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Milchpreise

Milch: Butterpreise treiben Rohstoffwert

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am Donnerstag, 26.04.2018 - 17:34 (Jetzt kommentieren)

Ende April sind die Butterpreise im europäischen Großhandel auf den höchsten Wert seit fünf Monaten geklettert.

Am Terminmarkt erreicht der Aprilkontrakt sogar das höchste Niveau seit knapp einem Jahr. 

Die Preise für Magermilchpulver konnten sich im europäischen Großhandel zuletzt leicht von ihren bisherigen Tiefständen absetzen. Dennoch ist auch das leicht verbesserte Niveau noch sehr niedrig. Am Terminmarkt sind die Preise leicht gestiegen. Für die kommenden Termine zeigt die Tendenz jedoch weiter nach oben.

Gleichzeitig bewegen sich die Käsepreise im Großhandele seitwärts und tragen zur Marktstabilisierung bei, jedoch noch nicht zu einem Anstieg der Milchpreise. Die Notierungen für Vollmilchpulver sind im April ebenfalls leicht gestiegen.

Insgesamt hat sich die finanzielle Verwertung der Milch am europäischen Milchmarkt jedoch deutlich verbessert. Das macht auch der sehr kräftig steigenden Börsenmilchwert deutlich.

Butterpreise im April auf 5-Monatshoch

Butterpreise

Die Butterpreise sind im April im europäischen Großhandel weiter kräftig gestiegen. Zur Monatsmitte haben die Preise die 500-Euro-Marke durchbrochen und der Anstieg geht weiter.

In der dritten Aprilwoche meldet die Kommission Preise von 517 Euro je 100 kg. Das sind 32 Euro höhere Notierungen als zum Beginn des Monats. Von Mitte Februar bis Ende April sind die Butterpreise sogar um 16 Prozent bzw. 73 Euro je 100 kg gestiegen. Ein ähnliches Preisniveau hatte Butter zuletzt vor fünf Monaten Anfang Dezember 2017.

Am Terminmarkt notiert der vordere Aprilkontrakt bei 5.683 Euro je t und damit auf dem höchsten Stand seit Juni 2017. Für den Monat Mai bewegen sich die Kontraktpreise sogar bei 5.870 und für Juni bei 5.990 Euro je t und damit nochmals deutlich über den derzeitigen Kassapreisen. Offenbar erwartet man einen weiteren kräftigen Preisanstieg.

Erholung bei Magermilchpulver erwartet

MMP Preise

Die Preise für Magermilchpulver (MMP) sind im April im europäischen Großhandel ganz leicht auf 137 Euro je 100 kg gestiegen. Damit haben sich die MMP-Preise etwas von ihrem bisherigen Rekordtief abgesetzt.

Das bisherige Interventionsniveau von 169,80 Euro je 100 kg wird mit den derzeitigen Preisen um knapp 20 Prozent bzw. rund 33 EUR verfehlt.

Am Terminmarkt notierte der vordere Aprilkontrakt zeitweise bei 1.420 Euro je t. Zuletzt sind die Kurse jedoch wieder auf 1.383 Euro zurückgependelt. Die kommenden Termine werden jedoch deutlich höher gehandelt.

Für den Mai bewegen sich die Kontraktpreise bei 1.483 Euro und für Juni bei 1.500 Euro je t und damit über den derzeitigen Kassapreisen. Bis Oktober steigen die Kontraktpreise dann bis 1.600 Euro.

Käsepreise relativ stabil, Vollmilch etwas höher

Käsepreise

Für Käse (Edamer) wurden im europäischen Großhandel Ende April Preise von 296 Euro je 100 kg kg notiert. Damit haben sich die Preise in den letzten 7 Wochen nur wenig verändert. Die letzte Preisspitze vom Oktober 2017 wird von den europäischen Käsepreisen derzeit um 15 Prozent verfehlt.

Die Preise für Vollmilchpulver wurden Ende April mit 266 Euro je 100 kg notiert. Das waren geringfügig höhere Preise als im März mit 260 Euro. Der Preisabstand zu Magermilchpulver ist mit 123 Euro relativ stabil.

Kaum verändert haben sich im April die Großhandelspreise für Molke. Hier meldete die Kommission Preise von 71 Euro je 100 kg.  Am Terminmarkt zeigt die Preiserwartung für Molke indessen eher seitwärts.

Börsenmilchwert steigt kräftig über 36 Cent

Rohstoffwert

Der vom Ife-Institut in Kiel, aus der Verwertung von Butter und Magermilch errechnete Rohstoffwert der Milch, lag im April bei 30,5 Cent/kg. Im Vergleich zum März ist dies ein Anstieg um 1,3 Cent.

Der ebenfalls aus den Terminmarkpreisen von Butter und Magermilch errechnete Börsenmilchwert, ergibt für April sogar einen Wert von 34,1 Cent. Im Mai wird dann ein Rohstoffwert von 36 Cent erreicht und im Juni verbessert sich die Verwertung auf 36,7 Cent: Das wären fast 10 Cent mehr als noch im Februar mit nur 27,30 Cent.

Die Auszahlungspreise für Rohmilch sind in diesem Jahr europaweit deutlich zurückgegangen. Allerdings nicht so kräftig und schnell wie zunächst befürchtet. Das vor allem mit der sehr kräftigen Preiserholung bei Butter zu tun.

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