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Milchproduktion

Milch: Wo die Erzeugung 2020 zunehmen wird

am Freitag, 20.12.2019 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

2020 wird weltweit die Milcherzeugung nur geringfügig wachsen. Für die EU sind teilweise geringere Exporte zu erwarten, sagt eine USDA-Prognose.

Kuh beim Melken

Zu Beginn des neuen Jahrzehnts wird die globale Milcherzeugung nur leicht steigen. Das US-Agrarministerium (USDA) geht in seinem aktuellen Bericht von einer Zunahme um 0,8 Prozent auf 298,2 Mio. t aus. Für das laufende Jahr 2019 war nach vorläufigen Schätzungen die Weltmilcherzeugung mit knapp 296 Mio. t unverändert geblieben.

Die Milchproduktion wird sich aber in den wichtigen Regionen sehr unterschiedlich entwickeln. Für Neuseeland und die EU erwarten die US-Experten fast ein Nullwachstum. So sollen die EU-Bauern mit 155,9 Mio. t nur rund 0,6 Mio. t oder 0,4 Prozent mehr Milch 2020 erzeugen. In Neuseeland sieht das USDA die Milchmengen ebenfalls um 0,4 Prozent auf 22 Mio. t leicht höher.   

Am stärksten unter den Exportnationen werden Milchbauern in den USA und Argentinien die Milchproduktion steigern, so das USDA. Für die USA sind mit 100,9 Mio. t rund 1,7 Prozent mehr zu erwarten, für Argentinien beträgt die Steigerung sogar 1,9 Prozent auf 10,8 Mio. t. Grund sind steigende Kuhbestände und höhere Milchleistungen.

Über vier Prozent mehr Milch in Indien

Keine Rolle am Exportmarkt spielen dagegen Indien und Russland. Für Indien rechnet das USDA mit 4,3 Prozent mehr Milch und für Russland mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 31 Mio. t.

Nach der EU und den USA ist Indien mit einer Milcherzeugung von 95,2 Mio. t das drittgrößte Milcherzeugerland.

Gedämpfte EU-Exportprognosen

Käselager-ArlaFoods

Weniger gut sieht das USDA indes die Exportchancen für EU-Milchprodukte. Für Käse sei zwar eine leichte Zunahme um 1,1 Prozent auf 870.000 t zu erwarten. Allerdings nehmen die Ausfuhren der Hauptexportländer wie USA, Neuseeland oder Weißrussland mit drei bis acht Prozent wesentlich stärker zu. 

Bei den Butterexporten ist nach dem Anstieg in 2019 jedoch ein Rückgang der Exportmengen um 7 Prozent auf 195.000 t möglich. Dagegen sinken die Ausfuhren der wichtigsten Exporteure nur um zwei Prozent. Neben der EU zählen USA, Neuseeland und Weißrussland zu den wichtigsten Butterexporteuren.

Noch kräftiger könnten die Ausfuhrmengen an Magermilchpulver sinken. Der USDA-Bericht geht hier von einem Minus von acht Prozent auf 925.000 t aus. Allerdings markierten die Exportmengen in diesem Jahr mit über 1 Mrd. t ein Rekordhoch.  

Dagegen sieht es für Vollmilchpulver etwas besser aus. Nach dem Einbruch in 2019 sollen EU-Molkereien 2020 mit 300.000 t rund drei Prozent mehr in Drittländer ausführen können. 

Hohe Exporte für Butter und Magermilchpulver

Im laufenden Jahr zeigt sich der EU-Export von Butter, Käse und Magermilchpulver jedoch von seiner freundlichen Seite. In den ersten zehn Monaten lagen die Ausfuhren an Butter mit 143.582 t rund 35 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch bei den Käseexporten verzeichnet Eurostat ein Plus von 5 Prozent. Bis Oktober steigen die Mengen auf 732.273 t an.

Laut Eurostat steuert der Export von Magermilchpulver auf ein Rekordhoch zu. Von Januar bis Oktober konnte EU- Molkereien 845.385 t in Drittländer absetzen. Das entspricht einem Plus von 26 Prozent. 

Ein Minus verzeichnen die EU-Zahlen bei den Ausfuhrmengen von Vollmilchpulver. In den ersten zehn Monaten fielen sind um 14 Prozent auf rund 296.000 t zurück.

Einen ausführlichen Bericht für den Milchmarkt 2020 finden Sie in der Januarausgabe des agrarheute-Magazins.  

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