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Milchmarkt

Handel drückt die Butterpreise besonders stark

Butterstücke
am Dienstag, 31.07.2018 - 11:27 (Jetzt kommentieren)

Ab August bekommen die Molkereien deutlich weniger Geld für abgepackte Butter. Der Lebensmittelhandel hat die Sommerflaute ausgenutzt.

Die Preise für abgepackte Butter fallen zum Monatswechsel stärker als die Branche erwartet hatte. Der Lebensmittelhandel hat bei den Verhandlungen die aktuelle ferienbedingte Sommerflaute im Absatz ausgenutzt. Nach Recherchen von agrarheute müssen die Molkereien einen Preisabschlag von 44 Cent/kg hinnehmen.

Das Kilo Formbutter kostet damit ab dem 1. August nur noch 5,26 Euro/kg. Der neue Kontrakt gilt einen Monat. Bereits fürJuli verbilligte sich die Päckchenware um 29 Cent/kg, nachdem Butter sich zuvor noch verteuert hatte.

Der kräftige Rückgang der Preise für Päckchenware überraschte die Branche. Zwar vergünstigte sich Anfang Juli Blockbutter, die Preise waren aber in der zweiten Julihälfte mit 5,40 Euro/kg bis 5,65 Euro/kg stabil und höher als die neuen Konditionen für die Formware. Zudem zogen in der vergangenen Juliwoche am Spotmarkt die Rahmpreise wieder an.

Sinken Verbraucherpreise um 10 Cent?

Branchenkenner gehen davon aus, dass der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ab morgen in seinen Läden die Verkaufspreise um rund 10 Cent je 250 g Päckchen Butter absenken wird. Der Verkaufspreis könnte dann für Standardware bei 1,75 Euro pro Päckchen liegen. Bereits im Juli senkte der LEH den Verkaufspreis um 4 Cent auf 1,85 Euro je 250 g Butter.

Im August beginnen Verhandlungen um neue Käsekontrakte

Der Rückgang der Butterpreise dämpft voraussichtlich den Anstieg der Milcherzeugerpreise für August. Milchbauern hoffen, dass es den Molkereien in den Kontraktverhandlungen für die kommenden Monate gelingt, wieder höhere Butterpreise beim Lebensmittelhandel durchsetzen zu können.

Vor kurzem forderte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milcherzeuger (BDM), Stefan Mann, dass "sich die Erwartungen einer zurückgehenden Milchanlieferung umgehend in Preisanhebungen wiederfinden müssen". Aufgrund der Dürre in Nordeuropa könnten die Milchmengen nicht nur in Deutschland stärker sinken und Milchfett knapp werden.

Bereits im August müssen die Molkereien die neuen Käsekontrakte ab Herbst aushandeln. Sollte es ihnen gelingen, aufgrund der engeren Milchversorgung höhere Käsepreise durchzusetzen, bekämen die Milchpreise einen neuen Schub. Schließlich sind die Käseläger für die Jahreszeit ungewöhnlich knapp gefüllt.

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