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Tierwohl-Debatte

Handel stigmatisiert mit Extra-Hinweis Milch aus Anbindehaltung

Milch Anbindehaltung
am Freitag, 06.08.2021 - 13:52 (3 Kommentare)

Der Lebensmitteleinzelhandel erhöht den Druck auf die Milchviehhalter. Vermehrt finden sich in den Kühlregalen Milchflaschen mit prägnant-rotem Aufdruck „keine Anbindehaltung“.

Netto Milch anbindehaltung

Der Discounter Aldi machte den Anfang. Im Januar begann die Kette, auf einem Teil ihrer Trinkmilchprodukte der Eigenmarken die Zusatz-Info „Keine Anbindehaltung“ anzubringen, mit ins Auge stechender roter Farbe. Dieser Hinweis hat nun die Wettbewerber auf den Plan gerufen. Wie der Verband der Milcherzeuger Bayerns (VMB) beobachtete, haben die Konkurrenten Lidl und Netto ihre Milch der Eigenmarken "Milbona"  und "Gutes Land", alle mit dem Tierschutzlabel, ebenfalls mit dem Hinweis "keine Anbindehaltung" versehen.

Der VMB hat bei Store-Checks feststellen müssen, dass die Wettbewerber den Hinweis auf den mittlerweile meist in PET-Flaschen abgefüllten Milchen sogar noch wahrnehmbarer aufgebracht haben als Aldi.

Verbraucher wird negativ beeinflusst

Aus Sicht des Verbandes besteht die berechtigte Sorge, dass der Lebensmitteleinzelhandel damit seine Eigenmarken im Preiseinstiegssegment mit Milch aus einer gesetzlich zulässigen Haltungsform weiter schwächt. Und dies, obwohl die Zusage stehe, ab 2022 bis auf weiteres Milch aus Betrieben mit gültigem QM-Milch Audit, also auch aus Betrieben mit ganzjähriger Anbindehaltung, mit Haltungsstufe 1 zu kennzeichnen.

Tatsache ist, mit derlei Sonderhinweisen wird Milch aus Anbindehaltung, ob ganzjährig oder aus Kombihaltung, beim Verbraucher stigmatisiert.

Mit Material von VMB
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