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Langzeitprognose

IFCN: Milchproduktion steigt bis 2030 weltweit um ein Drittel

Kühe auf der Weide in Australien
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Norbert Lehmann , agrarheute
am
13.06.2018

Die Wachstumsstory geht weiter: Produktion und Verbrauch von Kuhmilch werden bis 2030 weltweit um 35 Prozent zunehmen. Die Preise sollen stabil bleiben. Das schätzt das internationale Expertennetzwerk IFCN.

Auf der Jahrestagung der Milchexperten innerhalb des Forschernetzwerks IFCN diese Woche in Irland stellte die Organisation ihre neue Langzeitprognose für den Weltmilchmarkt vor. Angetrieben von einem Bevölkerungswachstum um 1,2 Milliarden Verbraucher und einem um im Vergleich zu 2017 um 16 Prozent steigenden Pro-Kopf-Verbrauch gehen die Wissenschaftler von einem erheblichen Anstieg von Produktion und Nachfrage aus.

Danach wird das Milchaufkommen bis 2030 um 304 Mio. t oder 35 Prozent auf 1.168 Mio. t zunehmen. Das entspricht in etwa der dreifachen Milcherzeugung der USA. Mehr als die Hälfte des Wachstums wird auf Südasien entfallen. Diese zusätzliche Milch wird überwiegend direkt vor Ort verbraucht werden. Sie hat darum nur begrenzten Einfluss auf das Geschehen am Weltmarkt.

Langfristig stabiler Durchschnittspreis

Kühe auf der Weide

Da die weltweite Nachfrage ebenfalls um 35 Prozent zunehmen soll, rechnet das IFCN im langfristigen Durchschnitt mit einem stabilen Erzeugerpreis.

Im Mittel wird der Weltmarktpreis für Kuhmilch danach 41 USD je 100 kg Milch mit 4 Prozent Fett und 3,3 Prozent Eiweiß betragen, was umgerechnet 34,8 Euro entspricht. Das 2017 erreichte Niveau würde damit um 15,5 Prozent übertroffen. Im Vergleich zum mehrjährigen Durchschnitt von 2007 bis 2014 in Höhe von 40 USD ergibt sich hingegen kaum eine Veränderung.

Neue Technologien werden die Milchviehhaltung verändern

IFCN-Geschäftsführer Dr. Torsten Hemme geht davon aus, dass die Zahl der Milchviehbetriebe dennoch sinken wird. Die Betriebe werden größer und die Milchleistung pro Kuh wird gesteigert werden.

Entscheidende Veränderungen für die Milcherzeugung erwarten die Fachleute vor allem durch die Biotechnologie und die Digitalisierung. Robert Walker von der Alltech Company erläuterte: "Neue Techniken werden durch die Fähigkeit, größere Datenmenge zu verarbeiten, entstehen." Als Beispiele nannte Walker den Einsatz von Drohnen, die Blockchain-Technologie und automatische Bildanalysen.

Kurzfristig ausgeglichener Markt

Kurzfristig sehen die IFCN-Fachleute am weltweiten Milchmarkt die Angebots- und Nachfrageentwicklung ausgeglichener. Für die zweite Jahreshälfte prognostizieren die Experten einen durchschnittlichen Weltmarktpreis von 30 bis 32 Euro je 100 kg Milch.

Das Produktionswachstum fällt im Vergleich zu 2017 geringer aus. Dazu tragen die ungünstige Witterung in Neuseeland, der EU und Argentinien bei. Die US-Farmer leiden zudem unter einer schwierigen wirtschaftlichen Situation.

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