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Molkereibranche

Hoher Milchpreis schmälert Gewinn von FrieslandCampina

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Josef Koch, agrarheute
am
23.02.2018

Ein kräftiges Plus beim Umsatz und Milchpreis, ein deutliches Minus beim Gewinn. Das zeichnet die Bilanz 2017 von FrieslandCampina aus.

Die hohen Preise für Milchprodukte im vergangenen Jahr ließen den Umsatz des niederländischen Molkereiriesen FrieslandCampina um über 10 Prozent auf 12,1 Mrd. Euro klettern. Auch die Konsolidierung von Engro Foods in Pakistan zum Konzernabschluss wirkte sich positiv auf die Umsatzentwicklung aus.

Ebenso wie ArlaFoods zehrte der höhere Milchpreis auch bei FrieslandCampina am Ergebnis. Der Gewinn sank um 37,3 Prozent auf 227 Mio. Euro. Laut Hein Schumacher, CEO FrieslandCampina, waren auch einmalige Abschreibungen in China und Deutschland, Volumendruck in Europa und Restrukturierungen Schuld am schlechteren Ergebnis. 

Den höheren Milchpreis habe die Molkerei größtenteils durch die Umsatzsteigerung ausgleichen können, jedoch nicht genug, um die gestiegenen Kosten für übrige Rohstoffe und Verpackungen zu kompensieren, führte Schumacher aus.

Trotz des niedrigeren Gewinnes konnte FrieslandCampina die Eigenkapitalquote auf 35,1 Prozent steigern. Im Vorjahr betrug sie 34 Prozent.

24 Prozent Plus beim Milchpreis

FrieslandCampina zahlte seinen Milchviehhaltern mit 40,01 Cent/kg netto einen um 24 Prozent höheren Garantiemilchpreis aus. Basis sind 3,47 Prozent Eiweiß, 4,41 Prozent Fett und 4,51 Prozent Laktose. Das Niveau der Jahre 2013 und 2014 mit über 42 Cent/kg erreichte die niederländische Großmolkerei indes nicht.

Die Milchanlieferung blieb mit rund 10,7 Mrd. kg nur 0,5 Prozent unter der Menge in 2016. Die Zahl der Mitglieder ging im vergangenen Jahr um rund 600 auf 12.707 Landwirte zurück.

Umsatz: Schwächeres 1. Halbjahr 2018

Im ersten Halbjahr 2018 erwartet die Großmolkerei wegen des aktuellen Preisverfalls für Milchprodukte einen schwächeren Umsatz. Die neue Organisationsstruktur soll sich indes schon 2018 positiv im Ergebnis niederschlagen, meint Schumacher.

Entscheidend sei auch, wie sich die Wechselkurse von Euro zu Dollar und den asiatischen Währungen entwickeln werden. Immerhin erzielen die Niederländer über 43 Prozent ihres Umsatzes in Drittländer.

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