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Molkerei

Glyphosat: Molkerei Gropper rät zum Verzicht

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Josef Koch, agrarheute
am
12.02.2018

Bayerische Milcherzeuger sollen bei der Molkerei Gropper bis 2020 auf Glyphosat verzichten. Auch den Umrechnungsfaktor ändert die Molkerei nun.

Gropper-Milcherzeugergemeinschaften

Die Molkerei Gropper geht beim Thema Glyphosat einen anderen Weg als die beiden Genossenschaften Milchwerke Berchtesgadener Land und Goldsteig GmbH. Während die Genossenschaften den Glyphosat-Einsatz ab sofort verbieten, rät die Privatmolkerei Gropper ihren Lieferanten, bis 2020 auf Glyphosat zu verzichten, verbietet den Einsatz aber nicht.

Möglicherweise hat ab 2020 dann die neue Bundesregierung den Einsatz von Glyphosat verboten. Im derzeitigen Koalitionsvertrag haben sich CDU/CSU und SPD auf einen Ausstieg "so schnell wie möglich" geeinigt.

Nach der erfolgreichen Umstellung auf die Verarbeitung von ausschließlich „gentechnikfreier“ Milch gemäß VLOG Standard, setzt sich die Molkerei Gropper gemeinsam mit ihren Landwirten nun ein neues Ziel: den Verzicht auf das Pflanzenschutzmittel Glyphosat.

Molkerei-Inhaber Heinrich Gropper und Reinhold Stangl, Leiter des Milcheinkaufs der Molkerei Gropper, sprachen mit den bäuerlichen Vertretern der Gremien und dem Geschäftsführer der Bayern-MeG Markus Seemüller über das umstrittene Thema.

Nur Empfehlung auf Glyphosat-Verzicht, kein Verbot

Gemeinsam will man den Landwirten eindringlich empfehlen, in ihren Betrieben auf die Anwendung von Glyphosat zu verzichten. Wie Gentechnik ist auch Glyphosat ein Thema, dass den Markt zunehmend bestimmt und den Verbraucher beschäftigt.

„Gemeinsam mit unseren Landwirten wollen wir bis 2020 auf die Anwendung von Glyphosat verzichten. Das spiegelt auch die aktuelle Marktentwicklung wider“, erklärt Heinrich Gropper. Ebenso wie bei der gelungenen Umsetzung des Verzichtes von Gentechnik setzt die Molkerei Gropper bei Glyphosat auf Nachhaltigkeit und den bewussten Umgang mit der Umwelt, was in Zusammenarbeit mit den Landwirten erreicht werden soll.

Umrechnungsfaktor für Rohmilch auf 1,03 angehoben

Gemeinsam mit den Vertretern der Bayern-MeG und deren Geschäftsführer Markus Seemüller und weiteren Vertretern der Milchliefergruppen beschloss die Molkerei Gropper, auch den Umrechnungsfaktor für die angelieferte Rohmilch ab Januar 2018 von bisher 1,02 Volumen in Gewicht auf 1,03 zu erhöhen. Damit rechnet die Molkerei für Landwirte mehr Milch ab.

Vor kurzem hatte auch die Molkerei Zott den Umrechnungsfaktor auf 1,03 geändert.

Die Molkerei Gropper wird die Milcherzeuger über Rundschreiben und bei den aktuellen Gebietsversammlungen über diesen Beschluss informieren.

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