Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Hohe Milchpreise: Niederländische Milchbauern steigern die Produktion

Kuhstall in den Niederlanden
am Dienstag, 13.09.2022 - 14:59 (5 Kommentare)

Bisher haben die europäischen Milchbauern trotz der sehr hohen Milchpreise ihre Produktion insgesamt nicht erhöht. Doch jetzt steigern die Niederländer die Milchanlieferung.

Im Juli lag die Milchproduktion in den Niederlanden um 1,8 Prozent über dem Vorjahresmonat, im Juni um 1,5 Prozent. Damit endete die seit Dezember 2020 anhaltende rückläufige Tendenz.

Nach Einschätzung der niederländischen Milchwirtschaft (ZuivelNL) könnten die extrem hohen Milchpreise die Ursache für die Kehrtwende sein. Kumuliert lag das Milchaufkommen in den Niederlanden von Januar bis Juli 2022 allerdings weiterhin um 1 Prozent unter der vergleichbaren Vorjahresmenge.

Rückstand zum Vorjahr verkleinert sich in Deutschland

In Deutschland lag die Milcherzeugung zwar auch im Juni und Juli noch unter der Vorjahreslinie. Der Abstand gegenüber dem Vorjahr betrug laut Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) aber nur noch 0,2 beziehungsweise 0,6 Prozent. Damit schwächte sich der Rückstand gegenüber 2021 ab, denn im April hatte das Minus noch 2,6 Prozent und im Mai 1,8 Prozent betragen.

Mittlerweile zahlen einige deutsche Molkereien deutlich über 50 Cent/kg Milch an die Landwirte aus – und dieser Anreiz scheint allmählich Wirkung zu zeigen. Insgesamt bleibt Milch in Deutschland aber ein knapper Rohstoff. Von Januar bis Juli lag die Milchanlieferung an deutsche Molkereien mit 18,9 Mrd. kg um 1,3 Prozent unter der Vorjahreslinie.

EU-weit ist die Milcherzeugung rückläufig

EU-weit lag die Milchanlieferung nach Daten der Europäischen Kommission im Juni 2022 um 0,6 Prozent unter der Vorjahreslinie. Die Milchbauern in Deutschland, Frankreich, Irland und Italien lieferten weniger Milch ab als im Juni 2021. In den Niederlanden und Polen nahm die Produktion hingegen zu.

Insgesamt fiel die EU-Milcherzeugung im ersten Halbjahr jedoch um 0,7 Prozent kleiner aus als in den ersten sechs Monaten 2021. Ein höhere Milchaufkommen verzeichnete die Kommission vor allem in Österreich (+3,5 Prozent), Polen (+1,8 Prozent) und Belgien (+0,9 Prozent).

Auf agrarheute finden Sie die letzten gemeldeten Auszahlungspreise der Molkereien im Überblick und auch die aktuellen Preise für Milchprodukte.

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe September 2022
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
agrarheute Magazin Cover

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...