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Molkereibranche

Milch Board: B.M.G. ist wichtig für den Wettbewerb

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Josef Koch, agrarheute
am
08.03.2018

Sollte die B.M.G. insolvent werden, hätte diese fatale Folgen für die Milchbauern, fürchtet die MEG Milch Board. Die Erzeugergemeinschaft sieht darin einen Systemfehler am Milchmarkt.

Porträt Peter Guhl

Eine Pleite der B.M.G. hätte nach Ansicht der MEG Milch Board katastrophale Folgen für viele Milcherzeuger und Erzeugerorganisationen und ist daher mit allen Mitteln zu verhindern. Allerdings muss sichergestellt sein, dass die Milchkaufverträge von beiden Seiten erfüllt oder im Einzelfall geordnet beendet werden.

Die B.M.G. sei ein wichtiger Partner bei dem Versuch, verkrustete Strukturen in der Milchvermarktung aufzubrechen und alternative Wege zu gehen, betont das Milch Board. So sei in einigen Regionen Deutschlands zumindest ein wenig Wettbewerb entstanden. Das gebe der zwingend notwendigen Bündelung der Milchbauern in Erzeugergemeinschaften Schub.

Guhl: Taktische Fehler von Geschäftsführer Gerber

Der Milch Board-Vorstandsvorsitzende Peter Guhl hat selbst einige Jahre mit seiner lokalen MEG in Mecklenburg-Vorpommern Milch an die B.M.G. verkauft. Laut Guhl war es erstmals mit diesem Partner möglich, konkrete Mengen in Milchkaufverträgen festzulegen.

"Die Geschäftsbeziehung mit Herrn Buchholz war von gegenseitigem Respekt und Vertrauen gekennzeichnet. Daher vermute ich, dass dem nun abgesetzten Geschäftsführer Gerber wohl an der einen oder anderen Stelle taktische Fehler unterlaufen sind“, so Guhl.

Hat B.M.G. 300 Mio. kg Milch zuviel eingekauft?

Die MEG Milch Board vermutet, dass die B.M.G. für rund 300 Mio. kg Jahresmenge aufgrund der aktuellen Marktsituation nur eine äußerst schlechte Verwertung hat: „Das wäre circa ein Prozent der deutschen Milchmenge. Diese Milch wird derzeit absolut nicht benötigt und sollte daher gar nicht erst produziert werden. Deswegen darf es nicht passieren, dass nun die Milcherzeuger wieder einmal allein die Zeche für einen schweren Systemfehler zahlen“, mahnt Guhl.

Die MEG Milch Bord unterstützt daher in vollem Umfang die von EMB und BDM seit langem geforderte Erweiterung des EU-Sicherheitsnetzes mit seinem Marktkrisenmanagement-Konzept.

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