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Fester Weltmarkt für Milchprodukte: Fonterra hebt den Milchpreis an

Anlage zum Abpacken von Milchpulver bei Fonterra in Neuseeland
am Donnerstag, 04.02.2021 - 14:09 (Jetzt kommentieren)

Am Weltmarkt ziehen die Milchpreise weiter an. Die neuseeländische Molkerei Fonterra erhöht daher den Auszahlungspreis.

Nach einem guten Jahresauftakt sind die Preise für Standardmilchprodukte an der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) weiter gestiegen. Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra hat deshalb seine Milchpreisprognose nach oben korrigiert.

Mit Ausnahme von Magermilchpulver konnten bei der GDT-Auktion zu Beginn der Woche (2.2.) alle gehandelten Standardprodukte Zugewinne verbuchen. Der zusammenfassende Preisindex legte gegenüber der vorherigen Versteigerung von Mitte Januar um 1,8 % zu und erreichte den höchsten Stand seit Juni 2014; das war der sechste Anstieg in Folge.

Im Gegensatz dazu haben mehrere deutsche Molkereien für Februar niedrigere Erzeugerpreise als im Vormonat angekündigt.

Butter wurde seit September um mehr als 50 Prozent teurer

Erneut kräftig nach oben ging es an der GDT mit dem Butterpreis, der im Mittel aller Kontrakte um 6,2 % auf 5.028 $/t (4.161 Euro) stieg. Seit dem letzten Tiefpunkt Mitte September 2020 hat sich Butter um 53 % verteuert.

Das wichtigste Handelsprodukt Vollmilchpulver erlöste im Schnitt aller Qualitäten und Liefertermine 3.458 $/t (2.861 Euro); das waren 2,3 % mehr als Mitte Januar. Mehr Geld für Vollmilchpulver erlöste der Alleinanbieter Fonterra an der GDT zuletzt vor fünf Jahren.

Auf der Handelsplattform stiegen zudem die Preise im Vergleich zur vorherigen Auktion für Cheddarkäse um 2,3 %, für Buttermilchpulver um 10,7 %, für Laktose um 3,8 % und für wasserfreies Milchfett um 1,3 %. Lediglich Magermilchpulver wurde mit einem moderaten Abschlag von 1,5 % auf 3.158 $/t (2.613 Euro) gehandelt; dies war allerdings immer noch das zweithöchste Niveau der vergangenen fünf Jahre.

Zweite Erzeugerpreiserhöhung in der laufenden Saison

Aufgrund der positiven Entwicklung an der GDT hat die Molkerei Fonterra nun schon zum zweiten Mal ihre Milchpreisprognose für die Saison 2020/21 angehoben.

Wie das Unternehmen bekanntgab, soll der Auszahlungspreis in der noch bis zum 31. Mai 2021 dauernden Saison zwischen 6,90 NZ$ (4,10 Euro) und 7,50 NZ$ (4,45 Euro) für das Kilogramm Milchfeststoff liegen. Damit übertrifft der Mittelwert von 7,20 NZ$ (4,27 Euro) denjenigen der Dezember-Prognose um 0,20 NZ$ (11,9 Eurocent) und die zu Beginn der Saison in Aussicht gestellte Auszahlungsleistung sogar um 0,80 NZ$ (47,5 Eurocent).

Zusammen mit der Vergütung von Genossenschaftsanteilen können die Fonterra-Lieferanten 2020/21 nun den höchsten Preis seit 2013/14 erwarten.  

Chinas starke Nachfrage nach Milchpulver treibt die Preise hoch

Fonterra-Geschäftsführer Miles Hurrell erklärte, dass die höhere Milchpreisprognose auf die starke Nachfrage nach Milchprodukten zurückzuführen sei, was auch an der GDT zu steigenden Kursen geführt habe.

„Insbesondere in China und Südostasien haben wir eine starke Nachfrage nach Vollmilch- und Magermilchpulver, was die Haupttreiber für den Milchpreis sind“, erläuterte der Fonterra-Manager. Seine Genossenschaft würde in diesem Jahr durch das gezahlte Milchgeld fast 11 Mrd NZ$ (6,5 Mrd Euro) zur neuseeländischen Wirtschaft beisteuern, was nicht nur den Landwirten, sondern auch den ländlichen Kommunen zu Gute komme.

Hier geht es zu den aktuellen Milchauszahlungspreisen der deutschen Molkereien.

Mit Material von AgE
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