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Milchmarkt

Magermilchpulver: Brüssel leert Interventionslager

am Freitag, 11.01.2019 - 11:18 (Jetzt kommentieren)

Die staatlichen Bestände an Magermilchpulver haben sich stark verringert. Aktuell hat die EU-Kommission eine Riesenmenge zur Auslagerung freigegeben.

Magermilchpulver

Bei der ersten Ausschreibungsrunde von Magermilchpulver aus den öffentlichen Lägern in 2019 hat die EU-Kommission einen Riesenschritt zum Abbau der Bestände gemacht: Brüssel hat 80.424 t verkauft. Der Mindestpreis betrug 1.544 Euro/t. Der Preis lag damit 93 Euro/t höher als bei der letzten Ausschreibungsrunde im Dezember.

Damit befinden sich noch rund 22.166 t Magermilchpulver in der Intervention. Möglicherweise könnte Brüssel schon bei der nächsten Ausschreibung die Interventionsläger komplett leeren, meinen Marktbeteiligte. Alleine 2018 verkaufte die EU-Kommission 277.000 t. Ursprünglich lagen nach der Milchkrise 2017 in den öffentlichen Lägern rund 378.000 Tonnen Magermilchpulver.  

Die Preise für Magermilchpulver konnten sich laut Deutschem Bauernverband (DBV) trotz der zusätzlichen Menge auf dem Markt von einem historisch niedrigen Niveau vor einem Jahr erholen. Lag der Preis für Magermilchpulver zu Beginn des Jahres 2018 noch bei 1.380 Euro/t, liegt er in dieser Woche bei 1.830 Euro/t.

35 Cent/kg Verwertung möglich

"Der EU-Kommission ist es gelungen, die Interventionsbestände an Magermilchpulver massiv zu reduzieren. Dass in dieser Woche eine so große Menge zu diesem Preis zusätzlich und mühelos auf den Markt gebracht werden konnte, ist ein spürbares Indiz für einen sehr aufnahmefähigen, aber auch zunehmend volatilen Milchmarkt", so der DBV.

An der Warenterminbörse EEX Leipzig handeln die Marktteilnehmer für die kommenden Monate steigende Kurse. Bis Ende 2019 erwarten sie sogar mehr als 2.000 Euro/t. Die Verwertung über Butter und Magermilchpulver lässt für die kommenden Monate eine Verwertung von gut 35 Cent/kg zu. Das zeigt der agrarheute-Börsenrohstoffwert.

Laut DBV werden Prognosen im Milchmarkt zunehmend erschwert: Zum Beispiel sorge das hard-Brexit-Szenario weiterhin für sehr große Unsicherheit im Markt. Deshalb sollten Landwirte Preisabsicherungsinstrumente verstärkt nutzen.

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