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Fonterra geht mit Rekord-Milchpreis in die neue Saison

Melken in Neuseeland
am Donnerstag, 27.05.2021 - 09:47 (Jetzt kommentieren)

Der Molkereiriese Fonterra startet in das am 1. Juni beginnende neuseeländische Milchwirtschaftsjahr 2021/22 mit der höchsten Milchpreisprognose in der Unternehmensgeschichte. Das hat mehrere Gründe, die auch die Milchpreise in Europa positiv beeinflussen dürften.

Für das Milchwirtschaftsjahr 2021/22 stellt Fonterra den Milchbauern in Neuseeland einen Auszahlungspreis von 7,25 NZ-Dollar (4,28 Euro) bis 8,75 NZ-Dollar (5,16 Euro) pro kg Milchfeststoff in Aussicht. Die Spanne ist für das Unternehmen zwar ungewöhnlich weit. Der mittlere Preis von 8 NZ-Dollar (4,72 Euro) bedeutet für die Genossenschaft jedoch das höchste Einstiegsniveau in ein neues Milchwirtschaftsjahr aller Zeiten. Umgerechnet entspricht das einem Milchpreis von 34,4 Eurocent pro kg Milch bei 4 Prozent Fett und 3,3 Prozent Eiweiß.

Für das zu Ende gehende 2020/21 wird der Vorauszahlungspreis wahrscheinlich 7,55 NZ-Dollar betragen, wie das Unternehmen diese Woche weiter bekannt gab. Das wäre das zweite Jahr in Folge jenseits der Marke von 7 NZ-Dollar.

China importiert steigende Mengen an Vollmilchpulver

Fonterra-Vorstand Miles Hurrell begründete die optimistische Preisprognose für die neue Saison mit der weltweit wachsenden Nachfrage nach Milchprodukten, allen voran aus China. Dort erholt sich die Wirtschaft rasch von der Corona-Krise. Nach Zahlen der EU-Kommission hat China seine Einfuhren von Vollmilchpulver im Januar und Februar 2021 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9 Prozent oder 242.000 t gesteigert. Der Großteil der Importe stammte aus Neuseeland.

Hurrell rechnet gleichzeitig mit einem weltweit kaum wachsenden Angebot an Milchprodukten. Vor allem die Verfügbarkeit von Vollmilchpulver sei begrenzt. Daher sei in nächster Zeit mit Milchpreisen auf dem aktuellen Niveau zu rechnen.

Molkereien heben den Erzeugerpreis im April an

In Deutschland haben zahlreiche Molkereien den Milchpreis für April angehoben. Im agrarheute-Milchpreisspiegel kletterte der Durchschnittspreis gegenüber dem Vormonat um 1,8 Prozent auf 35,1 Cent je kg Milch mit 4,2 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. Nur sechs der 27 Molkereien im Vergleich ließen den Milchpreis unverändert. Preissenkungen kamen nicht vor.

Der vom Kieler ife-Institut berechnete Rohstoffwert der Milch lag im April mit 36,2 Cent/kg ab Hof sogar noch etwas höher als das durchschnittliche Auszahlungsniveau. Vor einem Jahr hatte der Rohstoffwert nur 27 Cent betragen.

Börsenmilchwert für das zweite Halbjahr über 39 Cent

Die Aussichten für den Milchpreis in den nächsten Monaten sind günstig. Die Milchanlieferung lag in der EU von Januar bis März korrigiert um den Schalttag um 0,3 Prozent unter der Vorjahresmenge. Vor allem in den großen EU-Milcherzeugerländern Deutschland, Frankreich und Niederlande blieb das Milchaufkommen auch im März noch zum Teil deutlich unter der Vorjahreslinie.

Der ebenfalls vom ife-Institut errechnete Börsenmilchwert, der sich auf die Terminmarktnotierungen für Butter und Magermilchpulver in Leipzig stützt, lässt für das zweite Halbjahr einen Rohstoffwert von durchgehend leicht über 39 Cent pro kg erwarten.

Weltmilchmarkt mit festen Notierungen

Auch im internationalen Handel zeigt sich der Milchmarkt fest. Die Online-Auktion Global Dairy Trade (GDT) schloss am 18. Mai 2021 zum sechsten Mal in Folge mit einem Durchschnittspreis von über 4.000 US-Dollar/t. Damit schwankte der Auktionspreis in den letzten vier Versteigerungen um weniger als 1 Prozent.

Der Verband der Milcherzeuger Bayerns (VMB) rechnet damit, dass sich der Trend der jetzigen Marktentwicklung wahrscheinlich fortsetzen wird. Dafür spricht, dass die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie weiter zurückgefahren werden und in Europa die saisonale Milchanlieferungsspitze fast erreicht ist und auf dem Niveau des Vorjahres verharrt.

Hier geht es zu den aktuellen Milchpreisen.

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