Der leicht steigende Inlandsverbrauch wird die fehlenden Exportmengen ausgleichen. Daher erwartet die EU-Kommission, dass die Molkereien die Erzeugung bis 2020 um drei Prozent auf 712.000 t zurückfahren werden.  

Zulegen dürfte im Gegenzug aber die Erzeugung von Magermilchpulver. Sie dürfte um 1,7 Prozent auf 2,44 Mio. t klettern. Nach dem Exporteinbruch in 2017 und 2018, wird sich das Drittlandgeschäft wieder verbessern, so die EU. Bis 2020 könnten die EU-Hersteller mit 171.000 t wieder fast neun Prozent mehr Magermilchpulver in Drittländer verkaufen.